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Ein Fahrplan, aber zwei Meinungen

Der Niedersächsische Fußball-Verband hat sich auf vier Szenarien zum weiteren Verlauf der Saison 2019/20 verständigt. Die Kreisvorsitzenden aus Cloppenburg und Vechta bewerten diese unterschiedlich.

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Das Warten geht weiter: Vafing Jabateh (Mitte), Michael Lohe (rechts) und der BV Essen waren letztmals am 8. März im Einsatz. In der Partie beim Landesliga-Spitzenreiter BW Lohne kassierten sie eine 0:5-Niederlage. Foto: Bettenstaedt

Das Warten geht weiter: Vafing Jabateh (Mitte), Michael Lohe (rechts) und der BV Essen waren letztmals am 8. März im Einsatz. In der Partie beim Landesliga-Spitzenreiter BW Lohne kassierten sie eine 0:5-Niederlage. Foto: Bettenstaedt

Der Vorstand des Niedersächsischen Fußballverbandes (NFV) hat sich am Montagabend bei einer Videokonferenz abermals mit der aktuell aufgrund der Corona-Pandemie unterbrochenen Saison 2019/20 auseinandergesetzt. Dabei verständigten sich die NFV-Präsidiumsmitglieder und die Vorsitzenden der 33 niedersächsischen Fußballkreise – unter ihnen der Cloppenburger „Chef“ Hans-Jürgen Hoffmann und Vechtas Vorsitzender Martin Fischer – auf vier Szenarien, wie im Vorfeld erwartet worden war. Diese drei Abbruch-Varianten sowie die Möglichkeit, die Saison möglichst ab Ende August, Anfang September fortzusetzen und bis spätestens Juni 2021 zu Ende zu bringen, sind das Ergebnis der Bündelung von etlichen Vorschlägen, die den NFV in den vergangenen Wochen erreicht hatten.


  • Szenario 1 – Saisonabbruch mit Auf- und Abstieg nach Quotienten-Regelung (Der Quotient ist das Ergebnis der erreichten Punkte geteilt durch die Anzahl der ausgetragenen Partien).
  • Szenario 2 – Saisonabbruch nach Quotienten-Regelung mit Aufsteigern, aber ohne Absteiger.
  • Szenario 3 – Saisonabbruch durch Annulierung der Serie ohne Auf- und Absteiger.
  • Szenario 4 – Fortsetzung der Spielzeit 2019/20 mit einem flexiblen Saisonende bis spätestens 30. Juni 2021.

Bei einem außerordentlichen Verbandstag (siehe auch Faktenkasten) soll schließlich entschieden werden, wie genau es weitergeht. „Aufgrund der Dringlichkeit haben wir uns dazu entschlossen, die in der Satzung vorgesehene Antrags- und Ladungsfrist von zehn Wochen zu verkürzen. Bis zum 27. Juni wollen wir den Verbandstag spätestens durchgeführt haben“, so NFV-Präsident Günter Distelrath.

Darüber hinaus einigte sich der Verbandsvorstand am Montagabend darauf, jene vier Varianten nun den Vereinen vorzustellen, um sich mit den Klubvertretern auszutauschen. Hierfür werden am kommenden Samstag, 16. Mai, gemeinsame Webinare (via Internet stattfindende Seminare) für die Bezirke Hannover/Braunschweig und Weser-Ems/Lüneburg abgehalten.

„Im Kontext der am 6. Mai von der Bundesregierung verkündeten weiteren Reduzierungen der Corona-Beschränkungen und insbesondere mit Blick auf die durch die Landesregierung für den Sport in Niedersachsen geltenden Lockerungen zum Trainingsbetrieb unter Beachtung der Distanz- und Hygienevorschriften halten wir diesen Schritt für sinnvoll und notwendig“, so Distelrath weiter.

Hans-Jürgen HoffmannHans-Jürgen Hoffmann

Hans-Jürgen Hoffmann zeigte sich nach der Videokonferenz am Montagabend zufrieden. „Nach einem langen, intensiven und guten Austausch in den vergangenen Wochen ist es nun auf diese vier Möglichkeiten hinausgelaufen. Den Fahrplan, den wir nun haben, finde ich gut“, so Hoffmann.

Wenn der CLP-Vorsitzende Ende Juni beim außerordentlichen Verbandstag seine Stimme abgibt, wird er sich wohl für Szenario Nummer eins entscheiden. „Meiner Meinung nach ist ein Abbruch der Saison nach der Quotienten-Regelung mit Auf- und Absteigern die beste Lösung.“

Für Klubs, die dem NFV vorwerfen, die Entscheidung immer länger hinauszuschieben, bringt er Verständnis auf, sagt aber auch: „Immerhin wissen wir vor dem eigentlichen Saisonende mit Stichtag 30. Juni Bescheid. Meiner Meinung nach ist es unter anderem auch gut, dass der DFB seinen Bundestag vor unserem Verbandstag abhält“, sagt Hans-Jürgen Hoffmann.

Martin FischerMartin Fischer

Sein VEC-Pendant Martin Fischer hat unterdessen den Eindruck, dass der NFV  beim Umgang mit der unterbrochenen Saison auf der Stelle tritt - und das ärgert ihn. Der Vorsitzende des Kreisverbandes Vechta sagte am Dienstag: „Wir haben am Montagabend drei Stunden lang diskutiert und sind keinen Schritt weiter.“ Und der Langenberger ergänzte: „Ich bin maßlos enttäuscht, wir drehen uns im Kreis.“

Über die zwei Internet-Seminare am Samstag sagte Fischer:  „Die Idee ist grundsätzlich gut, aber sie kommt viel zu spät. Das hätte man schon vor drei Wochen machen müssen.“ Für Mittwochabend bittet Fischer die VEC-Vereine zu einer Telefonkonferenz. 


Fakten:

  • In der Satzung des Niedersächsischen Fußballverbandes (NFV) heißt es unter § 20, dass „außerordentliche Verbandstage vom Präsidium einberufen werden können, wenn ein dringender Grund vorliegt“. Die Einberufung soll voraussichtlich am 22. Mai vollzogen werden.
  • Der Verbandstag setzt sich aus 200 Delegierten der Mitglieder aus den Kreisen, den Mitgliedern des NFV-Vorstandes, je drei Delegierten der Bezirke sowie den Delegierten der Vereine, deren Mannschaften gemäß der letzten Bestandserhebung in den Spielklassen (Herren/Frauen) von der Oberliga Niedersachsen aufwärts spielen, zusammen.
  •  Es wird in diesem Zusammenhang erwartet, dass auf dem außerordentlichen Bundestag des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), der am Montag, 25. Mai, veranstaltet wird, Beschlüsse gefasst werden, die direkte und indirekte Auswirkungen auf die Entscheidungen in Niedersachsen haben könnten.

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