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Ein Derby als Duell der krassen Gegensätze

Rasta Vechta erwartet am Mittwoch um 19.00 Uhr die EWE Baskets Oldenburg und hofft auf einen 110-Prozent-Abend.

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Gleich geht's los: Rastas Neuzugang Ikenna Iroegbu (rechts) und Kapitän Josh Young im letzten Heimspiel gegen Crailsheim. Am Mittwoch gastiert Oldenburg in Vechta. Foto: Schikora

Gleich geht's los: Rastas Neuzugang Ikenna Iroegbu (rechts) und Kapitän Josh Young im letzten Heimspiel gegen Crailsheim. Am Mittwoch gastiert Oldenburg in Vechta. Foto: Schikora

Der Blick auf die Tabelle der BBL ist ernüchternd, das Selbstvertrauen ist angesichts von 0:18 Punkten nicht gerade ausgeprägt, die siegreiche Kellerkonkurrenz hat den Druck erhöht – und ausgerechnet jetzt geht's gegen den personell stark aufgestellten und obendrein noch blendend aufgelegten Nachbarn. Keine Frage: Die Basketballer von Rasta Vechta sind in diesen Tagen nicht zu beneiden. Am Mittwoch (30. Dezember, 19.00 Uhr) unternimmt der heimische Bundesligist seinen zehnten Versuch, den ersten Saisonsieg zu landen. Ein schweres Unterfangen, denn es geht gegen die EWE Baskets Oldenburg, die mit sieben Siegen aus neun Partien mal wieder oben mitmischen.

Vechta gegen Oldenburg – ohne Corona würde der rappelvolle Rasta-Dome brodeln, mit 300 Gäste-Fans in Block E und im Stehplatzbereich und über 2800 Rasta-Anhängern, die auf einen Paukenschlag hoffen. Die Pandemie-Gegenwart sieht anders aus, die Tribünen sind weiterhin leer, Rasta muss die Energie für einen Coup schon selbst aufbringen. „Wir müssen bereit sein, um jeden Zentimeter zu kämpfen“, erklärt Kapitän Josh Young und ergänzt mit Blick auf den großen Nachbarn: „Wir kennen uns alle über die Jahre und aus den Vorbereitungsspielen. Wir müssen von der ersten Sekunde an 110 Prozent geben, und das dann über 40 Minuten.“ Young weiß natürlich auch: Leichter gesagt als getan, erst recht mit der Bürde des miesen Saisonstarts.

Rastas Trainer Thomas Päch sagt vor dem Duell der krassen Gegensätze: „Die Intensität und die Aggressivität, die wir hier im Training erleben, die müssen wir auch im Spiel aufs Parkett bekommen. Es reichen eben nicht sechs gute Minuten in einem Viertel, um eine Siegchance zu haben – wir müssen immer Vollgas gehen.“ Rastas Coach selbst muss vor dem Sprungball noch die Entscheidung treffen, welcher ausländische Spieler diesmal aussetzt. Zuletzt gegen Crailsheim hatte es Jordan Barnett erwischt.

Oldenburg hat sechs der acht BBL-Duelle gewonnen

Neuzugang Ikenna Iroegbu hat inzwischen weitere Trainingseinheiten mit dem Team absolviert und dürfte besser integriert sein als bei seinem Debüt am Sonntag, als er 13 Punkte machte, von jenseits der Dreier-Linie jedoch übermotiviert und glücklos (0/5) agierte. „Man hat aber gesehen, dass Ike uns etwas geben kann“, so Päch über den nigerianischen Nationalspieler, der es am Mittwochabend in der Verteidigung mit Top-Guards wie Phil Pressey, Keith Hornsby oder Braydon Hobbs zu tun bekommt.

Rasta und der Meister von 2009 stehen sich zum neunten Mal in der BBL gegenüber, Oldenburg hat sechs der bislang acht Duelle gewonnen. In der laufenden Saison gab's auch drei Testspiele, zwei in der Preseason sowie ein auf 4x8 Minuten verkürztes Match in der Länderspielpause Ende November; alle drei Spiele verlor Rasta (88:93, 69:101, 60:70).

Die EWE Baskets Oldenburg, kurz vor Weihnachten 100:95-Sieger gegen Bayern München, absolvieren rund um die Feiertage und den Jahreswechsel eine Tour quer durch das Land. Die Partie in Vechta ist das dritte von vier Auswärtsspielen in Serie. In Göttingen (89:73) und in Ulm (89:86) waren Rickey Paulding und Co. bereits erfolgreich, und nach dem Derby in Vechta geht's am 3. Januar nach Bamberg.

Oldenburgs Angriffsmaschine ist mal wieder bestens geölt, mit 95,2 Punkten pro Partie sind die „Donnervögel“ das Maß aller Dinge, was die Offense angeht. Vechta ist hier Vorletzter (77,0). Und Oldenburgs BBL-Legende Paulding, der seinen x-ten Frühling erlebt und gerade so spielt, als sei er 28 und nicht 38, gehört mit 17,4 Punkten pro Spiel zu den Top 5 der Liga.

„Wir dürfen unsere Spannung nicht verlieren und wollen für Vechta nicht der Wendepunkt ihrer Saison werden.“Oldenburgs Trainer Mladen Drijencic vor dem Spiel in Vechta.

Neben Paulding punkten auch Hornsby (12,7), Nathan Boothe (12,6) und Rasid Mahalbasic (11,0) zweistellig im Schnitt. Und dann wären da auch noch der Ex-Crailsheimer Sebastian Herrera (8,6), Pressey (8,3), Hobbs (7,2) sowie Martin Breunig (7,2), den Päch noch aus seiner Bonn-Zeit kennt. Rastas Coach sagt: „Die Oldenburger haben eine unglaubliche Qualität in der Offense und können darüber ein Spiel in kürzester Zeit für sich entscheiden.“

Oldenburgs Trainer Mladen Drijencic warnt unterdessen sein Team davor, den Tabellenletzten auf die leichte Schulter zu nehmen: „Vechta ist stärker als der Tabellenplatz und arbeitet mit Hochtouren am ersten Sieg. Das ist nach den drei Siegen zuletzt für uns eine gefährliche Situation. Wir dürfen unsere Spannung nicht verlieren und wollen für Vechta nicht der Wendepunkt ihrer Saison werden.“

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