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Dragons geben sich keinen Träumereien hin

Im Interview mit OM online freut sich Geschäftsführer Marius Kröger über den sehr guten Start des Basketball-Zweitligisten Artland Dragons. Das Ziel bleibt aber der Klassenerhalt.

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Verschworener Haufen: Dragons-Chefcoach Tuna Isler hat auch dem neu zusammengestellten Kader des Quakenbrücker Basketballzweitligisten schnell eine funktionierende Einheit geformt. Foto: Langosch

Verschworener Haufen: Dragons-Chefcoach Tuna Isler hat auch dem neu zusammengestellten Kader des Quakenbrücker Basketballzweitligisten schnell eine funktionierende Einheit geformt. Foto: Langosch

Es läuft für die Basketballer der Artland Dragons. Nach 6 Spielen, einem knappen Viertel der Saison, haben die Quakenbrücker 8 Punkte auf dem Konto und belegen damit in der Tabelle der Barmer 2. Bundesliga ProA Platz 5. „Aber wir geben uns keinen Träumereien hin, wir wollen mit dem Abstieg nichts zu tun bekommen“, meint Geschäftsführer Marius Kröger im Interview mit OM online.

Herr Kröger, freuen Sie sich schon, dass Sie am Wochenende wieder auswärts spielen dürfen?

Ja, sicherlich. Nach 3 Siegen in 3 Spielen gehen wir gerne wieder auf Reisen. Aber in eigener Halle ist es auch schön. Wir freuen uns generell auf jedes Spiel, unabhängig davon, ob es auswärts oder zu Hause stattfindet.

In der heimischen Artland-Arena gab es bislang aber erst einen Sieg – neben zwei Niederlagen.

Diese Niederlagen waren aber gegen die Rostock Seawolves und die Gladiators Trier, das sind zwei Schwergewichte der Liga. Und gegen die Uni Baskets Paderborn haben wir ziemlich souverän gewonnen.

8 Punkte aus 6 Spielen sind eine gute Ausbeute. Zum Vergleich: In der vorigen Saison, die abgebrochen worden ist, hatten die Drachen nach 27 Spielen nur 20 Zähler geholt. Haben Sie mit einem so guten Auftakt gerechnet und wo liegen die Ursachen?

Unser Headcoach, Tuna Isler, hat einen richtig guten Kader zusammengestellt. Die Gründe für den Erfolg liegen in der guten Mischung. Aus der hat Tuna eine absolute Einheit gemacht, in der jeder zum Leistungsträger werden kann. Beim Sieg in Ehingen am vergangenen Samstag beispielsweise war Leon Okpara der Game Changer.

Marius Kröger. Foto: Artland DragonsMarius Kröger. Foto: Artland Dragons

Der gelungene Auftakt ändert aber nichts an der Zielsetzung für die Saison. Oder korrigieren Sie die Vorgaben?

Auf keinen Fall. Gerade die vergangene Saison hat uns sehr viel Demut gelehrt. 4 Siege aus 6 Spielen und Platz 5 – das liest sich gut. Wir sind aktuell sehr froh über die sportliche Situation. Aber wir wissen auch, dass es auch Zeiten geben kann, vielleicht auch wird, in denen es schlechter läuft. Aber Träumereien geben wir uns sicherlich nicht hin. Rostock, Bremerhaven und Jena werden die Meisterschaft wohl unter sich ausmachen. Für uns bleibt es dabei, dass wir mit dem Abstieg nichts zu tun haben wollen. Im Moment sieht es gut aus, darüber freuen wir uns und wir rechnen uns in Leverkusen am Sonntag auch etwas aus.

Die leeren Ränge angesichts des Zuschauerverbots sind schon befremdlich. Machen es die verwaisten Tribünen für die Gästemannschaften leichter?

Diese Frage müssten die Spieler beantworten, dazu kann ich nicht viel sagen. Was ich aber für mich sagen kann, ist, dass ich während der Spiele derart fokussiert bin, dass ich kaum mitbekomme, wie viele Zuschauer dabei sind. Für die Spieler gilt es, sich klarzumachen, dass es trotz leerer Ränge um Punkte geht. Generell aber ist es natürlich sehr, sehr schade, dass kein Publikum dabei ist.

Abgesehen von der fehlenden Stimmung in den leeren Hallen haben die ausbleibenden Zuschauereinnahmen natürlich auch wirtschaftliche Konsequenzen. Wie lange können die Dragons im Status Quo aushalten.

Wir sind in der glücklichen Lage, sowohl tolle Zuschauer als auch Sponsoren zu haben, die auch in diesen Zeiten absolut zu uns stehen. Vor den Kartenbesitzern haben etwa in der vorigen Saison nur ganz wenige ihr Geld zurückgefordert. Und unsere Sponsoren stehen uns nach wie vor sehr positiv gegenüber.

"Jeder ist sich bewusst, dass die Saison schwierig ist"Marius Kröger, Dragons-Geschäftsführer

Ihr „großer Nachbar“, Rasta Vechta, hat vom Bund kürzlich 740.000 Euro Coronahilfe bewilligt bekommen. Wie sieht es mit einer Finanzspritze für Quakenbrück aus?

Wir haben auch etwas bewilligt bekommen, aber wir haben uns darauf verständigt, keine Zahlen preiszugeben. Die Hilfe hilft – keine Frage. Aber die Saison war auch ohne sie abgesichert. Das hat schon die kaufmännische Sorgfaltspflicht von uns verlangt. Wir haben die Saison komplett ohne Zuschauereinnahmen und Hilfen geplant, aber natürlich können wir die Unterstützung vom Bund sehr gut gebrauchen.

Die wirtschaftlichen Einbußen sind das Eine, was die Pandemie verursacht, der ungewisse Ablauf der Saison das Andere. Phoenix Hagen hat beispielsweise erst zwei Partien absolviert, Ihr Gastgeber am Sonntag, Bayer Leverkusen, aber schon derer acht. Inwieweit verzerren die Ausfälle den Wettbewerb und glauben Sie, dass die Serie 2020/2021 wie vorgesehen mit 28 Spielen über die Bühne geht?

Stand jetzt, denke ich schon, dass wir das schaffen. Wettbewerbsverzerrung ist ein hartes Wort. Wir haben uns mit den Vereinen der Bundesligen vor der Saison besprochen und verschiedene Szenarien durchgespielt. Auch aktuell sind wir ständig untereinander im Austausch und haben fast alle zwei Wochen Meetings per Videoschalte. Jeder ist sich bewusst, dass die Saison schwierig werden kann. Der Spielplan ist tatsächlich mit dem Saisonende Anfang April eng gestrickt und es bleibt nur wenig Luft. Aber wie gesagt: Stand jetzt, sollten wir die Saison schaffen.

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