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Duo aus Lohne brennt auf den Neustart

Die Fußballer Thorsten Tönnies (29) und Yannik Nuxoll (23) haben zuletzt im Oktober in der Regionalliga Nord gespielt. Trotzdem fühlen sie sich gut.

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Zupackendes Wesen: Yannik Nuxoll (hinten) im Regionalliga-Einsatz für Eintracht Norderstedt. Foto: Sellhorn

Zupackendes Wesen: Yannik Nuxoll (hinten) im Regionalliga-Einsatz für Eintracht Norderstedt. Foto: Sellhorn

Drei heimische Fußballer mischen in den Regionalligen 2020/21 mit. Während der Visbeker Simon Engelmann fast Woche für Woche im Westen beim Titelbewerber RW Essen seine Tore abliefert, sind im Norden die Lohner Thorsten Tönnies (SSV Jeddeloh) und Yannik Nuxoll (Eintracht Norderstedt) seit Langem zum Nichtstun verdonnert. Dabei geht es ihnen insgesamt sehr gut – auch weil die sportliche Situation vor dem Lockdown positiv war und sie sich auch gut fühlen.

Sowohl Thorsten Tönnies als auch Yannik Nuxoll haben bisher sämtliche Punktspiele 2020/21 von der ersten bis zur letzten Minute absolviert, Nuxoll sogar als einziger in seiner Mannschaft – und das, obwohl er vorher einen Patellasehnen-Anriss beklagte, der ihm lange zusetzte. Der Innenverteidiger war zuletzt am 25. Oktober (3:0 bei St. Pauli II) im Einsatz, ehe sich der Corona-Vorhang über das Gebiet des Norddeutschen Fußballverbandes senkte. Norderstedt, das Mitte September im DFB-Pokal 0:7 gegen Bayer Leverkusen unterlag (mit 90 Nuxoll-Minuten), ist Dritter und strebt in der Nordstaffel der Meisterrunde entgegen. „Für den Verein läuft es überragend“, sagt Nuxoll, der den kompletten November daheim in Lohne war und sich nach Laufplänen per App vom Trainer fit gehalten hat. „In der Gruppe kann man sehen, wer gerade läuft – und dann einen Anfeuerungsbutton schicken“, berichtet der Student der Wirtschaftswissenschaften, der gerade seine Bachelorarbeit schreibt.

Auch seine persönliche Bilanz fällt positiv aus. Er ist nach seinem Wechsel 2019 vom SV Meppen zu Norderstedt, wo er noch bis Mitte 2022 unter Vertrag steht, angekommen: „Ich fühl' mich super wohl und habe viele Freunde gefunden.“ Im sportlichen Bereich verspürt er jedoch einen Mangel. „Der Ball fehlt. Nur laufen – dafür spiele ich kein Fußball“, sagt der Lohner, der bei den geforderten fünf Läufen à 45 Minuten pro Woche jeweils rund neun bis zehn Kilometer schafft und sagt: „Ich fühl' mich fit. Es könnte wieder losgehen.“ An seiner Torgefährlichkeit will er noch arbeiten; letzte Saison war er fünfmal zur Stelle, bisher steht in neun Spielen die Null. „Ich hoffe, da kommt noch mehr“, sagt er schmunzelnd.

Gegen den Ex-Klub: Der Jeddeloher Thorsten Tönnies (rechts) in einer Spielszene gegen den VfB Oldenburg. Foto: EgidiusGegen den Ex-Klub: Der Jeddeloher Thorsten Tönnies (rechts) in einer Spielszene gegen den VfB Oldenburg. Foto: Egidius

Das Studium in Osnabrück hat Yannik Nuxoll zuletzt voll digital bewältigt. Seit dem 1. Dezember absolviert er ein halbjähriges, freiwilliges Praktikum in einer Hamburger Wirtschaftsprüfungs- und Steuerkanzlei. In diesem Bereich sieht er auch seine berufliche Zukunft, wenn er ab Ende Januar planmäßig seinen Bachelor in der Tasche hat. Am 4. Januar soll das Training in Norderstedt, das geografisch zu Schleswig-Holstein gehört, wieder losgehen. „Und ich hoffe, dass es Ende Januar mit den Spielen weitergeht“, sagt der Abwehrrecke.

Auch Thorsten Tönnies, der seit knapp zwei Jahren in Vechta wohnt und an der Bakumer Oberschule Sport und Wirtschaft unterrichtet sowie die Berufsorientierung leitet, fände es gut, bald wieder richtig zu kicken. Letzter Einsatz war am 17. Oktober (2:2 bei Werder Bremen II). Der frühere Junioren-Nationalspieler hat bei der Umsetzung seiner Laufpläne Hündin Susi dabei, „die ist jetzt auch fit für zehn Kilometer“, berichtet der Allroundfußballer.

Auch bei ihm ist zurzeit kein Ball am Fuß, selbst der Sportunterricht wurde inzwischen gestoppt. Dafür gibt es an der Schule – natürlich: Laufaktionen, als Ansporn und passend zum Thema Olympia 2021 in Tokio. Die erste Phase der Zwangspause fand Thorsten Tönnies noch recht cool: „Es war Schule – und dann Feierabend.“ Aber Training und Spiele fehlten dann doch schnell.

Der SSV Jeddeloh liegt als Sechster der Südstaffel in Reichweite zur Meisterrunde. Acht Spiele sind absolviert, es fehlen noch die Partien gegen den BSV Rehden und Atlas Delmenhorst; Tönnies hält Platz fünf für machbar und fragt sich doch, wie und wann es weitergeht – wie viele andere auch. „Diese Ungewissheit nervt“, findet der frühere Werder-Akteur.

„Über BW Lohne denke ich immer nach, das ist mein Heimatverein!“Thorsten Tönnies zu seiner Zukunft

Bis dahin ist Thorsten Tönnies vorerst im Online-Training beim Jeddeloher Fitness-Coach am Start. „Das sind gute Übungen, man kommt gut ins Schwitzen“, erzählt der Lohner. Sein Vertrag läuft bis zum Saisonende. Thorsten Tönnies hatte im März schon mit einer Rückkehr zu seinem Heimatklub BW Lohne geliebäugelt, „aber dann habe ich den Angsthasen gemacht und bin auf Nummer sicher gegangen“, beschreibt er selbstironisch seine Entscheidung für eine Verlängerung beim SSV und gegen einen Wechsel zu BWL, dessen Oberliga-Aufstieg damals noch nicht amtlich war. Auf die Frage nach seinen Ambitionen in der Zukunft antwortet er ergebnisoffen: „Über BW Lohne denke ich immer nach, das ist mein Heimatverein!“

Im kommenden März wird er 30. Im gleichen Monat wird Simon Engelmann 32. Thorsten Tönnies bewundert die Entwicklung des Goalgetters, den er früher schon mal vom BV Cloppenburg zum VfB Oldenburg lotsen wollte – ohne Erfolg. „Unfassbar, wie er trifft“, staunt Thorsten Tönnies über die 16 Saisontore von Engelmann. Tönnies steht bei einem Saisontreffer. Aber da hat er immerhin seinem Lohner Kollegen Yannik Nuxoll etwas voraus.

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