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Ergebniskosmetik und ein vielfaches Tschüss

Handballer des TV Cloppenburg beenden Ligapokal mit 31:34-Niederlage gegen den SC Magdeburg II Youngsters

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Wimmelbild „Wo sind die Verabschiedeten?“ Neben dem Sextett vorne (von links, jeweils mit Bilderrahmen: Mark Schulat, Niels-Uwe Hansen, Barna-Zsolt Akacsos, Paulus Götting, Peter Gronette, Ajoscha Mick) haben sich noch Matthias Andreßen (Nummer 17), Jannis Koellner (Nummer 4) und Edwin de Raad (im beigen Hoodie) unter den restlichen Kader des Handballdrittligisten TV Cloppenburg gemischt. Foto: Langosch

Wimmelbild „Wo sind die Verabschiedeten?“ Neben dem Sextett vorne (von links, jeweils mit Bilderrahmen: Mark Schulat, Niels-Uwe Hansen, Barna-Zsolt Akacsos, Paulus Götting, Peter Gronette, Ajoscha Mick) haben sich noch Matthias Andreßen (Nummer 17), Jannis Koellner (Nummer 4) und Edwin de Raad (im beigen Hoodie) unter den restlichen Kader des Handballdrittligisten TV Cloppenburg gemischt. Foto: Langosch

Fast mutete es so an, als bräuchte Maik Niehaus an diesem Abend in der TVC-Halle den längsten Atem. Der Geschäftsführer der Cloppenburger Drittligahandballer hatte die Aufgabe, die Verabschiedungen vorzunehmen. Zuvor hatte die Mannschaft von Trainer Barna-Zsolt Akacsos ihr letztes Spiel im Ligapokal gegen den SC Magdeburg II Youngsters mit 31:34 (15:17) verloren.

Doch der sportliche Abschluss einer von massiven coronabedingten Beeinträchtigungen geprägten Saison rückte schnell in den Hintergrund. Denn die Liste, die Maik Niehaus abzuarbeiten hatte, war lang. Nicht weniger als neun Spieler werden gehen, wobei bei Niels-Uwe Hansen noch die Chance besteht, dass er doch noch beim TVC bleibt. Das hängt davon ab, wo der Polizist eine Anstellung als Kommissar bekommt.

Schöne Geste: Der seit langem verletzt ausgefallene Kapitän Erik Gülzow kam mit der Ausführung eines Siebenmeters zu einem letzten Einsatz als Spieler beim TVC. Foto: LangoschSchöne Geste: Der seit langem verletzt ausgefallene Kapitän Erik Gülzow kam mit der Ausführung eines Siebenmeters zu einem letzten Einsatz als Spieler beim TVC. Foto: Langosch

Außerdem bedachte Niehaus im Verbund mit Maximilian Mayrhofer, bei den TVC-Handballern verantwortlich für Vermarktung und Marketing, noch Aljoscha Mick, Paulus Götting, Peter Gronotte, Max Borchert, Edwin de Raad, Mark Schulat, Matthias Andreßen und Jannis Koellner mit Geschenken und lobenden Worten.

Gerade für Jannis Koellner war das Tschüß besonders. Nach nicht weniger als neun Jahren beim TVC geht für den Publikumsliebling eine Ära zu Ende. „Ich habe hier in Cloppenburg so viel erlebt, viele Highlights, aber auch Enttäuschen. Aber es war unter dem Strich eine tolle Zeit, wobei mir das letzte Jahr im Zeichen von Corona sicherlich nicht als das schönste hier in Erinnerung bleiben wird.“ Koellner wird zur kommenden Saison für den Oberligisten TvdH Oldenburg spielen.

Noch ergreifender als Koellners Verabschiedung war nur die von Trainer Barna-Zsolt Akacsos, der nach vier Jahren beim TVC den Verein verlässt. „Es war sehr bewegend, wenn auch sehr befremdlich in einer leeren Halle. Ich mag mir gar nicht ausmalen, was los gewesen wäre, wenn die Bude voll gewesen wäre. Aber dann wären sicherlich ein paar Tränen geflossen, so gesehen, war es vielleicht ganz gut, dass keine Zuschauer da waren. Aber ich kann gar nicht sagen, wie sehr uns die Fans in dieser Saison gefehlt haben. Ich möchte allen im TVC, den Spielern und den Offiziellen, von ganzem Herzen danken, aber einen besonderen Gruß sende ich den Zuschauern. Das Publikum in Cloppenburg ist einmalig.“

Ergriffen: Die Verabschiedung durch Geschäftsführer Maik Niehaus (links) und Maximilian Mayrhofer (VermarktungMarketing) fasste Trainer Barna-Zsolt Akacsos (Mitte) sichtlich an. Foto: LangoschErgriffen: Die Verabschiedung durch Geschäftsführer Maik Niehaus (links) und Maximilian Mayrhofer (Vermarktung/Marketing) fasste Trainer Barna-Zsolt Akacsos (Mitte) sichtlich an. Foto: Langosch

Ob die dafür gesorgt hätten, dass der TV Cloppenburg sein letztes Spiel in dieses Saison gewinnt, ist nicht zu klären. Auf jeden Fall ist festzuhalten, dass die Hausherren in der Halle an der Schulstraße ein Debakel abwendeten. Nach gutem Beginn war Cloppenburg nach einem Zwischenstand von 4:4 (7.) und einer mehrminütigen Unterbrechung wegen technischer Probleme mit der Anzeigetafel mit 4:9 ins Hintertreffen geraten. Bis zur Pause kämpfte sich der TVC bis zur Pause aber wieder auf 15:17 heran.

Direkt nach Wiederbeginn schaffte Matthias Andreßen den Anschluss, aber ein Durchhänger zwischen der 38. und 45. Minute warf die Mannschaft von Coach Akacsos entscheidend zurück. In dieser Phase fiel Cloppenburg von 19:20 auf 20:27 und wenig später auf 22:30 (49.) zurück. Während den Gastgebern so gut wie gar nichts mehr gelang, verpasste es der SCM-Nachwuchs die Chance, sich noch klarer abzusetzen.

  • TV Cloppenburg - SC Magdeburg II 31:34 (15:17)
  • TV Cloppenburg: Hendrik Legler und Paulus Götting – Ole Harms (8), Vencent Saalmann (5), Maximilian Bähnke (4), Niels-Uwe Hansen (4), Bence Lugosi (2), Mohamad-Aljawaad Sibahi (2), Adam Pal (2/1), Matthias Andreßen (1), Max Borchert (1),
Erik Gülzow (1/1), Nils Goepel sowie David Niemann.
  • SC Magdeburg II: Niclas Behrendt, Michel Sebastian Fiedler – Niklas Danowski (7/3), Justin Döbler (6), Elias Rudat (5), Carl Haake (3), Tim Kloor (3), Luka Baumgart (2), Felix Eißling (2), Richard Lößner (2), Oskar Schöll (2), Marvin Panoven (1), Ole Schramm (1) sowie Max Meyer. Zeitstrafen: Cloppenburg: Niels-Uwe Hansen (2) / Magdeburg II: Luka Baumgart, Niklas Danowski, Marvin Panoven, Ole Schramm.
  • RoteKarte: keine
  • Zuschauer: keine.

Es spricht für den TVC und den Charakter der Mannschaft, dass die Akacsos-Mannen die Flügel nicht hängen ließen. Im Gegenteil: Sie wendeten nicht nur das drohende Debakel ab, sondern betrieben noch ein gehöriges Stück an Ergebniskosmetik. Die Niederlage aber war nicht mehr abzuwenden.

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