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Ein erster Doppelpack für den Neuanfang

Rasta Vechta präsentiert zwei Neuzugänge: Jordan Barnett kommt aus Gießen, Tim Hasbargen aus Ehingen. Den Poker um Max DiLeo wird Rasta wohl verlieren.

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Neuzugang in der Defense: Jordan Barnett (links) im Trikot der Gießen 46ers gegen Vechtas Steve Vasturia – eine Szene aus Rastas letztem Heimspiel vor der Corona-Zwangspause. Foto: Schikora

Neuzugang in der Defense: Jordan Barnett (links) im Trikot der Gießen 46ers gegen Vechtas Steve Vasturia – eine Szene aus Rastas letztem Heimspiel vor der Corona-Zwangspause. Foto: Schikora

Der neue Coach steht seit drei Wochen fest, der neue Co-Trainer seit gut einer Woche – und nun sind auch die ersten neuen Spieler fix: Rasta Vechta hat in Jordan Barnett und Tim Hasbargen die ersten zwei Neuzugänge für die Saison 2020/21 verpflichtet. Das gab der heimische Basketball-Bundesligist am Mittwochnachmittag bekannt. Flügelspieler Barnett wechselt vom BBL-Konkurrenten Gießen 46ers an die Pariser Straße, während Aufbauspieler Hasbargen in den letzten zwei Jahren für das Team Ehingen/Urspring in der 2. Liga ProA spielte. Beide Neuzugänge sind 24 Jahre alt und erhielten einen Zweijahresvertrag.

„Ich bin sehr froh, dass sich Jordan und Tim für uns entschieden haben“, meinte Rastas neuer Coach Thomas Päch, der zusammen mit seinem „Co“ Arne Woltmann am Personalpuzzle für Rastas fünfte BBL-Saison bastelt. Es sei in den letzten drei Wochen „sehr mühsam“ gewesen, sich auf dem durch die Coronavirus-Krise stark veränderten Transfermarkt einen ersten Überblick zu verschaffen. „Es hat ein bisschen gedauert, alle Faktoren aufzuarbeiten“, sagte Päch. Nun sei er froh, dass mit Barnett und Hasbargen ein Anfang gemacht wurde.

Aus dem Kader der Vorsaison hat nur Philipp Herkenhoff noch einen Vertrag. In Trevis Simpson (Gaziantep), Steve Vasturia (Zalgiris Kaunas), Ishmail Wainright (Straßburg), Justin Raffington (Denain-Voltaire) und Jaroslaw Zyskowski (Bilbao) haben fünf Spieler aus Rastas 19/20-Aufgebot bereits einen neuen Klub gefunden.

"Er passt perfekt zu dem, was ich machen möchte."Rastas Coach Thomas Päch über Neuzugang Jordan Barnett

Barnett, 2,01 m groß, 98 kg schwer und am 31. Dezember 1995 in St. Louis/Missouri geboren, absolvierte in der vergangenen Saison 18 Spiele für Gießen und kam dabei im Schnitt auf 9,7 Punkte und 3,1 Rebounds. „Er passt perfekt zu dem, was ich machen möchte“, sagte Päch und sprach von einer „wichtigen Personalie für uns“. Der Coach schwärmte von Barnetts Athletik, seinem „starken Zug zum Korb“ sowie „unglaublich hohen Trefferquoten während seiner gesamten Karriere“. Barnett sorge im künftigen Team für „viel Variabilität auf den beiden Flügelpositionen“, so Päch.

Barnett berichtete derweil von „guten Gesprächen“ und einer gleichen Wellenlänge. „Ich denke, dass die Dinge gut funktionieren werden“, sagte der Amerikaner. Auf die Frage, ob Barnett als Nachfolger von Topscorer Simpson zu sehen sei, antwortete der Coach: „Ich möchte nicht von Nachfolgern sprechen. Das neue Team ist ein anderes als das alte.“

In diesem neuen Team ist Tim Hasbargen eine „wichtige deutsche Personalie“, so Päch, der den zuletzt effektivsten Ehinger aus seiner Zeit beim DBB kennt, als er den Jahrgang 1996 betreute: „Tim hat jetzt zwei sehr gute Jahre in der ProA hinter sich und sich kontinuierlich weiterentwickelt“, sagte Päch über den Shooting Guard. Hasbargen, ein gebürtiger Münchner, der aus der Jugend des FC Bayern stammt, sei „sehr hungrig“, „sehr ehrgeizig“ und „bereit für die 1. Liga und eine gute Rolle bei uns“. Und: Hasbargen, der zwischen 2014 und 2018 in den USA für die Cleveland State University und das Babson College spielte, habe in seiner jungen Karriere schon viel Verantwortung gehabt. Für Ehingen absolvierte er 55 ProA-Spiele (27 Minuten pro Partie) und kam dabei im Schnitt auf 10,6 Punkte, 3,3 Rebounds und 3,0 Assists pro Spiel.

Neu bei Rasta: Tim Hasbargen vom Team EhingenUrspring. Foto: ProANeu bei Rasta: Tim Hasbargen vom Team Ehingen/Urspring. Foto: ProA

Der frühere U-18- und A2-Nationalspieler, dem auch andere Angebote aus der BBL vorlagen, kennt sich in Vechta bereits aus. Vor dem BBL-Finalturnier in München trainierte er drei Wochen lang bei Rasta mit. „Dass ich den Klub und die Strukturen bereits kennengelernt habe, war sicherlich ein Faktor, der für Rasta gesprochen hat“, sagte Hasbargen, der als Münchner auch einen kleinen Bezug zum hohen Norden hat – sein Opa ist in Aurich geboren und in Sande aufgewachsen. Von Pächs Spielidee ist er überzeugt: „In Vechta will ich den nächsten Schritt gehen. Ich fühle mich bereit für die BBL.“

DiLeo wird mit Hamburg in Verbindung gebracht

Abseits der Neuzugänge deutet einiges daraufhin, dass Rasta den Poker um Max DiLeo wohl verliert. Es verdichten sich die Anzeichen, dass der Amerikaner mit deutschem Pass, der sich in den letzten zwei Jahren als „Verteidigungsminister“ in die Herzen der Rasta-Fans gekämpft hat, seinen bisherigen Coach Pedro Calles zu den Hamburg Towers begleitet. Angesprochen auf entsprechende Meldungen in Internetforen, sagte Päch, dass sich Rasta mit seinem Angebot für DiLeo bis zur Decke gestreckt habe, eventuell aber einsehen müsse, dass das nicht reicht. Und wie sieht's mit Josh Young aus? Kann der Kapitän gehalten werden? „Wir sind nach wie vor in einem engen Austausch“, sagte Päch. Es sei viel Geduld nötig.

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