Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

Die TVC-Handballer und der Wunsch nach einer Saison mit Zuschauern

Wie Cloppenburgs Drittligist die kommende Saison 2021/2022 in der 3. Liga plant.

Artikel teilen:
Wiedersehen in der neuen Saison: Auch, wenn die Staffelzusammensetzung noch nicht feststeht, sollte der TVC (hier mit Ole Harms) das Derby gegen den ATSV Habenhausen bestreiten. Foto: Langosch

Wiedersehen in der neuen Saison: Auch, wenn die Staffelzusammensetzung noch nicht feststeht, sollte der TVC (hier mit Ole Harms) das Derby gegen den ATSV Habenhausen bestreiten. Foto: Langosch

Die Saison ist zwar vor gut einer Woche zu Ende gegangen, aber das heißt für das Teammanagement der Drittligahandballer vom TV Cloppenburg nicht, dass es die Hände in den Schoß legen kann. Im Gegenteil: Um die Spielzeit 2021/2022 vorzubereiten, hat die Mannschaft um den sportlichen Leiter, Maik Niehaus, jede Menge zu tun.

Immerhin ist ein gehöriger Umbruch zu bewältigen. Nicht weniger als elf Spieler und Trainer Barna-Zsolt Akacsos (Nachfolger wird Leszek Krowicki) haben den Verein verlassen, wobei es nur bei Niels-Uwe Hansen die Chance gibt, ihn zu behalten. Nach Abschluss seines Studiums bei der Polizei tritt er im Oktober eine Kommissarsstelle an – wohin er aber versetzt wird, klärt sich erst kurzfristig. Sollte es in erreichbarer Nähe zu Cloppenburg sein, wäre beiderseits das Interesse groß, dass er beim TVC bleibt. Zumindest wird Hansen erst einmal die Vorbereitung mitmachen.

11 Abgänge stehen bislang 5 Zugängen gegenüber

Nun gilt es, die Verluste aufzufangen. Dabei haben die TVC-Verantwortlichen schon ein gutes Stück des Weges hinter sich gebracht. Fünf Zugänge stehen bereits fest. Aus der höchsten polnischen Liga wird sich Krzysztof Pawlaczyk dem TVC anschließen. Der 27-jährige Rückraumspieler kommt von Zaglebie Lubin; er geht bei dem Erstligisten seit 2016 auf Torejagd. Nach einem Negativlauf zum Ende der Saison ist Pawlaczyk mit seinem Team in der Superliga nur auf dem zehnten Platz gelandet.

Der zweite Neuzugang mit einem polnischen Pass hat ebenfalls reichlich Erfahrung in der höchsten Spielklasse seines Heimatlandes gesammelt. Seit 2016 spielte er für Wybrzeze Gdansk, Arka Gdynia und Azoty-Puławy, bevor er 2020 zum ASV Dachau in die bayerische Bezirksklasse wechselte. Wegen Corona bestritt der 25-jährige Rechtsaußen dort aber nur ein Spiel. Nun klappte es mit dem Wechsel zum TVC. „Wir hatten schon vor einem dreiviertel Jahr ein Auge auf ihn geworfen, wir sind froh, dass Michal nun zu uns kommt“, meint Niehaus.

In den Niederlanden wurde der TVC zweimal fündig. Rechtsaußen Tom Zwarthoed und Rückraumspieler Thomas Houtepen wurden in der Akademie Papendal ausgebildet. Die beiden 19-Jährigen sind noch in der höchsten Klasse ihres Heimatlandes unterwegs – Houtepen bei Greenpark Aalsmeer, Zwarthoed beim HV KRAS Volendam. Noch jung an Jahren ist auch Maximilian Bähnke, der vom Oberligisten TvdH Oldenburg den Weg zum TVC fand und für seinen neuen Verein schon im Ligapokal zum Einsatz kam. Im letzten Spiel traf der 21-jährige Linksaußen viermal für seinen neuen Verein.

Außerdem hat der TVC Interesse, den aus Delmenhorst stammenden Mohamad-Aljawaad Sibahi zu verpflichten. Sibahi hat bei seinen Einsätzen für den TVC im Ligapokal überzeugt. „Wir sind in den Verhandlungen relativ weit. Wir würden uns freuen, wenn er bei uns bleibt“, sagt Niehaus. Die beiden „Wackelkandidaten“ Hansen und Sibahi eingerechnet, kommen die Cloppenburger auf 14 Akteure. „Wir würden aber gern mit 16 Spielern in die Saison gehen“, meint Niehaus. „Wir sind mit möglichen Zugängen in Gesprächen, aber noch ist nichts spruchreif.“ Auf den Positionen rechter und zentraler Rückraum würden die Cloppenburger noch gerne etwas machen. Ergänzend sollen Nachwuchstalente aus dem „eigenen Stall“ den Kader ergänzen. David Niemann beispielsweise half im Ligapokal aus.

Der sportliche Leiter des TVC, Maik Niehaus: Der TVC ist wie eine Familie. Die schwere Zeit hat uns noch mehr zusammengeschweißt.“ Foto: WulfersDer sportliche Leiter des TVC, Maik Niehaus: „Der TVC ist wie eine Familie. Die schwere Zeit hat uns noch mehr zusammengeschweißt.“ Foto: Wulfers

Ganz freie Hand haben die TVC-Verantwortlichen indes nicht. „Wir arbeiten hier zwar professionell, können aber kein Vollprofitum bieten. Damit erledigen sich viele Gespräche ganz schnell. Außerdem muss die Qualität bei den Spielern da sein und sie müssen zu uns passen“, erklärt Maik Niehaus. „Dazu kommt ein gewisser Zeitdruck. Jetzt ist die Zeit, in der sich Dinge entscheiden.“

Noch nicht entschieden ist, wie die neue Saison aussehen wird. „Das ist noch offen“, bestätigt Niehaus. „Es läuft offenbar darauf hinaus, dass es Ende August/Anfang September losgehen soll. Ursprünglich war Mitte August vorgesehen, aber da gab es wohl rechtliche Bedenken.“ Bevor die Terminierung erfolgt, muss erst einmal klar sein, wie viele Drittligisten es in der Saison 2021/2022 geben wird. Da es keine Ab-, sehr wohl aber Aufsteiger gibt, dürfte die Zahl von 72 Mannschaften in der Serie 2020/2021 ansteigen. Denkbar ist, dass es mehr, dafür aber kleinere Staffeln gibt.

Wann die neue Saison beginnen wird, steht noch nicht fest

Die TVC-Männer sehnen sich nach dem Ligapokal nicht nur nach einer „normalen“ Saison, sondern vor allem nach Spielen vor Kulisse. „Wir leben von unseren Zuschauern, wir würden uns wünschen, dass sie schnellstmöglich wieder zugelassen sind“, sagt Maik Niehaus. „Vielleicht haben wir nicht direkt die Chance auf eine volle Halle, aber wenn wir erst einmal mit den Dauerkartenbesitzern anfangen und dann sukzessive die Zuschauerzahl stetig steigen könnte, wäre es schon gut.“

Wirtschaftlich haben die Cloppenburger die „vermurkste“ Saison gut überstanden. „Unsere Sponsoren haben uns zum allergrößten Teil die Treue gehalten und stärken uns auch weiterhin den Rücken. Dafür sind wir sehr dankbar“, meint Niehaus. „Wir sind aber auch nicht von einem einzelnen Geldgeber abhängig, daher haben wir keine schlaflosen Nächte gehabt. Der TVC ist wie eine Familie und da hat uns die schwere Zeit noch zusätzlich zusammengeschweißt.“

Sie wollen nichts verpassen, worüber das Oldenburger Münsterland spricht? Dann abonnieren Sie jetzt unseren Newsletter „Moin, OM!“. Er fasst für Sie das Wichtigste für den Tag auf einen Blick zusammen – immer montags bis freitags zum Start in den Tag.  Hier geht es zur Anmeldung

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

Die TVC-Handballer und der Wunsch nach einer Saison mit Zuschauern - OM online