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Ein Dreckssieg wäre eine saubere Sache

In der Fußball-Landesliga Staffel 2 steigt am Sonntag das Gemeindederby zwischen GW Mühlen und Falke Steinfeld. Ein Spiel mit einer besonderen Brisanz.

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Neeeeeiiiiin! Kein Abseits! Mühlens Leo Westermann gegen Holthausen. Foto: Wenzel

Neeeeeiiiiin! Kein Abseits! Mühlens Leo Westermann gegen Holthausen. Foto: Wenzel

Als Spieler hat Andreas Hinrichs schon diverse Derbys miterlebt – egal, ob für BW Lohne oder den VfL Oythe, für RW Visbek oder Falke Steinfeld. Als Trainer des Fußball-Landesligisten GW Mühlen blickt er bislang nur auf ein VEC-Duell zurück – auf das 0:1 gegen den TV Dinklage Mitte August. Am Sonntagnachmittag folgt nun Derby Nummer zwei – und es ist das Duell, das rund um den Ondruper Berg für reichlich Gesprächsstoff sorgt. Denn: Falke Steinfeld, der Nachbar und Gemeinderivale, aber auch Partner in der Jugend-SG, läuft um 15.00 Uhr in Mühlen auf. „Mir war schon klar, dass dieses Spiel eine gewisse Brisanz hat. Aber dass das Thema so einnehmend sein kann, hätte ich nicht gedacht“, sagt Hinrichs und ergänzt noch: „In Mühlen wird dieses Derby richtig gelebt – und in Steinfeld ist es ja nicht anders.“

Letzteres kann Artur Zimmermann als Coach der Steinfelder nur bestätigen. „Vor allem für die älteren Falken ist dieses Spiel immer noch mehr wert als jedes andere“, sagt er. Auch in seinem Team sei das Derby seit zwei, drei Wochen das Topthema. „Es gibt für einen Sieg zwar auch nur drei Punkte“, so Zimmermann, „aber man hat schon das Gefühl, dass alle richtig heiß sind.“

Mühlen gegen Steinfeld – coronabedingt gab's dieses Duell in der Landesliga in den vergangenen zwei Spielzeiten nur zwei- statt viermal. Vor einem Jahr, am 11. Oktober 2020, siegte Falke daheim mit 2:0. Paul Kosenkow und Mazlum Sünün trafen für Steinfeld. Ein Jahr zuvor, am 31. Oktober 2019, hatte Mühlen zu Hause durch ein Tor von Jonas Pöhlking mit 1:0 die Oberhand behalten. Für Mühlen war es damals ein Befreiungsschlag nach zuvor fünf Pleiten in Serie und einem Pokal-K.o. in Hage. Mühlens Coach Ingo Soremba sagte danach: „Es war ein schmutziger Sieg, ein Dreckssieg, aber den nehmen wir gerne mit.“

Viele Fragezeichen auf beiden Seiten

Hinrichs und Zimmermann, von 2012 bis 2014 Teamkollegen bei Falke unter Coach Carsten Schubert, könnten am Sonntag mit einem schmutzigen Sieg auch gut leben. Für Mühlen wäre ein Derbysieg die „richtige Antwort“ (Hinrichs) auf die 0:7-Packung in Melle, für Steinfeld wäre indes ein Dreier beim Nachbarn eine wertvolle Bestätigung des jüngsten 3:0 gegen Union Lohne, dem fünf Niederlagen in Serie vorausgegangen waren. „Jetzt nachzulegen, wäre sehr wichtig“, so Zimmermann mit Blick auf die Tabelle und den Kampf um den Klassenerhalt. Der Falke-Coach ist gespannt, ob die kleinen Veränderungen im Defensivverhalten auch im Derby greifen. Steinfeld hatte vor dem Lohne-Spiel mit einer gewissen Konteranfälligkeit zu kämpfen.

Mühlen hat unterdessen beim Training am Dienstag versucht, die höchste Landesliga-Pleite seit dem Aufstieg 2018 aufzuarbeiten. „Klar, wir waren personell geschwächt. Aber so dürfen wir uns nicht präsentieren. Nach dem 0:4 haben wir die Gegenwehr ja eingestellt, das darf nicht passieren“, so Hinrichs. Und weiter: „Wir haben uns den guten Lauf, den wir hatten, zerschießen lassen.“ Nun sei es wichtig, den Worten auch Taten folgen zu lassen. Hinrichs hofft, dass sein Team, das mit nur acht Gelben Karten die Nummer eins der Fairnesstabelle ist, auch eine gewisse Robustheit und Härte an den Tag legt. In Melle sei man phasenweise „zu brav“ gewesen.

Zum Personal: Für Mühlens Patrick Albers kommt das Derby zu früh, er fällt weiter aus. Bei Vincent von Lehmden und Nico Files sind die Fragezeichen groß. „Vielleicht schafft's ja einer“, so Hinrichs. Immerhin: Abwehrchef Markus Stukenborg ist nach seiner Handverletzung wieder dabei. „Das ist wichtig für unsere Stabilität“, so Hinrichs. Kollege Zimmermann hat auch ein paar Fragezeichen im Angebot: Paul Kosenkow, Maxim Repinetchii und Georges Arthur Baya Baya sind angeschlagen.

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