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Eine wilde Achterbahnfahrt der Gefühle

Die Tennisspielerinnen des TV Visbek erleben in der 2. Bundesliga Nord nach ihrem 7:2-Coup in Münster einen achtstündigen 4:5-Krimi in Berlin.

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Druck mit der Vorhand: Visbeks Leonie Möller holte einen Einzelsieg in Münster und verlor in Berlin im Matchtiebreak. Foto: Schikora

Druck mit der Vorhand: Visbeks Leonie Möller holte einen Einzelsieg in Münster und verlor in Berlin im Matchtiebreak. Foto: Schikora

In der Nacht zum Montag um kurz nach eins war der Trip beendet. Eine Münster-Berlin-Tour voller Highlights und Nervenkitzel, eine wilde Achterbahnfahrt der Gefühle. „Es war ein cooles Wochenende“, sagte Barbara Schneider, Kapitänin bei den Tennisspielerinnen des TV Visbek. Hinter der 45-jährigen Teamchefin und ihrer Crew lag ein Doppeleinsatz in der 2. Bundesliga Nord – und der Aufsteiger wird sich noch lange an dieses Wochenende im August 2021 erinnern.

Denn: Dem souveränen 7:2-Erfolg am Freitag beim TC Union Münster, dem ersten Sieg in der 2. Liga, folgte am Sonntag ein achtstündiger (!) Krimi beim TC SSC Berlin, den Visbek hauchdünn mit 4:5 verlor. „Am Ende hat's leider nicht ganz gereicht. Natürlich waren wir im ersten Moment wahnsinnig enttäuscht. Aber wir können trotzdem total zufrieden sein. Sieg in Münster, vier wertvolle Punkte in Berlin – das Wochenende ist sehr gut gelaufen“, sagte Barbara Schneider.

Beim Rückblick auf die XXL-Partie in Berlin-Charlottenburg am Rande des Grunewalds, wo einer der größten Tennisvereine Deutschlands (1500 Mitglieder) seit 1929 beheimatet ist, geriet Barbara Schneider regelrecht ins Schwärmen. „Ein Wahnsinnsspiel“, sagte sie: „Völlig irre, total umkämpft, extrem lang. Ein toller Fight von allen. Jede hat 150 Prozent gegeben, mehr geht nun wirklich nicht.“ Zwischen dem ersten Aufschlag und dem letzten Matchball lagen 7:55 Stunden voller Dramatik und Wendungen – sehr zur Freude der rund 200 Zuschauer; darunter auch ein lautstarkes TVV-Dutzend, das von Klubchef Jürgen Fangmann und „Finanzminister“ Peter Bahlmann angeführt wurde.

Am kommenden Wochenende gibt's zwei Heimspiele

Sie sahen eine erste Einzelrunde, in der Julia Middendorf sehr souverän gewann, während Shaline Pipa in einer „unglaublich engen, intensiven Partie“ (Schneider) im Matchtiebreak siegte, was Leonie Möller nicht ganz gelang. In der zweiten Einzelrunde legte Chiara Tomasetti mit Kampfgeist, Nervenstärke und Leidensfähigkeit ein 7:5, 3:6, 10:5 nach. „Ein Hammerspiel. Der Matchtiebreak war unglaublich“, so Barbara Schneider. Mit einem 3:3 ging es in die Doppel.

Dort holten Natalia Siedliska und Shaline Pipa den vierten Punkt für Visbek, ehe alle Blicke auf den 500 Zuschauer fassenden Center Court gerichtet waren. Es stand mittlerweile 4:4, und das letzte Doppel ging am frühen Abend in den Matchtiebreak. Das TVV-Duo Middendorf/Tomasetti führte bereits mit 4:1, fiel auf 5:9 zurück, wehrte insgesamt fünf Matchbälle ab, um dann doch mit 10:12 zu verlieren. 5:4 für Berlin – das war's. „Schade, wir waren ultra dicht dran“, sagte Barbara Schneider.

Dem Krimi in der Hauptstadt war am Freitag ein überraschend klarer 7:2-Erfolg in Münster vorausgegangen. „Damit hatte keiner gerechnet“, erklärte Barbara Schneider und ergänzte: „Wir haben sehr gut gespielt.“ Natalia Siedliska, Julia Middendorf, Shaline Pipa und Leonie Möller (gegen Andrea Böckmann geb. Sieveke aus Damme/Lutten) sorgten mit vier Zwei-Satz-Siegen für ein 4:2 nach den Einzeln. In den Doppeln spekulierte der TVV auf einen Erfolg für den Gesamtsieg. „Dass wir dann alle drei Doppel gewinnen, war cool. Wir waren sehr happy“, sagte Barbara Schneider. Ein sattes 7:2 – das könnte in der Endabrechnung noch wertvoll sein. Denn: Drei der neun Teams steigen ab.

Beflügelt von den starken Vorstellungen in Münster und Berlin freuen sich die TVV-Damen nun auf den nächsten Doppeleinsatz am kommenden Wochenende. Zwei Heimspiele stehen an – am Freitag um 12.00 Uhr gegen den Bielefelder TTC und am Sonntag um 11.00 Uhr gegen den DTV Hannover. Zwei Chancen, um dem Klassenerhalt ein Stück näherzukommen.

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