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Die Volleyballsaison ist schon beendet

Von der Oberliga bis zur Kreisklasse: Der Nordwestdeutsche Volleyballverband (NWVV) stellt den Spielbetrieb auf Landesebene coronabedingt ein. Es wird weder Auf- noch Absteiger geben.

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Vergebens Aufstellung genommen: Die Volleyballfrauen des SV Cappeln – von links treppauf: Ida-Marie Preut, Veronika Möller, Judith Theilmann, Lena Ellmann (geborene Jansen), Christina Schumacher, Anna Lübbe, Romy Kokenge, Julia Willenborg, Tanja Jansen; vorne von links: Hannah Thunert, Trainer Ludger Ostermann, Sonja Heyer, Verena Trommler – werden kein Spiel in der Verbandsligasaison 2020/2021 bestreiten. Foto: Langosch

Vergebens Aufstellung genommen: Die Volleyballfrauen des SV Cappeln – von links treppauf: Ida-Marie Preut, Veronika Möller, Judith Theilmann, Lena Ellmann (geborene Jansen), Christina Schumacher, Anna Lübbe, Romy Kokenge, Julia Willenborg, Tanja Jansen; vorne von links: Hannah Thunert, Trainer Ludger Ostermann, Sonja Heyer, Verena Trommler – werden kein Spiel in der Verbandsligasaison 2020/2021 bestreiten. Foto: Langosch

Für die Volleyballmannschaften im Bereich des niedersächsischen Verbandes (NWVV) ist die Saison 2020/2021 vorbei, obwohl gerade auf Kreisebene noch gar kein Spiel stattgefunden hat. Das Präsidium des NWVV hat beschlossen, aufgrund der „dynamischen Infektionslage“, den Spielbetrieb für die aktuelle Serie komplett auszusetzen. Es wird weder Auf- noch Absteiger geben.

Diese Regelung gilt für die Staffeln der Oberliga abwärts bis zur Kreisklasse. Entscheidungen für die 3. Liga, in der die Frauen des TV Cloppenburg beheimatet sind, und Regionalliga (VfL Oythe II, Damen) steht noch aus. Diese sollen Ende Januar vereinbart werden. Die 2. Bundesliga orientiert sich vorerst am vom Bund verordnete Lockdown und setzt zumindest bis zum 10. Januar aus.

Keine Wertung von der Kreisklasse bis zur Oberliga

Im Vorfeld der NWVV-Entscheidung hatte das Präsidium hierzu eine Besprechung mit den Regionsvorsitzenden und Fachbereichen abgehalten. Das Ergebnis der Tagung: „Die Fortsetzung eines geordneten Spielbetriebes ist perspektivisch nicht durchführbar. Somit wird es laut Beschlusslage keine Wertung für die Saison 2020/21 in den Kreisklassen bis zur Oberliga geben. Dies gilt auch für den Jugendspielbetrieb“, teilt der NWVV mit. Der deutsche Volleyballverband und die deutsche Volleyballjugend werden ihre Jugendmeisterschaften in den Juni terminieren. Die Jugendmeisterschaften auf Landesebene im NWVV werden unter Berücksichtigung des aktuellen Infektionsgeschehens und der Landesverordnung unter Vorbehalt im April/Mai stattfinden. Die jeweiligen Bezirksmeisterschaften bzw. Meldungen müssen bis zum Frühjahr durchgeführt worden sein.

Hubert Kulgemeyer aus Cloppenburg, langjähriger Abteilungsleiter der Volleyballsparte im TVC und Staffelleiter der Oberliga 2 und Bezirksliga 2 der Frauen, hat Verständnis für die Entscheidung: „Das Problem ist, dass die Zeit wegläuft. Normalerweise wären wir jetzt schon mit der Hinserie durch. Noch vor Weihnachten würde die Rückrunde starten und direkt Anfang Januar fortgesetzt. Aktuell könnten wir frühestens Mitte bis Ende Februar beginnen. Aber dafür müsste der Lockdown am 10. Januar tatsächlich beendet werden – und das glaube ich nicht.“ Ein Verschieben der Hallenrunde mit Spielen bis in den Sommer hinein hält Kulgemeyer für unrealistisch: „Das beißt sich mit der Beachsaison.“

DJK Füchtel-Vechta hat nur ein einziges Punktspiel absolviert

Die höchste VEC-Mannschaft, die von der NWVV-Abbruchsverfügung betroffen ist, ist Herren-Oberligist DJK Füchtel-Vechta. Deren Spielertrainer Jochen Landwehr begrüßt die Maßnahme: „Das ist mit Sicherheit die richtige Entscheidung. Man hätte sie auch schon eher erwarten können. Letztlich sind wir Hobby-Sportler, die alle auch im Beruf stehen.“

Die DJK hat in dieser Saison nur ein einziges Punktspiel absolviert – am 26. September gab es ein 0:3 bei der VSG Ammerland II. Die Spiele davor und danach sind alle abgesagt worden. Training war seit Anfang November nicht mehr möglich. „Natürlich spielen wir alle gerne Volleyball. Und wir hoffen, dass wir auch irgendwann wieder in die Sporthalle können“, sagt Jochen Landwehr, aber die Pandemie bestimme da nun mal die Regeln.

Torsten Eck, Trainer der Verbandsligafrauen vom VfL Löningen, ist nicht überrascht: „Das war abzusehen, auch wenn es total schade ist. Laut Statuten muss die Saison bis zum dritten März-Wochenende abgeschlossen sein, das ist gar nicht mehr darstellbar. Nicht einmal dann, wenn am 10. Januar der Lockdown enden würde. Das wird aber nicht passieren. Ich denke, dass wir frühestens Ende Februar überhaupt wieder in die Halle dürfen.“ Die Gelegenheit, zumindest den Trainingsbetrieb wieder aufzunehmen, würden die VfL-Frauen auf alle Fälle nutzen. „Allein schon, um die sozialen Kontakte wieder zu aktivieren und die Mannschaft wieder zusammenzuschweißen.“

Torsten Eck. Foto: LangoschTorsten Eck. Foto: Langosch

Bei den Damen von BW Lohne, die zusammen mit dem VfL Oythe III in der nur sieben Teams umfassenden Verbandsliga III einsortiert sind, geht sogar eine Saison ohne ein einziges Punktspiel vorzeitig zu Ende. Trainer Josef Heseding sagt: „Mit dem neuen Lockdown war die Sache für mich eigentlich klar. Tatsache ist, dass wir Corona so schnell nicht von der Backe kriegen. Von daher ist die Entscheidung auf Abbruch folgerichtig.“ Josef Heseding tut die Entwicklung jedoch leid für seine Mannschaft, die viel Herzblut in die Vorbereitung gesteckt habe.

Einziger Pflichteinsatz war ein Pokalauftritt in Cappeln. Der Lohner Coach denkt auch an die strukturellen Folgen, wenn er feststellt: „Ich glaube, dass das unserem Sport langfristig schaden wird.“ Er hält aber fest. „Bei BW Lohne sind wir noch sehr gut aufgestellt.“ Zur Punktspielsaison ohne Einsatz sagt Josef Heseding vielsagend: „Wir haben nichts falsch gemacht.“

"Regional aufgeteilt wäre in Ligen mit fünf Mannschaften viel Luft gewesen, um eine Runde durchzubekommen."Ludger Ostermann, Trainer SV Cappeln Verbandsligafrauen

„Mich ärgert am meisten, dass der Pokal nicht weitergespielt wird“, meint unterdessen Ludger Ostermann, Trainer der Cappelner Verbandsligafrauen, die in der Staffel III unter anderem gegen Lohne und Oythe III gespielt hätten. Das Erstrundenturnier in eigener Halle am 6. September hatte der SVC mit der makellosen Bilanz von drei Siegen aus drei Spielen (gegen den VfL Löningen, BW Lohne und den MTV Lingen) gewonnen. Um das Finalturnier mit den fünf weiteren Siegern aus der ersten Runde werden die Cappelnerinnen nun gebracht. Ostermann nimmt es mit ein wenig Galgenhumor: „Ich überlege, ob ich T-Shirts machen lasse mit der Aufschrift ‚Saison 2020/2021 – ungeschlagen‘. Aber ernsthaft: Diese Endrunde hätte man noch nicht absagen müssen, die wäre auch im April oder Mai noch möglich gewesen.“

Für den Cappelner Coach wäre von vornherein eine Sortierung in noch kleinere Staffeln sinnvoll gewesen: „Regional aufgeteilt wäre in Ligen mit fünf Mannschaften viel Luft gewesen, um eine Runde durchzubekommen.“ Konkret befürchtet er, dass der Saisonabbruch Langzeitfolgen haben könnte: „Mal sehen, ob nun das große Mannschaftssterben einsetzt.“ Wie es beim SV Cappeln weitergeht, kann Ostermann noch nicht genau sagen: „Wir haben erst einmal am Freitag eine digitale Weihnachtsfeier per Zoom-Konferenz. Vielleicht erfahre ich da schon, wer weitermacht und wer nicht. Erfahrungsmäß aber lassen sich die Spielerinnen mit ihrer Entscheidung Zeit.“ Erst einmal wären die SVC-Frauen aber froh, wenn sie wieder Volleyball spielen könnten: „Wir würden sofort wieder anfangen, wenn die Hallen aufgemacht werden.“

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