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Ein Mutmacher in schwierigen Zeiten

Die Showakrobatikgruppen "In Motion" und "Akrolohnikas" haben bei einem Video-Wettbewerb des Deutschen Turner-Bundes mitgemacht. Mit Erfolg. Eine Gruppe schaffte es sogar aufs Siegerpodest.

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„We miss you“: 16 Mitglieder der Showturngruppe „In Motion“ von SFN Vechta zeigen per Videokonferenz, wie sehr sie ihr Publikum vermissen Foto: Wichmann

„We miss you“: 16 Mitglieder der Showturngruppe „In Motion“ von SFN Vechta zeigen per Videokonferenz, wie sehr sie ihr Publikum vermissen Foto: Wichmann

Am Anfang stehen die ausgefallenen Auftritte: Von der Sportlerehrung der Stadt Vechta bis zur Gym for Life Challenge in Portugal – über allen Terminen taucht in großen roten Buchstaben der Schriftzug „Abgesagt“ auf, untermalt von trauriger Klaviermusik. Es folgen Fotos und Videos vom vorsichtigen Neubeginn im ersten Lockdown und sportlichen Challenges im zweiten. Und am Ende präsentieren sechs stolze junge In-Motion-Mütter unter dem Titel „Nachwuchsarbeit“ erst ihre Babybäuche und dann ihre Corona-Babys.

Drei Minuten dauert das Video. Viele Stunden hat Trainerin Bettina Wichmann gebraucht, um die unzähligen Fotos, Videos und Zeitungsartikel zusammenzufügen. Doch die Arbeit hat sich gelohnt. Beim vom Deutschen Turner-Bund (DTB) speziell für die Corona-Zeit initiierten virtuellen Wettbewerb „Showtime 21“ hat die Showakrobatikgruppe „In Motion“ von SFN Vechta mit ihrem Beitrag „One year later – still In Motion“ (Ein Jahr später – immer noch in Bewegung) einen starken dritten Platz unter 26 teilnehmenden Teams aus ganz Deutschland belegt.

Als Lohn winkt den Vechtaerinnen das begehrte Ticket für das Bundesfinale des renommierten Wettbewerbs „Rendezvous der Besten“ im Jahr 2022. „Das stand so in der Ausschreibung. Wenn das klappen würde, das wäre mega“, sagt Bettina Wichmann. Auch die Showgruppe „Akrolohnikas“ von BW Lohne machte bei „Showtime 21“ mit und belegte als Siebter ebenfalls einen Top-Ten-Platz. Bewertet wurden die Videos von einer Fachjury, der Olympia-Teilnehmerin Elisabeth Seitz und den Zuschauern, die die kurzen Filme bei sportdeutschland.tv streamen und dann abstimmen konnten. Über 23 000 Stimmen wurden abgegeben.

Die In-Motion-Mitglieder verfolgten den Livestream gemeinsam in einer Zoom-Konferenz. Und jubelten lautstark, als Moderator Florian Winkler auf Youtube, wenn auch etwas holprig, die Top-Ten verkündete („TV Lohne“, „SFN Berta“). „Wir haben uns riesig gefreut“, berichtete Bettina Wichmann. Besondere Freude löste das Ticket für das „Rendezvous der Besten“ aus: „Sich dafür zu qualifizieren, ist in Niedersachsen extrem schwierig. Hier gibt es 50 Showgruppen, in anderen Bundesländern sind es zum Teil nur zwei oder drei.“

Nach ihrem Online-Erfolg hoffen die Vechtaerinnen jetzt auf weiter sinkende Infektionszahlen, damit bald wieder ein richtiges Training möglich ist. Erste Fernziele gibt es auch schon wieder. Am 19. November tritt In Motion zusammen mit den Poetry-Slam-Veranstaltern Benedikt Feldhaus und Peter Havers beim Theaterprojekt „Grünkohl, Currywurst und große Fresse“ im Vechtaer Metropol auf. An gleicher Stelle soll Ende des Jahres vor Freunden und Unterstützern die neue Show „Kaleidoskop – Formen und Farben“ erstmals vorgeführt werden. Eigentlich hätte sie im April 2020 Premiere haben sollen, doch dann kam Corona. „Wir brauchen noch zwei, drei Monate Training“, sagt Bettina Wichmann. Ganz weit hinten am Horizont tauchen noch zwei weitere Highlights auf: die Welt-Gymnaestrada 2023 in Amsterdam und das in diesem Jahr ausgefallene Deutsche Turnfest in Leipzig, das 2025 nachgeholt werden soll.

Das Turnfest hatten auch die „Akrolohnikas“ fest eingeplant. Trainerin Julia Henze sollte – ebenso wie Christina Rauschmaier und Bettina Wichmann von In Motion – als Choreografin für das Akrobatikbild an der großen Stadiongala in der Red-Bull-Arena mitwirken. Auch die „Akrolohnikas“ sollten dort auftreten – bis die Absage kam.

Um so mehr freuten sich die Lohnerinnen, bei „Showtime 21“ mitmachen zu können. „Uns ging es darum, uns zu zeigen und auch mal wieder das Gefühl zu haben, was Gemeinsames zu machen“, berichtet Julia Henze: „Bei unserem Video war uns wichtig, dass es auch eine Erinnerung für uns ist, wie stark unser Zusammenhalt ist.“ In ihrem Video ließen die Lohnerinnen unter anderem ihre Corona-Wünsche an Luftballons in den Himmel steigen.

Die Platzierung war am Ende Nebensache. „Primär ging es darum, mit dabei zu sein“, sagt Julia Henze. Aber: „Bei 26 Gruppen mit so vielen schönen Videos sind wir stolz auf Platz sieben.“ Auch die Akrolohnikas fiebern der Premiere ihrer neuen Show entgegen. Sie trägt den Titel „Bang Bang“. „Eine Reise in die 20er Jahre im modernen Charleston-Stil“, verrät Julia Henze. Premiere soll beim Rendezvous-Landesentscheid im Herbst sein – so dieser denn stattfindet.

Weitere Termine sind Shows beim Feuerwerk der Turnkunst in Braunschweig (18. September) und Hamburg (22. Januar) sowie die Sportgala Cuxhaven (13. November). Aber auch hier gilt bislang noch der Corona-Zusatz: Alle Angaben ohne Gewähr.

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