Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

Eine große Chance nach langer Leidenszeit

Basketball-Bundesligist Rasta Vechta hat einen neuen Spielmacher gefunden: Albas Stefan Peno (23) kommt für ein Jahr auf Leihbasis.

Artikel teilen:
Rastas neuer Spielmacher: Stefan Peno kommt auf Leihbasis von Alba Berlin. Foto: dpa

Rastas neuer Spielmacher: Stefan Peno kommt auf Leihbasis von Alba Berlin. Foto: dpa

An den 2. Februar 2019 denkt Stefan Peno nur ungern zurück. Die Schmerzen waren unerträglich, die Sorgen um die Karriere riesengroß. Im Heimspiel von Alba Berlin gegen Bayreuth hatte sich der Spielmacher schwer verletzt, die linke Kniescheibe war rausgesprungen. Es folgte eine lange Leidenszeit, die erst nach einem Jahr, vier Monaten und fünf Tagen endete. Beim Finalturnier der Basketball-Bundesliga in München feierte der Serbe im Juni sein Comeback – und kurz danach mit Alba den Gewinn der Deutschen Meisterschaft. In Berlin, wo Peno bereits seit 2017 spielt, unterschrieb er nun einen neuen Dreijahresvertrag. Im ersten Jahr seines neuen Kontraktes wird Peno allerdings nicht für Alba, sondern für Rasta Vechta auflaufen. Peno, seit Montag 23 Jahre alt, kommt für ein Jahr auf Leihbasis nach Vechta und ist damit Rastas neuer Spielmacher für die BBL-Saison 2020/21.

"Stefan hat mein vollstes Vertrauen und er ist eine riesige Bereicherung für uns."Rastas Coach Thomas Päch über Neuzugang Peno.

„Das ist für uns ein unglaublicher Transfer“, sagt Rastas Trainer Thomas Päch und ergänzt: „Ich bin Alba sehr dankbar, dass sich diese Möglichkeit für uns ergeben hat.“ Rastas neuer Chefcoach hat bereits zwischen 2017 und 2019 mit Peno gearbeitet, als er Co-Trainer in Berlin war. „Stefan ist ein hochtalentierter, ein wirklicher Aufbauspieler, der seine Mitspieler besser macht und das Spiel lesen kann. Stefan hat mein vollstes Vertrauen und er ist eine riesige Bereicherung für uns. Ich freue mich sehr, dass er mit mir den Weg nach Vechta geht“, so Päch: „In der nächsten Saison hat er die Chance, eine Mannschaft auf BBL-Niveau zu führen. Das ist eine neue Herausforderung für ihn, wobei ich mir sicher bin, dass er definitiv dazu in der Lage ist, diese Aufgabe zu meistern.“

Meister mit Alba: Stefan Peno schnappt sich in München das Netz von der Korbanlage. Foto: dpaMeister mit Alba: Stefan Peno schnappt sich in München das Netz von der Korbanlage. Foto: dpa

Der in Belgrad geborene Peno, dessen Eltern aus Serbien (Vater) und Guyana (Mutter) stammen, wechselte 2011 als Jugendlicher in die Talentschmiede des FC Barcelona. Bei den Katalanen blieb er sechs Jahre, Einsätze in der 1. Liga und der EuroLeague inklusive. Im ersten Jahr bei Alba war er gleich Stammspieler (47 Spiele, 17:59 Minuten im Schnitt) und kam dabei auf 5,2 Punkte, 3,6 Assists und 2,2 Rebounds pro Spiel. In der Saison 2018/19 steigerte Peno seine Werte auf 23:54 Minuten, 8,7 Punkte, 6,3 Assists und 4,3 Rebounds – und dann kam die Verletzung. Beim Comeback in München absolvierte der 1,94 m große Guard vier Spiele (13:27 Minuten, 4,8 Punkte, 3,0 Assists).

Alba Berlin verspricht sich von dem Deal mit Rasta, dass Peno nach seiner langen Verletzungspause verstärkt Spielpraxis sammelt. Beim Double-Sieger ist die Konkurrenz auf der Aufbau-Position riesig. Peyton Siva und Jonas Mattisseck sind in der Rotation gesetzt – und mit Maodo Lo vom FC Bayern München und dem uruguayischen Nationalspieler Jayson Granger vom spanischen Meister Baskonia Vitoria holte Alba noch zwei weitere hochkarätige Guards dazu.

"Es ist jetzt wichtig, dass er viel Spielzeit und eine konstante Rolle erhält. In Vechta findet er sehr gute Voraussetzungen dafür."Albas Sportdirektor Himar Ojeda über Stefan Peno und den Deal mit Rasta Vechta.

Albas Sportdirektor Himar Ojeda sagt: „Stefan Peno kam als junger Spieler zu uns und hat sich sehr gut entwickelt. Er hatte großes Pech mit seiner Verletzung, aber beim Finalturnier hat er gezeigt, dass er wieder bereit ist zu spielen. Wir haben seinen Vertrag um drei Jahre verlängert, weil wir großes Vertrauen in Stefan haben. Um wieder komplett in Form zu kommen, ist es jetzt wichtig, dass er viel Spielzeit und eine konstante Rolle erhält. In Vechta findet er sehr gute Voraussetzungen dafür und dazu einen Trainer, der unsere Ideen in der Spielerentwicklung teilt.“

Peno ist Rastas fünfter Neuzugang nach Jordan Barnett, Tim Hasbargen, Dennis Clifford und Björn Rohwer. Das Kapitel Rasta startete er gleich mit einem Scherz. Er freue sich darauf, seine neuen Teamkollegen kennenzulernen, „außer Dennis“, so Peno. Gemeint ist Dennis Clifford. Beide spielten zusammen bei Alba und waren ein eingespieltes Duo. Peno weiß um die Chance, die er nun in Vechta hat. Er werde Tag für Tag hart arbeiten, um besser zu werden. Eine Einstellung, die ihn auch durch die schwere Reha-Zeit brachte. Peno macht auch keinen Hehl daraus, dass die Personalie Päch für ihn sehr wichtig war: „Ich freue mich sehr darüber, wieder mit Thomas arbeiten zu können. Sein Coaching und seine Einstellung gefallen mir einfach sehr. Dass er hier Trainer geworden ist, ist für mich einer der Hauptgründe gewesen, nach Vechta zu kommen – ich freue mich wirklich sehr auf die neue Saison.“


Rastas Kader 2020/21

  • Zugänge: Jordan Barnett (Gießen 46ers), Tim Hasbargen (Ehingen), Dennis Clifford (Delaware Blue), Björn Rohwer (Schalke 04), Stefan Peno (Alba Berlin/Leihe).
  • Aus dem Vorjahr weiter dabei: Philipp Herkenhoff.
  • Abgänge: Trevis Simpson (Gaziantep), Steve Vasturia (Zalgiris Kaunas), Ishmail Wainright (Straßburg), Justin Raffington (Denain-Voltaire), Jaroslaw Zyskowski (Bilbao), Jordan Davis (UCAM Murcia), Max DiLeo (Hamburg Towers), Luc van Slooten (Braunschweig), Michael Kessens (Frankfurt).

Der neue Newsletter für Friesoythe. Immer am Donnerstag das Wichtigste aus der Eisenstadt in ihrem Postfach. So verpassen Sie nichts mehr.  Jetzt hier kostenlos anmelden

Das könnte Sie auch interessieren

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

Eine große Chance nach langer Leidenszeit - OM online