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Enes Muric und die große Sehnsucht nach Normalität

Der Fußballer würde versuchen, die Saison fortzusetzen.  Nach dem Rückzug des BV Essen aus der Landesliga ist der 23-Jährige vereinslos.

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Erfahrung in der Oberliga: Für den BV Cloppenburg (weißes Trikot, hier im Heimspiel gegen Wolfenbüttel 2018) kam Enes Muric 44 mal in der fünfthöchsten deutschen Klasse zum Einsatz. Foto: Langosch

Erfahrung in der Oberliga: Für den BV Cloppenburg (weißes Trikot, hier im Heimspiel gegen Wolfenbüttel 2018) kam Enes Muric 44 mal in der fünfthöchsten deutschen Klasse zum Einsatz. Foto: Langosch

Enes Muric spricht wohl den meisten Amateursportlerinnen und -sportlern, vor allem denen, die dem Fußball nachgehen, aus der Seele: „Wenn es nach mir ginge, würde die Saison nicht abgebrochen. Vielmehr würde ich noch versuchen, die Serie fortzusetzen, wenn Corona es zulässt. Mit einer kurzen Vorbereitung und dann zwei Spielen pro Woche könnte man noch etwas auf die Beine stellen.“

Der Wunsch des 23-Jährigen wird indes wohl ein frommer bleiben. Alle Anzeichen sprechen dafür, dass der Niedersächsische Verband in dieser Woche den Abbruch der Spielzeit 2020/2021 endgültig beschließen wird. Und so wird sich auch Enes Muric noch gedulden müssen, bis er dem Ball wieder hinterherjagen darf.

Für den gebürtigen Cloppenburger mit montenegrischem Pass hatte sich die Laufbahn vielversprechend angelassen. Nach dem Start in der Jugend des BV Garrel, wechselte er nach der C-Jugend zum SV Altenoythe. In der U19 des BVC machte der defensive Mittelfeldspieler auf sich aufmerksam und ergatterte nach seinem Wechsel in den Herrenbereich einen Platz im Oberligakader der Cloppenburger Ersten für die Saison 2017/2018, nachdem er dort in der Endphase der vorhergehenden Serie zu vier Kurzeinsätzen gekommen war. Der Abstieg war jedoch nicht mehr zu vermeiden.

Für den BV Essen bestritt Enes Muric (links) nur ein Pokal- und zwei Punktspiele. Foto: LangoschFür den BV Essen bestritt Enes Muric (links) nur ein Pokal- und zwei Punktspiele. Foto: Langosch

Ein Jahr später wechselte er zum Bezirksligisten SV Altenoythe, um zur Serie wieder an der Friesoyther Straße anzuheuern. Dort blieb er bis zum Jahresende 2019. Seine Bilanz: 44 Oberliga- und 13 Landesligaeinsätze. Danach geriet die Karriere ins Stocken. Die Hoffnungen, die er mit dem Wechsel zum Landesligaspitzenteam SV Bevern verbunden hatte, erfüllten sich nicht. Im Sommer zog er weiter zum BV Essen. Beim Beverner Ortsrivalen wirkte Enes Muric zwar in beiden Punktspielen mit (gegen Papenburg sogar über die volle Distanz, im Derby gegen den SVB stand er rund eine Stunde lang auf Platz), aber dann bremste ihn Corona aus. Die Zwangspause bekam vor allem der BVE zu spüren. Aus wirtschaftlichen Gründen zog der Verein aus der Landesliga zurück. Die Mannschaft zerbrach.

Enes Muric ist aktuell noch auf der Suche nach einem neuen Verein. Immerhin könnte er derzeit bei seinem Exklub SV Altenoythe trainieren – wenn denn Training zu Coronazeiten möglich wäre. „Als Essens Rückzug bekannt wurde, hat mir SVA-Torwarttrainer sofort angeboten, nach Altenoythe zu kommen. Auch Obmann ,Maga‘ Rolfes hat mich angesprochen. Das finde ich echt klasse.“ Ob Muric dort seine sportliche Heimat finden wird, ist allerdings noch offen. „Ich würde je gerne noch höherklassig spielen“, meint Enes Muric, der mit seinen 23 Jahren schließlich noch einen großen Teil seiner Karriere vor sich hat. Interessenten gibt es jedenfalls. „Ein paar Anfgebote habe ich schon bekommen, auch ein Oberligist war darunter“, verrät der Mittelfeldspieler.

FSo ärgerlich die Coronazwangspause auch war und ist, hat Muric das Beste daraus gemacht. „Ich hatte Zeit, mich intensiv auf meine Prüfungen voruzbereiten und habe mittlerweile meine Ausbildung zum Automobilkaufmann erfolgreich abgeschlossen. So gesehen hat Corona auch etwas Gutes für mich gehabt“, meint Muric schmunzelnd.

Enes Muric würde beim SV Altenoythe mittrainieren - wenn denn Training derzeit möglich wäre. Foto: LangoschEnes Muric würde beim SV Altenoythe mittrainieren - wenn denn Training derzeit möglich wäre. Foto: Langosch

Gleichwohl sehnt er natürlich die Normalität mit Training und Spielen wieder herbei. Aktuell hält sich Enes Muric selbst fit: „Jeden Morgen steht eine Laufeinheit auf dem Programm, nachmittags spiele ich – so oft es geht – mit meinem Cousin Dzenis Gusinjac Fußballtennis. Dzenis ist bei der U19 des Jugendleistungszentrums beim SV Meppen in der Regionalliga unterwegs. Und dann hat meine Schwester Nachwuchs bekommen und mein Neffe hält mich auch ordentlich auf Trab.“

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