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Eine irre Achterbahnfahrt mit einem verrückten Ende

Garrels weibliche Handball-A-Jugend erreicht die Bundesliga. Osnabrück leistet sich in diesem Zusammenhang einen folgenschweren Formfehler.

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Später Grund zur Freude: Zunächst hatte es so ausgesehen, als seien die Handball-A-Juniorinnen des BV Garrel in der Qualifikation zur Bundesliga gescheitert. Letztlich aber profitierte der BVG-Nachwuchs von einem Osnabrücker Formfehler.   Foto: Langosch

Später Grund zur Freude: Zunächst hatte es so ausgesehen, als seien die Handball-A-Juniorinnen des BV Garrel in der Qualifikation zur Bundesliga gescheitert. Letztlich aber profitierte der BVG-Nachwuchs von einem Osnabrücker Formfehler.   Foto: Langosch

Verrückter hätten die Qualifikationspartien zur A-Jugendbundesliga für die Handballmädchen des BV Garrel nicht laufen können. Am vergangenen Mittwoch hatten sie das Hinspiel gegen die HSG Osnabrück in eigener Halle deutlich mit 23:31 verloren (die MT berichtete), am Sonntag holten die Garrelerinnen nach klarem Rückstand noch einen 26:22-Sieg (8:11). Damit hätten sie eigentlich die Gesamtwertung verloren, bis am Abend die Kunde durchdrang, dass der HSG im Hinspiel ein folgenschwerer Fehler unterlaufen war: Osnabrück hatte 17 Akteurinnen in den elektronischen Spielberichtsbogen eingetragen, es waren aber nur 16 zulässig. Folgerichtig wurde die Partie zu Gunsten des BV Garrel gewertet, der damit den Sprung in die Bundesliga geschafft hat.

„Wir haben uns spontan zu einer Feier getroffen“, berichtet Jonas Kettmann, der im Vorjahr noch Coach des Teams gewesen war, den Posten aber inzwischen an Renee Verschuren und Peter Wendeln abgetreten hat. Gleichwohl kontaktierte Jens Schoof, Vizepräsident Spieltechnik im Niedersächsischen Handballverband, Kettmann, um ihn von der aktuellen Entwicklung in Kenntnis zu setzen und zu fragen, ob der BVG die Chance auf die Teilnahme an der Bundesliga wahrnehmen möchte.

Natürlich folgte umgehend das „Ja“, nachdem sportlich der Zug schon abgefahren war. Nach der klaren Niederlage im ersten Aufeinandertreffen hatte es für den BVG im Rückspiel auch nicht gut ausgesehen. Die Begegnung sollte sich aber noch zu einer regelrechten Achterbahnfahrt entwickeln.

HSG hält Führung bis zur Halbzeitpause

Nach verteiltem Beginn machte die HSG aus einem 3:3 ein 6:3 und transportierte diesen Vorsprung von drei Toren bis zur Halbzeitpause. Als die Osnabrückerinnen direkt nach Wiederbeginn ihre Führung zügig auf 14:8 ausbauten, schien die Entscheidung gefallen. Zumal Isabel Gerken nach ihrer zweiten Zeistrafe (33.) frühzeitig vor einer Roten Karte stand.

Aber dann rafften sich die Garrelerinnen zu einer wahren Energieleistung auf. Anstatt die Köpfe hängenzulassen, legten sie nun richtig los. „Die Mädels haben toll gekämpft“, lobte Trainer Peter Wendeln. Es dauerte nicht lang, bis die Gäste den Rückstand aufgeholt hatten. Beim 15:15 zogen sie gleich und gingen beim 19:18 erstmals selbst in Führung. Aber damit gaben sich die BVG-Mädchen nicht zufrieden. Sie holten noch einen Sieg mit vier Toren Differenz heraus. „Das haben wir dann richtig gut gemacht. In der zweiten Halbzeit haben wir das gezeigt, was wir können. Schade, dass uns das nicht schon im ersten Spiel gelungen ist“, meinte Trainer Renee Verschuren.

So hielt sich die Freude in engen Grenzen, weil der Rückstand aus dem Hinspiel nicht wettgemacht worden war. Während die HSG Osnabrück den Einzug in die Bundesliga feierte, traten die Garrelerinnen einigermaßen bedröppelt die Heimreise an – nicht ahnend, dass sich das Blatt noch dramatisch zu ihren Gunsten wenden sollte.

Fünfergruppen stellen sich kommende Woche heraus

Der Modus der Bundesliga ist im Zeichen von Corona geändert worden. Anstatt in Turnierform wird in Einzelbegegnungen gespielt. Die Fünfergruppen werden sich aber erst in der kommenden Woche herausstellen, wenn die letzten Qualifikationsspiele über die Bühne gegangen sind. Die HSG Osnabrück bekommt eine zweite Chance: Am Samstag hat sie gegen den BSV Sachsen Zwickau Heimrecht, das Rückspiel findet einen Tag später in Zwickau statt. Eine „Ochsentour“, die dem BVG nun erspart bleibt.

Die Bundesligarunde beginnt am letzten Septemberwochenende und wird bis zum 12. Oktober durchgezogen.

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