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Die Unersättlichen haben Lust auf mehr

Fußball-Landesligist GW Mühlen liebäugelt mit einem Top-4-Platz. Beim VfL Oythe folgt nach dem Debakel der Dreierpack der Wahrheit. Und der TVD hat Lust aufs Spitzenspiel.

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Die erste Etappe der 7:1-Gala: Mühlens Spieler feiern die 1:0-Führung in Oythe. Foto: Schikora

Die erste Etappe der 7:1-Gala: Mühlens Spieler feiern die 1:0-Führung in Oythe. Foto: Schikora

GW Mühlen - VfR Voxtrup (Sonntag, 14.00 Uhr)
Natürlich haben sie ihre Gala in Oythe in vollen Zügen genossen, natürlich waren sie mächtig stolz auf ihre Leistung beim furiosen 7:1-Schützenfest an der Hasenweide, natürlich gab's bei den Fußballern von GW Mühlen nach dem dritten Sieg in Serie auch das eine oder andere Kaltgetränk. Aber spätestens am Dienstag bei der ersten Trainingseinheit der Woche richtete sich der Blick der Grün-Weißen wieder nach vorne. „Der Fitnesstrainer war da. Das passte ganz gut. Da war dann gleich Schluss mit lustig“, sagt Mühlens Coach Andreas Hinrichs mit einem Augenzwinkern. Und er ergänzt: „Für den Kopf ist es nicht so einfach, sich nach einem 7:1 auf das nächste Spiel zu konzentrieren.“ Hinrichs ist aber guter Dinge, dass sein Team den Spagat zwischen Euphorie und Ernsthaftigkeit meistert.

Für den Tabellenfünften der Landesliga Staffel 2 geht es am Sonntag (14.00 Uhr) mit einem Heimspiel gegen den VfR Voxtrup weiter. „Allen ist bewusst, dass das noch so ein Sechs-Punkte-Spiel ist“, sagt Hinrichs. Sollte man gemeinsam in die Abstiegsrunde müssen, wäre ein Sieg natürlich Gold wert. Aber da ist ja auch noch die Chance auf einen Top-4-Platz, auf die Meisterrunde, die vor ein paar Wochen noch utopisch war. Sollte Dinklage gegen Spitzenreiter Melle verlieren oder Schüttorf nur ein Remis gegen Steinfeld holen, wäre Mühlen mit einem weiteren Sieg auf einem der begehrten Plätze angekommen. „Die Jungs haben Lust auf mehr“, erklärt Hinrichs und freut sich über die Vollgas-Mentalität seiner Truppe, die auch die Abwesenheit der Studenten gut gemeistert hat. Benjamin Willenbrink trainiert unter der Woche bei RW Darmstadt (Verbandsliga), Constantin Westermann bei Treubund Lüneburg (Landesliga) und Robert Kröger beim RSV Geismar-Göttingen (Kreisliga A).

Mühlens Lust auf mehr hatte auch Oythe zu spüren bekommen. GWM nahm in der zweiten Halbzeit zu keinem Zeitpunkt den Fuß vom Gas – auch nicht, als es 4:1 oder 5:1 stand. Die Unersättlichen hörten nicht auf mit ihrem Pressing, mit ihrem Vorwärtsdrang. Eine Einstellung, die auch auf den letzten Metern 2021 hilfreich sein soll. „Bei uns ist immer Spektakel“, sagt Hinrichs und spricht in dem Zusammenhang von einer „gewissen Euphorie im Ort“. In den 14 Spielen von Mühlen fielen 67 Tore, macht 4,5 im Schnitt – Höchstwert in der Staffel 2. Das Verhindern von Toren erfährt allerdings auch eine große Wertschätzung. Die Rettungsgrätsche von Markus Stukenborg gegen Oythes Nico Emich beim Stand von 2:1 wurde als Video in die WhatsApp-Gruppe gestellt und abgefeiert.

SV Bad Rothenfelde - VfL Oythe (Sonntag, 14.00 Uhr)
Turbulente Tage liegen hinter dem VfL Oythe. Erst gab's das historische 1:7 gegen GW Mühlen als Tiefpunkt einer bislang verkorksten Saison, als höchste Niederlage in mittlerweile 479 Spielen in der Fußball-Landesliga. Dann folgte der Trainerwechsel, die Ära Raphael Dornieden ist beendet, Klaus Themann springt zum zweiten Mal als Helfer in der Not ein.

Und jetzt? Jetzt steht dem Tabellenvorletzten der Staffel 2 der Dreierpack der Wahrheit bevor. Binnen acht Tagen absolviert der VfL Oythe drei Auswärtsspiele, die für die Abstiegsrunde im Frühjahr 2022 von enormer Bedeutung sind. „Es geht einzig und allein darum, dass wir aus der Woche, die jetzt vor uns liegt, irgendwie das Beste rausholen“, sagt Themann vor dem Auftakt am Sonntag (14.00 Uhr) beim SV Bad Rothenfelde. Am Mittwoch folgt dann das Nachholspiel bei Union Lohne, ehe es am nächsten Sonntag nach Voxtrup geht.

Von irgendwelchen Hochrechnungen, dass der VfL Oythe aus den nächsten drei Spielen mindestens sieben, eigentlich aber neun Punkte holen muss, hält Themann gar nichts. Natürlich weiß er um die prekäre Lage und die Hypothek für die zweite Saisonphase. Es schwingt aber eine gehörige Portion Realismus mit, wenn der 57-jährige Steinfelder sagt: „Wir haben eins von 13 Spielen gewonnen. Wir sind gut beraten, Bescheidenheit an den Tag zu legen. Zwei der drei Gegner liegen vor uns, sie haben fast doppelt so viele Punkte. Dann zu sagen, dass wir drei Siege holen müssen, ist vermessen.“

Sonntag in Rothenfelde: Oythes Justus Stärk. Foto: SchikoraSonntag in Rothenfelde: Oythes Justus Stärk. Foto: Schikora

Seine erste Aufgabe ist es, der Mannschaft neue Zuversicht zu geben. „Wir müssen positiv bleiben, auch wenn's schwer ist“, erklärt der erfahrene DFB-Stützpunkttrainer. Natürlich habe die Durststrecke (neun Spiele ohne Sieg) Spuren hinterlassen, ebenso das 1:7 gegen Mühlen. „Das hängt nach, ist doch klar“, sagt Themann, der seit Mittwoch diverse Gespräche geführt hat. Am Donnerstag gab's ein Treffen mit Kapitän Stephan Stukenborg. Es waren kurze Wege in Steinfeld. „Er wohnt eine Straße weiter“, so Themann. Taktisch würde er gerne „ein bisschen was ändern“ und einen „neuen Impuls setzen“, sagt der Coach, „aber das hängt natürlich vom Personal ab, das zur Verfügung steht“.

Die verletzten Markus Kohls, Süleyman Odabasi und Markus Lübberding stehen nicht zur Verfügung. Das gilt auch für Felix Schneppe, der bei seinem Comeback einen Rückschlag erlitten hat. Zudem fehlt Nico Emich, mit sechs Toren der erfolgreichste Oyther; er hat gegen Mühlen die fünfte Gelbe Karte gesehen.

Starke Saison: Johann Kühling vom TVD. Foto: SchikoraStarke Saison: Johann Kühling vom TVD. Foto: Schikora

TV Dinklage - SC Melle (Sonntag, 14.00 Uhr)
Wird aus dem Lieblings- doch noch ein Angstgegner? Ganz so weit ist es sicherlich noch nicht, aber zuletzt gingen die Landesliga-Fußballer des TV Dinklage gegen den SC Melle zweimal leer aus. Wohlgemerkt: Die Meller sind in der Staffel 2 auch das Nonplusultra und stehen mit einem komfortablen Vorsprung an der Tabellenspitze. Wenn man den SCM in dieser Saison schlagen kann, dann mit Heimvorteil – in der Ferne kassierte der Primus seine beiden einzigen Neiderlagen. Somit kommt es dem TV Dinklage ganz gelegen, dass er Melle am Sonntag um 14.00 Uhr im Jahnstadion empfängt.

„Ich glaub', gegen Melle ist was drin, vor allem zu Hause. Wir haben zu Hause bis jetzt eigentlich immer gut ausgesehen“, sagt der Dinklager Trainer Stefan Arlinghaus. Auch der Ausfall des rotgesperrten Keepers Jan Rohe bereitet ihm keine allzu großen Bauchschmerzen. Wie schon nach Rohes frühem Platzverweis im Spiel beim SV Holthausen-Biene wird Marcel Nuxoll das Tor hüten. „Das hat er da auch schon gut gemacht und ein paar Dinger rausgeholt“, blickt Arlinghaus kurz zurück.

Eine gesteigerte Alarmbereitschaft aufgrund der Tatsache, dass der TVD am Sonntag aus den Top 4 rutschen könne, hält der Coach nicht für angebracht. „Wir haben alles selbst in der Hand“, sagt er, „und man muss auch mal bedenken, wo wir herkommen. Im Sommer haben nach dem Weggang von Schmiederer viele Leute gesagt, wir seien der erste Absteiger.“ Stattdessen ist Dinklage derzeit der beste VEC-Landesligist, was mitunter an Neulingen wie Johann Kühling liegt. Er ist mit sechs Toren und acht Vorlagen fast an der Hälfte der 32 TVD-Tore beteiligt. „Solche Leute brauchst du auch“, so der Coach.

Es sei auch normal und „völlig in Ordnung“, dass es an einigen Tagen mal nicht so gut läuft – wie beispielsweise beim 0:2 in Holthausen-Biene. Generell habe sein Team die Saison bislang trotz namhafter Ausfälle aber gut gemeistert. Auch am Sonntag muss Dinklage wohl auf sieben Spieler verzichten. Dennoch betont Arlinghaus: „Gegen Melle kannst du zu Hause was holen.“

Dauerbrenner: Falkes Andreas Zimmermann. Foto: SchikoraDauerbrenner: Falkes Andreas Zimmermann. Foto: Schikora

FC Schüttorf - Falke Steinfeld (Sonntag, 14.00 Uhr)
Die gelegentlichen Scharmützel zwischen Falke Steinfeld und GW Mühlen sind bekannt, die sportliche Rivalität hat schon für das eine oder andere brisante Derby in der Fußball-Landesliga gesorgt. Am Wochenende sind die Falken allerdings darauf erpicht, dem Nachbarklub Schützenhilfe zu leisten. Ein Auswärtssieg beim FC Schüttorf am Sonntag (14.00 Uhr) würde nämlich nicht nur die Mühlener Top-4-Chancen verbessern, sondern auch der Steinfelder Ausgangslage in der Abstiegsrunde zuträglich sein. Sollten Steinfeld und Mühlen ihre Spiele erfolgreich gestalten, würde Schüttorf von einem Meisterrunden-Platz fliegen.

Falke-Coach Artur Zimmermann kennt die Konstellation – was bei GWM passiert, ist ihm aber egal. „Darauf gucken wir nicht“, sagt er und stellt zufrieden fest: „Wir haben – Stand jetzt – die wichtigen Punkte geholt.“ Somit ist eine recht gute Ausgangslage für die Abstiegsrunde möglich. So richtig will sich Zimmermann aber erst ab der Rückrunde damit beschäftigen. Jetzt zählt Schüttorf – und Falke hat Lust darauf, sich mit den Grafschaftern zu messen. Ali Kurt (Leistenprobleme) fällt aus.

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