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Durchziehen, einfrieren, abbrechen – keine gute Lösung

Eine Lösung, was mit der aktuellen Saison im niedersächsischen Amateurfußball passieren soll, zeichnet sich ab.

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Hans-Jürgen Hoffmann

Hans-Jürgen Hoffmann

Eine Lösung, was mit der aktuellen Saison im niedersächsischen Amateurfußball passieren soll, zeichnet sich ab. Nach einer Telefonkonferenz der 42 Kreisvorstände im Niedersächsischen Fußballverband (NFV) kam heraus, dass die coronabedingte Zwangspause bis zum 31. August ausgedehnt und laufende Saison 2019/2020 danach fortgesetzt werden soll.

„Es ist in der Videokonferenz auf die Lösung hinausgelaufen“, bestätigt Hans-Jürgen Hoffmann, Vorsitzender des Fußballkreises Cloppenburg. Er hatte an dem virtuellen Treffen teilgenommen. „Wir haben verschiedene Lösungen diskutiert, das war ja schon in den vergangenen Wochen passiert. Letztlich ist es auf dieses Ergebnis hinausgelaufen.“ Nun sind die Fußballkreise angehalten, von ihren Vereinen die Zustimmung zu bekommen. Hoffmann möchte dafür mit den CLP-Klubs eine Videokonferenz abhalten. „Einen genauen Termin dafür habe ich aber noch noch nicht. Es kann aber ganz schnell gehen“, sagt Hoffmann. Muss es auch, denn der NFV möchte schon Mitte der Woche eine finale Entscheidung fällen.

Beim angedachten Modell würde die Saison 2020/2021 quasi geopfert, die laufende Serie würde bis zum 30. Juni 2021 dauern. Sollten die noch ausstehenden Spiele bis zum Ende dieses Kalenderjahres ausgetragen sein, soll es für das Frühjahr 2021 eine Zwischenlösung geben. Konkrete Vorstellungen dafür aber gibt es noch nicht.

Dass die Saison bis zum Sommer durchgebracht wird, ist inzwischen so gut wie ausgeschlossen. Selbst, wenn vom zweiten Maiwochenende wieder gespielt werden könnte und die Saison bis zum Beginn der Sommerferien verlängert werden würde, wäre das Programm nicht durchzubringen. Die Kreisligisten SV Bösel und SV Höltinghausen haben beispielsweise noch sage und schreibe 18 Partien zu bestreiten, das ist in dem Zeitraum nicht zumutbar. Der SV Strücklingen hat noch 17 Punktspiele vor sich, ist aber auch noch im Kreispokal dabei, sollte der SVS das Finale erreichen, kämen nochmal drei Matches dazu. Ähnlich sieht es in der Landesliga für GW Firrel und den VfR Voxtrup aus, die noch 17 mal antreten müssten. Bezirksligist SV Thüle fehlen noch 16 Begegnungen.

Ein Abbruch der Saison mit Wertung des aktuellen Standes ähnlich wie im Handball (der Tabellenführer steigt auf, es gibt keine Absteiger) würde großen Ärger nach sich ziehen. Beispiel Kreisliga: Der SV Gehlenberg hat Platz eins inne mit zwei Punkten Vorsprung auf den SV Emstek auf Platz drei. Der SVE aber hat ein Spiel weniger ausgetragen, so dass er über eine Quotientenregelung (Punkte geteilt durch Anzahl der bestrittenen Partien) vorne wäre.

Eine andere Variante ist die der Annullierung. Diese hat der Österreichische Fußballverband (ÖFB) für die Ligen unterhalb der beiden Bundesligen gewählt. Die Saison 2019/2020 hat demnach im Grunde gar nicht stattgefunden. Damit wären die Mannschaften „gekniffen“, die bislang eine starke Serie hingelegt haben, wie etwa Friesoythe in der Bezirksliga. Spitzenreiter SV Hansa hat sieben Punkte Vorsprung auf Tabellenzweiten, SW Osterfeine, und dabei ein Spiel weniger absolviert. Für die Mannschaft von Trainer Hammad El-Arab wäre eine Annullierung also extrem bitter.

Der riesengroße Vorteil gegenüber der angedachten Lösung des NFV aber wäre, dass sich viele ungeklärte rechtliche Fragen nicht stellen würden. Beispiele: Sind bereits vereinbarte Vereinswechsel in diesem Sommer überhaupt gültig? Dürfen A-Junioren, die zur Saison 2020/21 in der Erwachsenbereich aufsteigen würden, im Herbst noch für ihr Nachwuchsteam spielen? Außerdem droht den Vereinen durch den Wegfall der Punktspielrunde 2020/21 der Wegfall viele Heimspiele und damit dringend benötigter Einnahmen durch Eintrittsgelder und Verzehr.

Einen Königsweg, mit dem alle Vereine und Mannschaften einverstanden sein werden, gibt es tatsächlich nicht. Egal, welche Entscheidung der NFV trifft, es wird in jedem Fall Benachteiligte geben. Um diesen Beschluss ist der Verband nicht zu beneiden. Diskussionsstoff bietet sie jedenfalls genug (siehe rechts).

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