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Dritter Platz stellt TVC nicht zufrieden

In der Handball-Landesliga der Frauen ziehen die beiden Teams aus dem Kreis Cloppenburg, SV Höltinghausen und TV Cloppenburg, Bilanz. Der TVC hätte sich mehr erhofft.

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„Mörderschritt“ nach vorn: Lena Büssing ist in die Spielmacherrolle beim TVC hineingewachsen.Foto: Langosch

„Mörderschritt“ nach vorn: Lena Büssing ist in die Spielmacherrolle beim TVC hineingewachsen.Foto: Langosch

Am vergangenen Wochenende wäre die Handballsaison zu Ende gegangen. Das Coronavirus aber hat einen dicken Strich durch diese Rechung gemacht. Die Saison 2019/2020 ist seit dem 9. März beendet. Wie beurteilen die beiden CLP-Vertreter, der TV Cloppenburg und der SV Höltinghausen, in der Landesliga der Frauen die abgebrochene Serie?

Der TVC lag bei noch fünf ausstehenden Spielen auf dem dritten Platz, mit zwei Zählern Rückstand auf das punktgleiche Spitzenduo, GW Mühlen und SG Neuenhaus/Uelsen. Trainer Theo Niehaus, der seinen Posten zur neuen Saison an Anna Anuszweska abgibt, ist mit dem sportlichen Verlauf nicht zufrieden: „Realistisch betrachtet, haben wir mindestens zwei Spiele saudoof verloren.“ Vor allem meint der Coach das 23:24 am 7. Dezember beim damaligen Viertletzten, SFN Vechta II. „Wenn du solche Ambitionen wie wir hast, dann darfst du solch‘ ein Spiel einfach nicht verlieren. Und dann war da noch das 29:32 bei der SG Neuenhaus/Uelsen. Da haben wir insgesamt achtmal völlig freistehend verworfen, allein viermal in den letzten fünf Minuten. Da wäre also auch mehr drin gewesen.“

Zwischenzeitlich schien der Meisterschaftszug schon abgefahren, zuletzt aber schaffte der TVC wieder den Anschluss. Ob es noch gereicht hätte? „Darüber kann man lange diskutieren. Wir waren zumindest sehr gut drauf, als die Saison abgebrochen wurde“, meint Niehaus. „Aber wir hatten auch noch einige Brocken vor uns, das wäre schwer geworden. Aber, wir hätten noch einiges, wenn auch nicht alles in eigener Hand gehabt.“

Letztlich ist der Coach „relativ unzufrieden, weil ich mir mehr gewünscht hätte“. Auf der anderen Seite hat Niehaus eine Entwicklung im Team registriert. „Die war sehr ordentlich. Vor allem eine Lena Büssing hat einen Mörderschritt gemacht. Sie hat die Spielmacherrolle von Inka Bosmann übernommen und ist dort immer besser hineingewachsen.“ Die Mannschaft biete noch einiges Potenzial. „Wir haben ja ein paar Spielerinnen, die wir mit Doppelspielrecht eingesetzt haben. Eine Jule Klostermann hat sich beispielsweise unheimlich eingebracht, genau wie Britt-Sophie Kohlsdorf. Auch Carolin Tiedeken im Tor hat einen großen Schritt gemacht. Schade für uns, dass sie sich nun bei den SFN Vechta in der 3. Liga versuchen will. Caro hat auch einer Lena Backhaus einigen Druck gemacht, von dem Letzterer profitiert hat. Lenas Entwicklung ist auch toll.“

Für die kommende Saison steht das Gerüst, Niehaus übergibt an Nachfolgerin Anna Anuszewska ein bestelltes Feld: „Die Mannschaft fällt nicht auseinander, es bricht kein Chaos aus. Der Kader hat eine gesunde Mischung aus jungen und erfahrenen Spielerinnen und Anna möchte mit ihnen den Weg weitergehen.“

Der SV Höltinghausen hat eine grundsolide Serie absolviert. Nach 18 Spielen rangiert der SVH auf dem sechsten Platz – genau wie nach der Saison 2018/2019. „Wir hätten natürlich nur zu gern noch einen Platz gutgemacht, um das Vorjahresergebnis zu verbessern. Aber im Großen und Ganzen ist die Saison gut verlaufen“, meint Trainerin Kerstin Wichmann. „Aber dass wir keinen Abschluss mit großer Party feiern konnten, ist schon blöd.“

strongPechvogel: strongHöltinghausens Sarah Walter hat sich den dritten Kreuzbandriss ihrer Laufbahn zugezogen.Foto: LangoschPechvogel: Höltinghausens Sarah Walter hat sich den dritten Kreuzbandriss ihrer Laufbahn zugezogen.Foto: Langosch

Der tatsächlich riesengroße Wermutstropfen in der Bilanz ist die schwere Verletzung von Sarah Walter. Sie zog sich einen Kreuzbandriss zu – den dritten in ihrer Karriere. Das Malheur passierte ausgerechnet im letzten Spiel vor der Zwangspause. „Das war mega-ätzend, für Sarah sowieso, aber auch für uns als Mannschaft. Außerdem haben wir Laura Mattke schmerzlich vermisst, die eine Babypause einlegt“, sagt Wichmann.

Mit ihrer Mannschaft ist die Trainerin aber sehr zufrieden: „Das ist wirklich ein geiles Team mit dem es total Spaß macht zusammenzuarbeiten. Die Mädels haben sich immer wieder zusammengerissen und sich rangekämpft. So sind wir nie wirklich in Abstiegsgefahr geraten.“ Allerdings fehlte die Beständigkeit. Große Schwankungen kennzeichnen die Saison. Die Gründe sind vielschichtig: „Jede hat mal einen schlechten Tag gehabt, du kannst auch nicht jede Woche 120 Prozent bringen“, findet Wichmann. „Wir haben auch viel Pech gehabt. So manches Mal hatten wir auch mit den Schiedsrichtern kein Glück. Wir haben uns aber auch zu sehr von einigen Pfiffen ablenken lassen, und haben uns zu sehr damit beschäftigt, während der Gegner das für sich genutzt hat. Da waren wir nicht clever genug.

Bewegung im SVH-Kader mit Blick auf die kommende Saison gibt es kaum. Klar ist nur, dass Sarah Walter nicht dabei sein kann. Laura Mattke aber möchte zurückkehren und „alle anderen bleiben dabei“, sagt Wichmann. „Wir suchen noch eine Torfrau. Louisa Reinke möchte beruflich bedingt kürzertreten. Das gilt auch für Feldspielerin Sarah Ebendt. Bleibt noch die Position der Trainerin. Nach zwei Jahren auf der Höltinghauser Bank möchte Kerstin Wichmann aufhören. „Ursprünglich hatte ich ja nur für vier Monate einspringen wollen“, sagt Wichmann. Die Suche nach einer Nachfolgerin oder einem Nachfolger ist bislang aber erfolgslos geblieben.

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