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Ein würdiges Finale - und eine kleine Entschuldigung

Endspurt bei der EM, Endspurt für Oliver Hüsing: In seiner vorletzten EM-Kolumne blickt der Zweitliga-Profi aus Bühren auf das Finale zwischen Italien und England.

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Italien gegen England – ich freue mich sehr auf ein tolles Finale zwischen zwei großen Fußball-Nationen. Dass die beiden Länder bis zum Schluss dabei sind, war vor der EM nicht ganz unwahrscheinlich. Ich hatte sie vorher aber nicht so auf dem Zettel. Es wäre gelogen, wenn ich sagen würde, dass Italien und England vor dem Turnier meine Favoriten waren.

Im Laufe der EM habe ich Italien oft genug thematisiert und erklärt, warum mich diese Mannschaft so begeistert. Die Engländer haben es aber auch verdient, im Finale zu stehen. Sie haben sich im Laufe des Turniers gesteigert. Anfangs standen sie nur stabil und haben die Null gehalten, mittlerweile haben sie aber mehr Offensivgeist entwickelt und spielen erfrischenden Fußball. Harry Kane wird immer besser, und Raheem Sterling ist einfach dieser Unterschiedsspieler. An dieser Stelle möchte ich aber auch kurz festhalten, dass das für mich kein Elfmeter war. Das war sehr bitter für die Dänen.

Dass Italien einen Tag mehr Pause zwischen dem Halbfinale und dem Finale hat, spielt für mich eigentlich keine Rolle. Vielleicht hinten raus, wenn auch das Finale in die Verlängerung gehen würde, könnte es ein Thema sein. Aber erst einmal ist das kein großer Faktor.

Es ist ein Finale, da sind alle voll dabei. Wenn du gewinnst, dann erholst du dich einfach schneller, dann tun die Wehwehchen nicht mehr so weh, als wenn du verloren hast. Und die Engländer spielen zu Hause, mehr Motivation geht nicht. Da spielt es dann keine Rolle, dass sie einen Tag weniger Pause hatten. Bei den Dänen, die nach ihrem Viertelfinale in Baku noch einen Reisetag hatten, war es anders. Das hat man deutlich gesehen. Ab der 60. Minute konnten sie das Tempo der Engländer nicht mehr mitgehen.

Dass sich die Italiener am Sonntag von der Kulisse in Wembley beeindrucken lassen, glaube ich nicht. Sie haben so viele abgezockte Spieler dabei. Ich habe eher das Gefühl, dass sie es geil finden, den Engländern vor ihrer Kulisse noch mal einen reinzuwürgen. Die Italiener werden ihren aggressiven Stil durchziehen und den Engländern auf die Nerven gehen.

In meiner letzten Kolumne hatte ich ja angedeutet, dass es die Spanier von den Halbfinalisten am wenigsten verdient hätten, Europameister zu werden. Das würde ich gerne zurücknehmen. Was sie gegen Italien abgeliefert haben, war große Klasse. Vor allem das Passspiel von Busquets, Pedri und Olmo war unglaublich. Wenn das Profifußballer sind, dann möchte ich mich nicht so bezeichnen. Das ist noch mal ein ganz anderes Regal. Es hat großen Spaß gemacht, den Spaniern zuzuschauen.

Ohnehin war die Qualität der Spiele ab dem Viertelfinale richtig gut, da gab es eigentlich keine Ausnahme. Die Vorrunde fand' ich ja nicht so gut, aber danach wurde es viel besser. Zum Abschluss bekommen wir ein würdiges Finale. Ich bin gespannt, wie es ausgeht. Große Spiele werden häufig durch große Spieler entschieden. Mal sehen, wie es am Sonntag ist. Es wäre doch eine schöne Geschichte, wenn Chiellini per Kopf den Siegtreffer zum 1:0 macht, danach tritt er vor laufender Kamera ab und nimmt den Pokal mit nach Hause – das wäre ein sympathisches letztes Kapitel dieser EM.

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