Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

Erst Vaterfreuden, dann Derby-Jubel

Hinter Matthias Abornik (28) vom SV Molbergen liegen die aufregendsten Tage seines Lebens. Wegen der Geburt seines Sohnes Lewi pendelte er zwischen Fußballplatz und Krankenhaus hinterher.

Artikel teilen:
Frisch gebackener Vater: Matthias Abornik. Foto: Wulfers

Frisch gebackener Vater: Matthias Abornik. Foto: Wulfers

Freitagabend auf der Sportanlage des SV Molbergen. In der Bezirksliga-Partie gegen die Fußballer des TuS Emstekerfeld hat Robin Budde mit seinem Tor zum 3:1 gerade für die Entscheidung gesorgt. Matthias Abornik – in der 84. Minute von Trainer Luc Diamesso ausgewechselt – sprintet von der Ersatzbank aus quer über den Platz in Richtung Eckfahne, wo sich eine Jubeltraube gebildet hat. „Als Jojo Bruns mich gesehen hat, schrie er ,Lewi, Lewi' und bewegte seine Arme wie eine schaukelnde Kinderwiege.“ Der Rest des SVM-Teams stieg mit ein und sorgte bei Abornik für Glücksgefühle, schließlich war der 28 Jahre alte Mittelfeldspieler tags zuvor Vater eines Jungen geworden.

Hinter Matthias Abornik liegen die „aufregendsten Tage meines Leben“, wie er sagt. Sie begannen am vergangenen Mittwochabend nach dem Bezirkspokal-Duell gegen den SV Bevern (0:3). In der Kabine griff der Molberger – entgegen seiner sonstigen Gewohnheiten – schnell zum Handy. „Ich hatte so ein Gefühl.“ Er sollte Recht behalten. Das Telefon klingelte um kurz vor 22 Uhr, als er sich just einen Schluck Bier gegönnt hatte. „Mein Bruder Rudi sagte, dass ich schnell nach Hause fahren soll. Die Fruchtblase meiner Freundin Alice war geplatzt.“

Mittelfeldstratege: Matthias Abornik (rechts) ist seit vielen Jahren Stammspieler beim SV Molbergen. Foto: BettenstaedtMittelfeldstratege: Matthias Abornik (rechts) ist seit vielen Jahren Stammspieler beim SV Molbergen. Foto: Bettenstaedt

Im Trainingsanzug ging's wenig später ins Cloppenburger Krankenhaus. Doch Lewi war ganz offensichtlich noch nicht so weit. Erst am Donnerstag um genau 14.22 Uhr erblickte der kleine Mann das Licht der Welt. „Es war sehr emotional, bei mir sind viele Tränen geflossen.“ Der Bayern-Star Robert Lewandowski spielte bei der Namensgebung übrigens keine Rolle. „Wenn er aber mal nur halb so gut wird, hätte ich nichts dagegen“, sagt „Matze“ Abornik und lacht.

Die Geburt seines Sohnes hielt den Vizekapitän der Molberger in den kommenden beiden Tagen nicht davon ab, seiner zweiten großen Liebe neben der Familie nachzugehen: dem Fußball. Bereits am Donnerstagabend trainierte er wieder mit seinen Teamkollegen und stand einen Tag gegen den TuS Emstekerfeld später wie gewohnt in der Anfangself. Zwischendurch besuchte er natürlich Alice und Lewi im Krankenhaus und arbeiten musste der gelernte Kaufmann im Einzelhandel natürlich auch noch. „Dass wir am Freitagabend das Derby gegen E'feld dann auch noch gewonnen haben, war das i-Tüpfelchen. Sechs Punkte aus zwei Spielen – damit habe ich nicht gerechnet.“

In den kommenden beiden Wochen werden die Aufgaben für den SV Molbergen nicht leichter. Sonntag geht's zum SV Holdorf, eine Woche danach kommt BW Lohne II – beide Mannschaften zählen zu den Titelkandidaten. Matthias Abornik, der Freundin und Sohnemann am Samstag nach Hause geholt hat, wird nach den freudig-verrückten Tagen sicherlich äußerst befreit aufspielen – wenn er nachts denn ausreichend Schlaf bekommt.

Jetzt neu! Moin Friesoythe! Der wöchentliche Newsletter für die Eisenstadt mit aktuellen News und Informationen. So verpassen Sie nichts mehr. Jeden Donnerstag in Ihrem Postfach. Jetzt hier anmelden.  

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

Erst Vaterfreuden, dann Derby-Jubel - OM online