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Ein bisschen Ruhe nach einer stressigen Zeit

Die Dinklager Handball-Torfrau Madita Kohorst fühlt sich bei ihrem neuen Verein Borussia Dortmund wohl. Zurzeit genießt sie erst mal die WM-Pause.

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Gefragte Frau: Madita Kohorst wird beim BVB-Gastspiel bei ihrem Ex-Klub TuS Metzingen Anfang November vom Reporter eines lokalen Senders interviewt. Dortmund gewann die Partie mit 28:20 – auch dank Madita Kohorst. Fotos: Wolfgang Stummbillig

Gefragte Frau: Madita Kohorst wird beim BVB-Gastspiel bei ihrem Ex-Klub TuS Metzingen Anfang November vom Reporter eines lokalen Senders interviewt. Dortmund gewann die Partie mit 28:20 – auch dank Madita Kohorst. Fotos: Wolfgang Stummbillig

Madita Kohorst erlebt gerade einige ruhige Wochen, und mit Corona hat das ausnahmsweise nichts zu tun. Wegen der Weltmeisterschaft in Spanien (1. bis 19. Dezember) ruht in der Handball-Bundesliga und in der Champions League der Spielbetrieb. Erst nach Weihnachten bestreitet die Dinklagerin mit ihrem Klub Borussia Dortmund das nächste Punktspiel – am 29. Dezember geht es zur HSG Blomberg-Lippe.

Madita Kohorst genießt die ungewohnte Ruhe, auch wenn das Training natürlich weitergeht. „Es ist auch mal ganz schön, ein bisschen runterzukommen und kleinere Sachen auszukurieren“, sagt die 25-Jährige. Auch das Weihnachtsfest im Kreise der Familie in Wulfenau dürfte in diesem Jahr entspannter ausfallen. Schließlich wird diesmal nicht wie sonst am 2. Weihnachtstag gespielt.

Die Dinklagerin hat sich die Auszeit mehr als verdient. Hinter ihr liegt ein anstrengendes halbes Jahr. Im Sommer wechselte die Torfrau von der TuS Metzingen zum Deutschen Meister nach Dortmund, wo sie jetzt mit der Niederländerin Yara ten Holte (22) das Torhütergespann bildet. Zuletzt absolvierte der BVB 18 Pflichtspiele innerhalb von drei Monaten.

Besonders die Auftritte in der Champions League haben sie beeindruckt

Ihre Zwischenbilanz fällt positiv aus. „Wir können uns nicht beschweren“, findet Madita Kohorst: „In der Bundesliga sind wir ungeschlagen. In der Champions League haben wir mehr Punkte, als man zu diesem Zeitpunkt erwarten konnte. Und im Pokal stehen wir im Viertelfinale – wo wir jetzt mit Bietigheim allerdings einen schweren Gegner erwischt haben.“ Die Dinklagerin findet: „Wir haben alle Ziele erfüllt, die wir uns bis Weihnachten gesetzt hatten. Nach dem großen Umbruch in der Mannschaft und angesichts unseres Verletzungspechs hat damit keiner gerechnet.“

Auch mit ihrer persönlichen Bilanz ist sie zufrieden, auch wenn die Einsatzzeiten unter Trainer André Fuhr teilweise schwankten: „Aber grundsätzlich kann sich keine von uns beklagen.“

Auch die Zusammenarbeit mit Yara ten Holte „funktioniert ganz gut“, sagt die Dinklagerin: „Wir haben ganz unterschiedliche Stärken und können voneinander lernen. Yara ist eher klein und springt weit raus. Ich bin größer, bleibe eher stehen und warte länger.“

Seit dem Saisonstart Anfang September bestritt Madita Kohorst mit dem BVB je acht Spiele in der Bundesliga (alle gewonnen) und in der Champions League (3 Siege, 1 Unentschieden, 4 Niederlagen) sowie zwei im Pokal. Besonders die Auftritte in der Königsklasse (mit Reisen nach Russland, Montenegro und Dänemark) haben die Lehramtsstudentin beeindruckt. „Das ist noch mal was ganz anderes“, sagt sie: „Von der Qualität der Spielerinnen, der Geschwindigkeit, der Körperlichkeit.“

Im Champions-League-Einsatz: Madita Kohorst beim Heimspiel gegen Team Esbjerg aus Dänemark (29:32).Im Champions-League-Einsatz: Madita Kohorst beim Heimspiel gegen Team Esbjerg aus Dänemark (29:32).

Neben dem 25:25 zum Auftakt gegen Ferencvaros Budapest („Da durfte ich gleich beginnen“) und einem 24-Stunden-Trip nach Rostow am Don ist ihr vor allem der 38:14-Rekordsieg gegen Podravka Vegeta aus Kroatien in Erinnerung geblieben.

Aber auch an den 28:20-Sieg bei ihrem Ex-Klub Metzingen denkt sie gerne zurück. „Da hatte ich das Glück, dass ich gleich zu Beginn einen Siebenmeter und einen Gegenstoß gehalten habe. Dann ist man sofort drin im Spiel.“

In der Liga gegen Leverkusen und im Pokal in Blomberg kam der BVB zudem nach hohen Rückständen zurück – was laut Madita Kohorst für den Charakter der Mannschaft spricht.

„Ich bekomme sehr viel mehr Besuch als in Metzingen. Irgendeiner aus der Familie ist eigentlich immer da.“Madita Kohorst

„Ich fühle mich hier wirklich wohl“, sagt sie. Das hat auch mit der Nähe zur Heimat zu tun. „Ich bekomme sehr viel mehr Besuch als in Metzingen. Irgendeiner aus der Familie ist eigentlich immer da“, sagt sie.

Nebenbei kann sie an der Uni Bochum ihr Masterstudium (Bio und Deutsch) vorantreiben. Und auch privat fühlen sich Madita Kohorst und ihr Freund Marius Wendeln im Revier wohl. „In Dortmund ist schon mehr los als in Metzingen“, sagt sie. Auch bei Heimspielen der BVB-Fußballer hat sie schon vorbeigeschaut.

In der Champions League hofft Dortmund auf den Einzug ins Achtelfinale

In Dortmund hat die Dinklagerin noch einen Vertrag bis 2023. Dass die BVB-Mitglieder mit der Zustimmung zu einer Umlage die Zukunft des Profi-Handballs im BVB gesichert haben, hat Madita Kohorst gefreut. Auch wenn sie sich keine großen Sorgen gemacht hat. „Dr. Rauball und Herr Watzke waren ja dafür. Und ansonsten wären wir ausgelagert worden“, sagt sie.

Jetzt genießt sie erst mal die spielfreie Zeit. Nach der Weihnachtspause wird es schnell wieder stressig. Auf die Partie in Blomberg am 29. Dezember folgt am 2. Januar das Bundesliga-Topspiel beim Titelfavoriten SG Bietigheim (beide 16:0 Punkte). Auch in der Champions League geht es im Januar weiter. „Da würden wir schon gerne ins Achtelfinale kommen“, sagt Madita Kohorst. Dafür müsste Dortmund in der Achtergruppe einen der Plätze 3 bis 6 belegen. Derzeit ist der BVB Sechster.

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