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Doppelschicht mit Niederlage und Sieg

Basketball: Artland Dragons unterliegen Rostock / Seawolves-Coach Bauermann fliegt / Erfolg über Paderborn

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Dragons obenauf: Der überragende Gerel Simmons (rechts) und Adrian Breitlauch (hier im Kampf um den Ball gegen Robert Drijencic) besiegten mit Quakenbrück Paderborn mit 93:77. Foto: Langosch

Dragons obenauf: Der überragende Gerel Simmons (rechts) und Adrian Breitlauch (hier im Kampf um den Ball gegen Robert Drijencic) besiegten mit Quakenbrück Paderborn mit 93:77. Foto: Langosch

Der Blick auf die Tabelle der 2. Basketballbundesliga Pro A überrascht schon ein bisschen. Dort tauchen die Artland Dragons auf dem dritten Platz auf. Allerdings relativiert sich diese Position bei genauerer Betrachtung. Die Quakenbrücker stellen eine der wenigen Mannschaften in der zweithöchsten deutschen Spielklasse, die bereits fünf Begegnungen absolviert haben. Gleichwohl dürfte das Team um Trainer Tuna Isler nicht unzufrieden mit der Ausbeute von drei Siegen bei zwei Niederlagen sein. Am Wochenende, während der „Doppelschicht“ in der heimischen Artland-Arena, hatten die Dragons beim 64:86 (31:42) gegen die hoch gehandelten Rostock
Seawolvers zwar wenig zu bestellen, dafür aber setzten sie sich gegen die Uni Baskets Paderborn souverän mit 93:77 (45:32) durch.

Die Partie gegen Rostock begann spektakulär. Nach gerade einmal zwei Minuten hatte Gästespieler Sid-Marlon Theiß bereits drei Fouls auf dem Konto. Das brachte Coach Dirk Bauermann mächtig auf die Palme. Als wenige Sekunden darauf Till Glogner mit dem nächsten Foul für Rostock belastet wurde, platzte Bauermann endgültig der Kragen. Die deutsche Basketballikone, seines Zeichens ehemaliger Bundestrainer, ging wutentbrannt auf die Schiedsrichter los, denen dann keine andere Wahl mehr blieb, als Bauermann mit zwei technischen Fouls zu versehen und damit der Halle zu verweisen.

Hatte Puls: Rostocks Coach, Dirk Bauermann, flog nach drei Minuten auas der Halle. Foto: LangoschHatte Puls: Rostocks Coach, Dirk Bauermann, flog nach drei Minuten auas der Halle. Foto: Langosch

Der sportliche Ablauf in diesem letztlich ungleichen Duell ist schnell erzählt. Unter der Leitung von Cotrainer Christian Held übernahmen die favorisierten Ostseestädter das Kommando und setzten sich rasch im ersten Viertel auf 22:13 ab. Dieser Abstand nahm bis zur Halbzeit (31:42) nur geringfügig zu.

Gleichwohl hatten die Hausherren keine echte Siegchance. Die Seawolves taten nicht mehr als nötig, um den ungefährdeten Erfolg einzufahren. Nach gut 26 Minuten führten sie bereits mit 62:39, in der Folgezeit nutzte Held die Gelegenheit, um viel durchzuwechseln. Entscheidend näher kam Quakenbrück nicht mehr heran, am Ende hieß es 64:86.

Das zweite Heimspiel am frühen Sonntagabend sollte für die Dragons einen deutlich besseren Verlauf nehmen. Angeführt vom überragenden Gerel Simmons, der es insgesamt auf nicht weniger als 33 Punkte brachte, kamen sie zu einem klaren Sieg, auch wenn die Routiniers Chase Griffin und Robert Oehle fehlten und die Gäste den hünenhaften John Bryant aufboten. Der 33-jährige Center verteilt 127Kilo Gewicht auf 2,11 Meter Körpergröße. Bryant hat über Jahre in der Bundesliga gespielt, unter anderem für Ratiopharm Ulm, Bayern München und zuletzt für die Gießen 46ers. Danach hatte er sich bei den Paderbornern fit gehalten und feierte nun seinen Einstand bei den Uni Baskets.

Davon aber ließen sich die Drachen nicht beeindrucken. Nach verteiltem Beginn kamen sie bis zum Ende des ersten Viertels zu einer 25:16-Führung, die bis zur Halbzeit auf 45:32 anwuchs. Die Mannen von Trainer Tuna Isler knüpften nach Wiederbeginn genau dort an, wo sie vor der Pause aufgehört hatten. Über 55:38 und 72:48 lagen die Quakenbrücker nach dem dritten Viertel mit 76:54 vorn.

Im Schlussabschnitt jedoch riss der Faden. Den Artland Dragons gelangen in den ersten fünf Minuten nur zwei Punkte. Paderborn verkürzte zwar, kam aber nicht in die Reichweite einer Wende. Denn rechtzeitig meldete sich Gerel Simmons zurück. Mit fünf Punkten in Folge sorgte der Dragons-Neuzugang für die Entscheidung.

Zweimal zweistellig: Robert Marberry machte gegen Rostock und Paderborn je zehn Punkte. Foto: LangoschZweimal zweistellig: Robert Marberry machte gegen Rostock und Paderborn je zehn Punkte. Foto: Langosch

Trainer Tuna Isler war zufrieden mit seinen Spielern: „Nach der so schwierigen Partie gegen Rostock, wo wir grundsätzlich gut verteidigt und uns lediglich die Turnover Probleme bereitet hatten, haben wir den Jungs gesagt, dass sie in ihre eigene Defense vertrauen sollen. Das haben sie heute getan. Wir waren sehr diszipliniert, dazu hat man meiner Mannschaft angesehen, dass sie Spaß auf dem Parkett hatte. Gerel hat heute Feuer gefangen und uns in der Offensive getragen. Dennoch haben wir als Team gespielt.“

Am kommenden Freitag stehen die Artland Dragons vor einer ganz hohen Hürde: Um 19.30 Uhr treten sie bei den Eisbären Bremerhaven an. Der Tabellenführer hat seine bisherigen fünf Punktspiele allesamt gewonnen.

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