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Ein langer Trip für den Traum vom Titel

Langbahn-Weltmeisterschaft: Lukas Fienhage aus Brockdorf greift im polnischen Rzeszow nach der Krone.

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Als Spitzenreiter nach Polen: Lukas Fienhage gehört beim Finale der Langbahn-WM zu den Gold-Kandidaten. Foto: Bandy

Als Spitzenreiter nach Polen: Lukas Fienhage gehört beim Finale der Langbahn-WM zu den Gold-Kandidaten. Foto: Bandy

Die letzte Inspektion der Motoren ist abgeschlossen, der Plan für die Anreise ins Karpatenvorland steht, das Hotel ist gebucht und die sportliche Generalprobe lief perfekt. Kurzum: Lukas Fienhage ist bereit für das Finale der Langbahn-Weltmeisterschaft. Im polnischen Rzeszow unweit der Grenzen zur Ukraine und zur Slowakei fällt am Sonntag die Entscheidung, wer neuer WM-Champion wird und damit die Nachfolge des Franzosen Dimitri Berge antritt. Und Fienhage ist einer der Protagonisten im „Stadion Miejski w Rzeszowie“. Anders formuliert: Der 21 Jahre alte Motorradsportler aus Brockdorf ist nach seinem Triumph beim ersten Grand Prix in Morizes/Frankreich der Titelanwärter Nummer eins.

„Ich weiß, dass die Erwartungshaltung groß ist. In den ersten zwei, drei Tagen nach Morizes war der Rummel echt groß. Aber ich bleibe ruhig“, sagt Fienhage und ergänzt mit einer Mischung aus Selbstvertrauen und Gelassenheit: „Ich weiß, was ich kann. Wenn's mit dem WM-Titel klappt, wäre das super. Und wenn nicht: Ich bin jung, ich hab' noch viele Chancen.“

Fienhage, der auf der Langbahn für den AC Vechta und im Speedway für den MSC Cloppenburg sowie den MSC Wittstock fährt, liegt nach seinem Sieg in Morizes mit 25 Punkten vor dem französischen Europameister Mathieu Tresarrieu (22), den beiden Niederländern Romano Hummel (19) und Theo Pijper (17) sowie dem Briten Zach Wajknecht (15). In Polen gibt's die gleiche Punktevergabe für die Top 5 im Tagesfinale (25-22-19-17-15).

Fienhage auf den Spuren von Riss, Barth und Co. 

Fienhage, der vor knapp drei Wochen in Morizes fünf Laufsiege sowie einen zweiten Platz verbuchte, könnte der neunte deutsche Langbahn-Weltmeister nach Egon Müller, Alois Wiesböck, Mark Maier, Gerd Riss, Tom Dunker, Robert Barth, Erik Riss und Martin Smolinski werden.

Das erste Lauf in Rzeszow wird am Sonntag um 17.30 Uhr gestartet, die Entscheidung fällt abends unter Flutlicht. Für Fienhage, der mit Wittstock in der 1. polnischen Speedway-Liga fährt und am vergangenen Sonntag beim Heimrennen ein starkes Punktemaximum verbuchte, ist es eine Premiere in Rzeszow.

Die dortige Bahn, die erstmals seit 2013 wieder im Langbahn-WM-Kalender auftaucht, ist 395 m lang und damit eher eine Speedway- als eine Langbahn. „Ich bin gespannt“, so Fienhage. Die Arena, die auch von Fußball-Zweitligist Resovia Rzeszow genutzt wird, fasst 12 000 Besucher. Fans sind am Sonntag zugelassen. „Ich glaub', 5000 Zuschauer sind erlaubt“, erzählt Fienhage.

Am Freitagabend bricht er zusammen mit seinem Vater Uwe und seinem Mechaniker Burkhard Zoschke auf. 1150 Kilometer sind es bis zur 200 000-Einwohner-Stadt im Südosten Polens. An Bord des Transporters sind zwei Maschinen sowie ein dritter Motor. Die Ankunft ist für Samstagmittag geplant, trainiert wird am Sonntagmorgen.

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