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Energiekrise: Darum lehnt der Kreissportbund Vechta pauschale Maßnahmen ab

KSB-Chef Jürgen Hörstmann hat einen Brief an den Landrat sowie die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister adressiert. Die Reaktion aus dem Kreishaus hat ihn erleichtert.

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Eintritt verboten: Zu derartigen Hallensperrungen – wie hier im TVD-Sportpark zu Corona-Zeiten – soll es wegen der Energiekrise nicht kommen. Foto: Lünsmann

Eintritt verboten: Zu derartigen Hallensperrungen – wie hier im TVD-Sportpark zu Corona-Zeiten – soll es wegen der Energiekrise nicht kommen. Foto: Lünsmann

Als Jürgen Hörstmann am Mittwochmorgen sein Telefongespräch mit dem Landkreis Vechta beendet hatte, war er erleichtert. Der Vorsitzende des Kreissportbundes (KSB) Vechta hatte am Freitag einen Brief an den Landrat und die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister des Landkreises adressiert und darin darum gebeten, von pauschalen Energiesparmaßnahmen für Sportstätten abzusehen. So kam es auch. „Erst mal bleibt alles geöffnet“, berichtete Hörstmann von seinem Gespräch. „Die Vereine und Kommunen entscheiden vor Ort, welche Energiesparmaßnahmen getroffen werden.“

Vor verallgemeinernden Regeln hatte er „am meisten Angst“, so Hörstmann. In seinem Brief hatte er geschrieben: „Nach gut zwei Jahren Corona-Krise und vielen Monaten ohne geregelten Sportbetrieb darf es keinesfalls dazu kommen, dass der Sport erneut unter derartigen Maßnahmen leidet oder nicht ausgeübt werden kann.“ Die komplette Schließung von Anlagen – als Beispiel werden die beiden geschlossenen Vechtaer Bäder genannt – hält man im Kreissportbund für den falschen Weg.

Vielmehr müsse man je nach Sportart, Besonderheiten der Sportstätten und technischen Bedingungen differenzieren. So dürfe die Temperatur bei Duschen wegen der Gefahr des Entstehens von Legionellen nicht unter 55 Grad reguliert werden. Und bei Reha- und Gesundheitssport sowie Angeboten für Senioren und Kleinkinder sei es „kaum zumutbar, die Angebote bei Raumtemperaturen unter 20 Grad durchzuführen“.

Froh über die Landkreis-Mitteilung: KSB-Chef Jürgen Hörstmann. Foto: KSB VechtaFroh über die Landkreis-Mitteilung: KSB-Chef Jürgen Hörstmann. Foto: KSB Vechta

Außerdem sei es wichtig, insbesondere „die Schwimmfähigkeit und das Schwimmenlernen nicht weiter zu vernachlässigen“, weil es hier in der Pandemiezeit schon genügend Probleme gegeben habe. Dass nun die Vereine die Möglichkeit haben, im Dialog mit den Kommunen spezifische Entscheidungen zu treffen, wertet Jürgen Hörstmann als gutes Zeichen.

Er betont zugleich auch, „dass jetzt alle gefordert sind, Energiesparmaßnahmen vorzunehmen. Es wird eine Menge unnötige Energie verbraucht.“ Durch eine Veränderung des Nutzverhaltens, angemessene Temperatur- sowie Lichtreduzierungen und ähnliche Maßnahmen sei es möglich, das angedachte Einsparpotenzial von 20 Prozent in den Sportstätten zu erreichen, heißt es im Brief. Nach Rücksprache seien dazu auch alle Vereine im Kreissportbund Vechta bereit. Jürgen Hörstmann ist sich sicher: „Wenn alle wollen, dann kriegt man das auch sehr gut hin.“

Gerade im Ball- und Teamsport sieht der Kreissportbund-Chef die Möglichkeit, durch Temperaturreduzierungen in den Hallen Energie zu sparen. Er ist froh, dass die Vereine mitreden dürfen – und sieht sie damit zugleich auch in der Pflicht.

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