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Die ungewisse Kreisliga-Zukunft

Erst 53 von 200 Spielen sind absolviert worden. Eine Entscheidung über den Spielmodus fällt Anfang des neuen Jahres.

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Letzter Auftritt vor der Corona-Zwangspause: Visbeks Maximilian Reinke (links) läuft Luttens Henri Kossen hinterher. Die Visbeker siegten mit 1:0. Foto: Schikora

Letzter Auftritt vor der Corona-Zwangspause: Visbeks Maximilian Reinke (links) läuft Luttens Henri Kossen hinterher. Die Visbeker siegten mit 1:0. Foto: Schikora

17 Teams in der Fußball-Kreisliga Vechta, 200 geplante Spiele – und davon sind erst 53 Partien absolviert. Der bisherige Modus mit einer Hinrunde, bestehend aus 16 Spielen pro Team, sowie einer darauffolgenden Auf- und Abstiegsrunde mit einem Aufsteiger in die Bezirksliga und drei Absteigern in die 1. Kreisklasse wird aufgrund der coronabedingten Zwangspause kaum zu halten sein. Nur ein Viertel des Spielplans wurde bereits mit Ergebnissen bestückt, der Rest ist noch leer.

Sollte die Spielzeit wie geplant zu Ende gespielt werden, stünden noch 347 Begegnungen an. Kein Problem, meint Frank Schwermann, Trainer vom TuS Neuenkirchen: „Auf Kreisebene ist es noch am ehesten durchzuziehen, da die Fahrtstrecken kleiner sind.“ Ähnlich sieht es Andre Münzebrock, Coach in Langenberg: „Wenn man früh starten kann und bis Mitte Juni spielt, ist das realistisch. Aber nur dann“, erklärt er. Seinem Varenescher Trainerkollegen Georg Kossen-Voges wäre das zu stressig, zumal das Coronavirus unberechenbar sei und immer wieder für Probleme sorgen könnte. „Ich persönlich würde im Frühjahr nur Freundschaftsspiele absolvieren und dann im Sommer komplett neu starten und das Ding vernünftig spielen“, sagt Kossen-Voges: „Es wäre zwangloser und ohne Druck.“

Staffeltag mit den Vereinen Anfang 2021 geplant

Zumal ohnehin noch gar nicht feststeht, wann im Kreis Vechta wieder der Ball rollen darf. „Ich bin noch nicht ganz davon überzeugt, dass wir im Frühjahr wieder auf dem Platz stehen werden“, sagt Ertan Cira, Coach von Falke Steinfeld II, mit Blick auf die konstant hohen Corona-Zahlen und das Weihnachtsfest, bei dem es zu Lockerungen der Maßnahmen kommen soll. Es gibt viele Unsicherheiten.

Duell der Namensvettern: Lorenz Holzenkamp vom VfL Oythe III (links) gegen Julian Holzenkamp von BW Lohne III.⋌Foto: SchikoraDuell der Namensvettern: Lorenz Holzenkamp vom VfL Oythe III (links) gegen Julian Holzenkamp von BW Lohne III.⋌Foto: Schikora

Deshalb schlägt Jörg Schmedes, Trainer vom VfL Oythe III, vor, die gesamte Saison zwar mit der geplanten Auf- und Abstiegsrunde durchzuziehen, aber zu entzerren. Er regt an: „Eine Überlegung wäre, den Modus beizubehalten und die Saison im gesamten Kalenderjahr 2021 zu spielen. Dann hätte man mehr Zeit, würde im November aufhören, macht im Frühjahr 2022 Freundschaftsspiele und startet daraufhin wieder richtig durch.“

Bis eine Entscheidung gefällt wird, dauert es noch; genauer gesagt bis Anfang kommenden Jahres. Das bestätigt Siegfried Lammers, Staffelleiter der Kreisliga und Vorsitzender des Spielausschusses im NFV-Kreisverband Vechta. „Es findet ein Staffeltag mit den Vereinen statt. Wir werden einvernehmlich mit den Klubs entscheiden, wie es weitergeht“, sagt Lammers. Generell stehe aber fest, dass in 2021 eine „enorme Flexibilität“ an den Tag gelegt werden müsse, so Lammers: „Es hängt entscheidend davon ab, wann wir wieder starten können. Wir sind durchaus bereit, früher zu beginnen und später aufzuhören. Dafür müssen aber Corona und das Wetter mitspielen.“ Im Spielausschuss wird munter diskutiert. „Wir müssen verschiedene Szenarien haben“, so Lammers. Stand jetzt gibt es drei.

Szenario 1: Es wird wie geplant die Hinrunde gespielt. Darauf folgt die Auf- und Abstiegsrunde. „Das halte ich stand jetzt aber für unwahrscheinlich“, sagt der Spielausschussvorsitzende.

Szenario 2: Die Auf- und Abstiegsrunde wird komplett gestrichen. Die Hinrunde soll zu Ende gespielt werden.

Szenario 3: Es wird erst mal die Hinrunde beendet und dann im Frühling geschaut, was an Spielen noch möglich ist.

Vereine und der NFV-Kreisverband treffen sich am 14. Dezember

Am kommenden Montag (14. Dezember) treffen sich die Vereine und der NFV-Kreisverband zu einem virtuellen Infoabend, um über die Saison zu sprechen. Klar scheint jetzt schon: Das Gros der Trainer plädiert für Szenario 2. Thomas Heitkamp von SFN Vechta II sagt: „Wenn wir die Hinrunde beenden könnten, hätte jedes Team 16 Spiele absolviert. Dann könnte man die Saison werten. Aber selbst das wird schwer genug.“ Ähnlich sieht es Dammes Simon Wehming. Der RWD-Coach, der das Amt erst im Oktober übernahm, sagt: „Ich glaube, dass wir nur die Hinrunde spielen. Und dann rechnen wir ab.“

Es wäre eine sportliche Lösung, mit der am Ende wahrscheinlich alle irgendwie einverstanden wären. Der Tenor: Hauptsache es klappt irgendwie. „Für uns wäre das absolut okay. Dann hätten wir es zumindest sportlich beendet. Aber selbst das ist noch ein langer Weg“, kommentiert Bakums Trainer Michael Burhorst, der kürzlich seinen Vertrag um ein Jahr verlängert hat. Sollte sich die Corona-Situation nicht deutlich verbessern, wäre das Worst-Case-Szenario sehr wahrscheinlich – also das vorzeitige Ende der Spielzeit. Das will natürlich keiner. „Ich hoffe, dass die Saison nicht abgebrochen wird“, sagt SFN-II-Coach Thomas Heitkamp.

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