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Ein letzter Einsatz, bevor nichts mehr geht

Das Spiel der Vechtaer Drittliga-Handballerinnen gegen Dortmund II soll stattfinden. Ohne Zuschauer, aber mit Livestream.

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Torgefährliche Linkshänderin: Vechtas Neuzugang Lisa Noack (rechts) traf bei der 28:30-Niederlage zum Saisonauftakt in Recklinghausen sechsmal. Foto: Müller

Torgefährliche Linkshänderin: Vechtas Neuzugang Lisa Noack (rechts) traf bei der 28:30-Niederlage zum Saisonauftakt in Recklinghausen sechsmal. Foto: Müller

Wenn am Montag die neuen bundesweiten Corona-Regeln in Kraft treten, gehen wohl auch in der 3. Liga im Handball vorerst die Lichter aus – vorher aber darf an diesem Wochenende noch gespielt werden.

Während bis Donnerstagabend drei der sechs angesetzten Spiele dennoch abgesagt wurden, sagte Kai Freese, Trainer der Damen von SFN Vechta, mit Blick auf das Heimspiel am Samstag (17.30 Uhr) gegen Borussia Dortmund II: „Stand jetzt werden wir spielen.“ Der Deutsche Handballbund (DHB), der für die 3. Ligen zuständig ist, gab dafür grünes Licht: „Wir werden an diesem Wochenende die Spiele wie geplant stattfinden lassen“, teilte Rechtsanwältin Melanie Prell aus dem Bereich Spielbetrieb und Recht beim DHB in einem Schreiben an alle Drittligisten mit. Darin hieß es weiter: „Hinsichtlich der Einordnung der 3. Liga als Profi- oder Amateursport eruieren wir die Lage und melden uns spätestens Anfang nächster Woche dazu.“ Für den Amateursport hatte die Politik am Mittwoch einen Lockdown ab dem 2. November verfügt, während die Profiligen den Spielbetrieb fortsetzen dürfen.

Kai Freese hatte die Informationspolitik des DHB zuvor harsch kritisiert und als „Katastrophe“ bezeichnet. „Der DHB kommuniziert überhaupt nicht, was die 2. und 3. Liga angeht“, beklagte sich der SFN-Coach: „Dabei ist das ja alles Amateursport.“ Der Landesverband HVN hatte dagegen am Mittwoch noch vor den neuen Vorgaben aus der Politik für seine Klassen eine sofortige Aussetzung des Spielbetriebs bis zum Jahresende verkündet.

"Ich gehe davon aus, dass bis Jahresende auch bei uns der Ball ruht."SFN-Trainer Kai Freese

Was die weiteren Aussichten für dieses Jahr angeht, gibt sich auch Freese keinen Illusionen hin. „Ab Montag ruht der Spiel- und Trainingsbetrieb. Das trifft uns natürlich extrem, weil dann wieder die Phase beginnt, wo wir den Übergang schaffen müssen“, sagt er und ergänzt: „Ich glaube nicht, dass wir im Dezember die beiden Spiele, die noch ausstehen, spielen können, wenn wir nur zwei-, dreimal vorher trainieren können, nachdem wir vier Wochen Pause hatten. Ich gehe davon aus, dass bis Jahresende auch bei uns der Ball ruht. Alles andere würde mich wundern und wäre auch absolut unverständlich.“

Auch dass – zumindest in Vechta – alle Spiele vorerst ohne Zuschauer ausgetragen werden müssen, setzt SFN laut Freese arg zu. „Ich weiß nicht, wie viele Vereine das durchstehen werden bei den hohen Kosten, die wir zu tragen haben. Ich hoffe, dass wir das alles überstehen. Aber ich bin da, ehrlich gesagt, nicht so optimistisch.“

Trotz aller Widrigkeiten versuchen sich die Vechtaerinnen nun erst mal auf das zweite Saisonspiel zu konzentrieren und hoffen zwei Wochen nach der ärgerlichen 28:30 (16:14)-Niederlage in Recklinghausen auf den ersten Sieg. Gegner Dortmund, der zum Auftakt 24:23 (7:13) beim BV Garrel gewonnen hatte, verlor zuletzt ebenfalls gegen Recklinghausen (19:26; Halbzeit: 10:10). Da Dortmunds Erstliga-Team schon am Freitag (19.30 Uhr/Eurosport) in Bietigheim spielt, könnten auch Verstärkungen aus dem Bundesliga-Kader mit nach Vechta reisen. Beste Torschützin der jungen BVB-Reserve ist bislang Fiona Adam (Rückraum rechts).


Info: Zuschauer sind am Samstag in der Halle West nicht zugelassen. SFN Vechta bietet aber erstmalig einen kostenlosen Livestream bei Youtube an. Den Link dazu gibt es auf der Homepage www.sfn-vechta.de/handball

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