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Ehrgeizige Ziele auf und neben dem Platz

Außen vor: In einer Serie rückt OM online ehrenamtliche Mitarbeiter heimischer Sportvereine in den Vordergrund. Heute Ansgar Brune von BS Vörden.

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Stammplatz: Ansgar Brune hütete mit kurzen Unterbrechungen rund 20 Jahre das Tor von BS Vörden. Foto: Brune

Stammplatz: Ansgar Brune hütete mit kurzen Unterbrechungen rund 20 Jahre das Tor von BS Vörden. Foto: Brune

Die Knochen spielen nicht mehr mit. Wie das häufig so ist mit fortschreitendem Alter. Für die dritte Halbzeit reicht's aber noch. So ähnlich klingt das bei Ansgar Brune, 3. Vorsitzender bei BS Vörden und seit 1979 Vereinsmitglied. Nach rund 20 Jahren aktiver Zeit bei den 1. Herren könnte sich der mittlerweile 49-Jährige entspannt mit einem Bier auf die Tribüne setzen. Tut er aber nicht. Und die Feststellung mit der dritten Halbzeit vermittelt er auch eher mit einem Augenzwinkern.

Es gibt viel zu tun bei BS Vörden derzeit. Der Umbau des Sportlerheims steht an, in dieser Woche wurde das Baugerüst aufgestellt. „Kernsanierung“, erklärt Ansgar Brune. Zusammen mit den Kollegen aus dem Vorstand und dem Bauausschuss koordiniert er die Umbauarbeiten. Gespräche mit Planungsbüros und der Gemeinde stehen auf der Tagesordnung. In zwei Jahren soll alles fertig sein. Das Vördener Sportlerheim ist 20 Jahre jünger als Brune, aber dennoch restaurationsbedürftiger als seine Knochen. 1989/90 wurde die Klause erbaut, Ansgar Brune ist Jahrgang 1970. Weiterhin kümmert sich der 49-Jährige als Teil des Orgateams um Arbeitseinsätze und hält Kontakt zum Landessportbund Niedersachsen. „Irgendwo ist man Mädchen für alles“, sagt Brune.

Mit neun Jahren schnürte er das erste Mal die Fußballschuhe für den Verein, damals in der E-Jugend. Er durchlief danach den kompletten weiteren Jugendbereich, wechselte zu den Herren und war 1994 Kapitän der ersten Mannschaft. Seine Position? Torwart. Und sein Highlight? Ein dreiwöchiger Mannschafts-Trip in die USA im Jahr 1996, bei dem eine Kooperation mit dem Kolping Soccer Team aus Cincinnati aufgebaut wurde. Untergekommen bei amerikanischen Familien, „haben wir den American Way of Life kennengelernt“, blickt Ansgar Brune gerne zurück. Innerhalb von drei Wochen standen zudem einige Testspiele auf dem Programm, dazu zählte auch ein Duell gegen die Deutsche Botschaft in Washington. Die Kontakte in die Staaten bestehen noch heute, im Jahr 2021 ist eine erneute Reise der aktiven Spieler aus dem Herrenbereich über den großen Teich geplant – exakt 25 Jahre später.

Allerdings wahrscheinlich ohne Ansgar Brune. Seine beiden kleinen Kinder benötigen ihn hier, auch als sportlichen Unterstützer. Die Kids sind in der G-Jugend von BS Vörden aktiv. „Ich bin bei jedem Spiel dabei“, erklärt Brune. Und daraus ergibt sich auch die Einsatzfreude, die der Diplom-Kaufmann bei BS Vörden an den Tag legt: „Es ist eine Freude, denen zuzugucken und ich möchte, dass sie vernünftige Rahmenbedingungen haben.“ Käme da nicht ein Trainerjob für die eigenen Kids infrage? „Nee, meine Jungs haben einen guten Trainer“, sagt Brune. Überhaupt gehe es im Verein „sehr kameradschaftlich und familiär zu“. Im letzten Jahr gründete der BSV einen Förderverein, um insbesondere die Jugendarbeit im Klub zu unterstützen.

„Unser Anspruch ist nicht, da zu bleiben,
wo wir jetzt sind“ Ansgar Brune, 3. Vorsitzender beim BSV

Wenn sich jetzt noch der sportliche Erfolg einstellt, wäre Vördens Vorstandsmitglied vollends zufriedengestellt. Die Vördener spielen in der 1. Kreisklasse und lagen dort vor der coronabedingten Pause auf Platz neun. Brune wünscht sich eine Rückkehr in die Kreisliga. Der letzte Aufenthalt dort liegt fast auf den Tag genau sieben Jahre zurück. In der Saison 2012/13 stiegen die Vördener als abgeschlagener Tabellenletzter in die Kreisklasse ab, das letzte Saisonspiel gegen RW Visbek am 9. Juni 2013 endete 1:1. Seitdem tummelt sich der BSV meist im Tabellenmittelfeld. Die Kreisklassen-Bilanz seit dem Abstieg: Platz 7, 11, 7, 7, 11, 13 und besagter Rang 9 in der aktuellen Spielzeit. Brune ist optimistisch: „Wir sind dabei, was aufzubauen. Unser Anspruch ist nicht, da zu bleiben, wo wir jetzt sind.“

Neben der sportlichen Schiene hat Ansgar Brune aber noch weitere Ziele. Er würde das Ehrenamt gern weiter stärken und wünscht sich, neue Leute für ein Engagement bei BS Vörden motivieren zu können. „Wenn sich gute Leute bereit erklären, das macht immer Spaß“, sagt das Vorstandsmitglied: „Wir wollen innerhalb des Vereins Strukturen schaffen, um sich wohlzufühlen“, sagt Brune. Der Vorteil dabei: Er selbst kann schon mal als Paradebeispiel vorangehen.

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