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Ein Lohner Tor, aber zwei Matchwinner

Der Fußball-Oberligist ist mit einem 1:0-Sieg gegen Lupo-Martini Wolfsburg in die Oberliga-Meisterrunde gestartet. Kurz nach der Pause musste BWL aber einmal zittern.

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Mit Wucht aufs Tor: Der Lohner Rilind Neziri (links) beim Schuss. Foto: Schikora

Mit Wucht aufs Tor: Der Lohner Rilind Neziri (links) beim Schuss. Foto: Schikora

Es ist schon etwas Besonderes, wenn der Jubel schwerer ist als der Schuss ins Tor. Bei Thorsten Tönnies war es am späten Sonntagnachmittag im Heinz-Dettmer-Stadion so. Zuerst drückte er den Ball nach einem Pfostenschuss von Sandro Heskamp in der 87. Minute aus einem Meter schmucklos zum erlösenden und verdienten 1:0-Treffer über die Linie – und dann setzte er mal wieder zu seinem Flicflac-Jubel an. Nach dem finalen Rückwärtssalto landete er zwar auf dem Hosenboden, aber die Haltungsnoten waren ihm egal. Mit seinem Tor hat er das erste Meisterrunden-Spiel der Oberliga-Fußballer von BW Lohne entschieden. Am Ende stand ein 1:0 (0:0)-Erfolg gegen Union Lupo-Martini Wolfsburg.

Dafür, dass hinten die Null stand, zeichnete aber jemand anderes verantwortlich: Christoph Bollmann. Der Lohner Keeper, der kurz vor der Halbzeitpause länger behandelt werden musste, parierte in der 51. Minute mit einem sensationellen Reflex einen Elfmeter des Wolfsburgers Andrea Rizzo. Bollmann sprang in die rechte Ecke, griff mit dem linken Arm über und lenkte den Ball ins Toraus. Vorausgegangen war ein Heskamp-Handspiel an der Strafraumkante.

„Den hat er überragend gehalten. Das war eine Wahnsinns-Parade“, schwärmte der Lohner Trainer Henning Rießelmann nach dem Schlusspfiff: „Großes Kompliment an Bolli, er hat uns da im Spiel gehalten.“ Lobende Worte fand der Trainer aber nicht nur für seinen Torhüter, sondern auch für das Kollektiv. „Das war ein Sieg der Moral, die Jungs haben alles rausgefeuert. Sie wollten den Sieg.“

Da wurde sein Schuss noch geblockt: Lohnes Siegtorschütze Thorsten Tönnies (rechts) bei einer BWL-Gelegenheit in der ersten Halbzeit. Foto: SchikoraDa wurde sein Schuss noch geblockt: Lohnes Siegtorschütze Thorsten Tönnies (rechts) bei einer BWL-Gelegenheit in der ersten Halbzeit. Foto: Schikora

In der Tat war es so, dass BW Lohne in der zweiten Halbzeit deutlich öfter anrannte als das Team des ältesten Gastarbeiterklubs Deutschlands, der 1962 mithilfe der Sozialabteilung von Volkswagen gegründet wurde und dessen voller Name Unione Sportiva Italiana Lupo Martini Wolfsburg lautet.

Lohnes Winterneuzugang Phil Sarrasch, der vom Heeslinger SC gekommen war, machte auf der linken Seite ein hervorragendes Spiel. Mehrfach kam er mit seinen Tempodribblings durch, aber entweder wurde sein Schuss von Wolfsburgs Keeper Marius Sauss gehalten (63.) oder seine Hereingaben von einem Verteidiger geblockt – so wie in der 69. Minute.

BW Lohne hätte auch schon lange vor Tönnies' Flicflac-Jubel in Führung gehen können – auch bereits im ersten Durchgang. Hier gab es unter anderem gute Chancen für Rilind Neziri (8./40.), Aaron Goldmann (9.) und Christian Düker (45.+2). BWL bestimmte vor 550 Zuschauern das Spiel, wenngleich die Wolfsburger hier und da auch ihre spielerische Klasse aufblitzen ließen. Lohne hatte auch durchaus Glück, dass Rizzo nach einem schönen Spielzug den Querpass von Maurizio Grimaldi verpasste (43.). „Natürlich war Wolfsburg auch immer in den Umschaltmomenten gefährlich. Wenn die den einen oder anderen Konter besser ausspielen, wird's auch noch mal gefährlich für uns“, hielt Rießelmann fest.

Sein Wolfsburger Trainerkollege Giampiero Buonocore zeigte sich nach dem Spiel als fairer Gratulant, er haderte dennoch mit dem Resultat. „Es war ein hart umkämpftes Spiel. Die Episoden waren auf beiden Seiten da, um das Spiel zu gewinnen“, sagte der Ex-Profi, der in seiner Karriere unter anderem für den SSC Neapel spielte. Und weiter: „Lohne hat mehr Spielglück gehabt. Chancen waren auf beiden Seiten da. Man geht enttäuscht nach Hause, aber wir wissen, dass wir gegen einen guten Gegner gespielt haben.“

BWL-Trainer Henning Rießelmann verwies noch darauf, dass seine Mannschaft die personellen Probleme mit viel Courage weggesteckt habe. Wegen Verletzungen und Coronainfektionen hatte es zahlreiche Ausfälle gegeben, während man bei einigen Spielern nicht wusste, wie belastbar sie sind. „Ab der 70. Minute hat Corona auch noch ein bisschen gegrüßt. Da waren die Akkus von meinen Jungs etwas leerer“, stellte der Coach fest, umso mehr freute er sich über den „Willenssieg“.

Und dieser Sieg sorgte dafür, dass Lohnes zweiter Auftritt in der Meisterrunde gleich ein absolutes Topspiel wird: Am Sonntag um 15.00 Uhr ist BWL bei Germania Egestorf-Langreder zu Gast – beim punktgleichen Tabellenführer. Egestorf hätte am Wochenende eigentlich in Heeslingen spielen sollen, aber genau wie bei den restlichen drei Begegnungen in der Meisterrunde verhinderte Corona die Durchführung der Spiele. Somit war BW Lohne der große Gewinner des Wochenendes. Da kann man ruhig mal zum Flicflac ansetzen.


BW Lohne - ULM Wolfsburg 1:0 (0:0)

  • Lohne: Bollmann - Wengerowski, Düker, Oevermann, Sarrasch - Heskamp - Bürkle (90.+1 Selke), Neziri - Goldmann - Bredol (64. Schepp), Tönnies.
  • Wolfsburg: Sauss - Jungk, Dösemeci, Redemann, Schlothauer - Dubiel - Grimaldi (78. Krecklow), Safronow, Rizzi (84. Mertens), Rizzo - Hallmann (46. Konieczny).
  • Tor: 1:0 Tönnies (87.).
  • Zuschauer: 550.
  • Bes. Vorkommnis: Bollmann hält Handelfmeter von Rizzo (51.)
  • Nächstes Spiel: Sonntag (15.00 Uhr) bei Germ. Egestorf-Langreder.

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