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EM: "Seleção" soll José Teixeiras Fußballsommer retten

Der in Cloppenburg wohnhafte Portugiese José Teixeira (59) hofft auf einen Sieg gegen Deutschland. Seine beiden Lieblingteams FC Porto und Werder Bremen enttäuschten ihn diese Saison.

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Ist optimistisch: José Teixeira hat zwar jede Menge Respekt vor der deutschen Fußball-Nationalmannschaft, glaubt aber an einen 1:0-Erfolg seiner Portugiesen. Foto: Teixeira

Ist optimistisch: José Teixeira hat zwar jede Menge Respekt vor der deutschen Fußball-Nationalmannschaft, glaubt aber an einen 1:0-Erfolg seiner Portugiesen. Foto: Teixeira

José Teixeira ist von seinen Lieblingsklubs in diesem Fußballjahr 2021 bislang nicht gerade verwöhnt worden. Sein heiß geliebter FC Porto, der 59-Jährige wurde in der Stadt im Norden Portugals geboren, landete in dieser Saison „nur“ auf Platz zwei. Zu wenig für den Serienmeister, dessen Anspruch stets der Titel ist. Noch bitterer verlief die Spielzeit für Teixeiras deutsche Nummer eins, den SV Werder Bremen, der die 1. Bundesliga verlassen muss. Nun also soll die „Seleção“ den Fußballsommer des Wahl-Cloppenburgers – er lebt seit 1984 hier – mit Siegen bei der EM retten. „Meine Landsleute sind wie immer sehr optimistisch und selbstbewusst, natürlich auch, weil wir amtierender Europameister sind. Ich bin da doch etwas skeptischer“, sagt José Teixeira.

Nach dem 3:0-Auftakterfolg gegen Ungarn, der sicher etwas glücklich zustande kam, treffen die Portugiesen am Samstagabend im zweiten Gruppenspiel auf Deutschland. Dass diese Partie für den zweifachen Vater eine ganz besondere ist, versteht sich von selbst. Teixeira wird gemeinsam mit seiner Familie und einigen Freunden – deutschen und portugiesischen – bei sich zu Hause mitfiebern. „Da wird es sicher hoch hergehen. Es werden einige Sprüche fallen, aber ich weiß mich zu wehren“, sagt er mit einem Augenzwinkern.

Obwohl Deutschland das Duell gegen Frankreich verlor und dieses Jahr nicht zu den heißesten Titelkandidaten gezählt wird, hat José Teixeira reichlich Respekt vor dem Löw-Team. Er spricht sogar von Angst. „Ich fürchte die Deutschen mehr als die Franzosen. Portugal mag keine Härte, kein zweikampfbetontes Spiel.“ Dennoch hofft er auf einen 1:0-Erfolg seiner „Seleção“. „Mit einem Unentschieden könnte ich aber auch gut leben.“

"Ich habe richtig Lust auf die EM."José Teixeira

Nachdem José Teixeira, der in seiner Heimat eher ein Basketballer war und nur ein Jahr lang Fußball spielte, zunächst so gar nicht im EM-Stimmung war, hat er mittlerweile Feuer gefangen. „Wegen Corona sind diesmal zwar wesentlich weniger Menschen in Trikots unterwegs oder Autos mit Fähnchen zu sehen, bei mir geht es aber so langsam los. Ich habe richtig Lust auf die EM.“

Das bekamen am vergangenen Dienstag auch seine Arbeitskollegen bei der Evangelischen Jugendhilfe Haus Neuer Kamp in Osnabrück hautnah mit. Denn dort tauchte der Chef, Teixeira ist Geschäftsführer, im Nationaltrikot auf – wie immer an portugiesischen Spieltagen

Den Dress wird José Teixeira selbstverständlich auch am Samstagabend vor dem Fernseher tragen, wenn er die Nationalmannschaft Portugals gegen Deutschland zum zweiten Sieg im zweiten Spiel schreien will.

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