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Die satten Grüns sind nur schwacher Trost

Seit über einem Monat ist die Anlage für den Spielbetrieb geschlossen. Einige Turniere mussten schon abgesagt oder zumindest verschoben werden.

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Keine Startzeit in der Coronakrise: Auch die Golfer des GCTT warten sehnlich auf den Start in die neue Saison. Die Anlage an der Thülsfelder Talsperre ist aber dank der Pflege durch die Greenkeeper in allerbestem Zustand. Foto: Langosch

Keine Startzeit in der Coronakrise: Auch die Golfer des GCTT warten sehnlich auf den Start in die neue Saison. Die Anlage an der Thülsfelder Talsperre ist aber dank der Pflege durch die Greenkeeper in allerbestem Zustand. Foto: Langosch

Es ist still, auf den ersten Blick sogar malerisch still. Abgesehen von Vogelgezwitscher und dem leisen Brummen eines Mähtraktors ist nichts hören. Aber auf ein derart ausgeprägtes Idyll würden die Golferinnen und Golfer des GC Thülsfelder Talsperre nur zu gerne verzichten und die schmucke Anlage des Vereines viel lieber mit Leben, sprich: Spielbetrieb füllen. Doch das Coronavirus hat auch die Aktivitäten beim einzigen Golfverein im Landkreis Cloppenburg lahmgelegt.

„Es ist eine ganz schwierige Zeit“, meint Dagmar Schatte-Nonnenmacher, Medienbauftragte beim GCTT. „Seit dem 17. März ist die Anlage für den Spielbetrieb geschlossen, davon ist auch die Gastronomie betroffen und Turniere fallen aus.“ Die Eröffnungsveranstaltung ist bereits abgesagt worden und auch aus dem Benefizturnier am 1. Mai wird nichts werden. Der Erlös hätte dem Hospiz „wanderlicht“ zukommen sollen. „Wir haben für die kommende Woche eigentlich eine Sitzung des Spielausschusses anberaumt, um zu beratschlagen, wie es weitergehen soll. Welche Turniere lassen sich verlegen, welche fallen ganz aus. Bislang haben wir noch gar keine Genehmigung. Es bleibt nichts anderes, als zu abzuwarten und zu hoffen. Aber wir müssen sehen, ob wir uns überhaupt treffen können – wenn wir weit genug auseinander sitzen.“

Die GCTT-Golfer fiebern der Wiedereröffnung entgegegen, da geht es ihnen nicht anders als allen anderen Sportlern auch, die dringend wieder loslegen möchten. Dagmar Schatte-Nonnenmacher wähnt ihre Sportart sogar im Vorteil: „Wir sind weiter auseinander als in jeder anderen Sportart und wir wären heilfroh, wenn wir endlich wieder starten könnten. Auf der anderen Seite wollen wir aber auch keine zweite Welle des Virus‘ erleben und einen neuen Shutdown.“ Die jüngsten Beschlüsse der Bundesregierung, die Kanzklerin Merkel am vergangenen Mittwoch präsentierte, haber die Situation nicht verändert – fürs Erste. Vorher schon jedoch hatte der Golfclub St. Leon-Rot (in der Nähe von Heidelberg) wieder für Profis geöffnet. „Das hat bei uns natürlich für einen Aufruhr gesorgt“, meint Schatte-Nonnenmacher. „Darüber waren unsere Mitglieder not amused.“

Der GCTT entwickelt unterdessen mögliche Vorgehensweisen, um sich auf Lockerungen der Kontaktbeschränkungen und darüber hinaus auf die die Zeit nach Corona einzustellen. „Unser Gastronom hat beispielsweise schon Konzepte, die Tische weiter auseinanderzustellen.“ Wer auf seinen Sport nicht verzichten möchten, bekommt Hilfe, und zwar online. Bis die Fairways und Grüns wieder bespielbar sind, bietet Michael Behrens, der Diplom-Golflehrer des Vereins, auf den social-media-Kanälen Tipps und Übungen für „Homeoffice“, sprich Anregungen, seine Fertigkeiten im Golf im eigenen Garten oder gar in der Wohnung zu verbessern.

Dagmar Schatte-Nonnenmacher weiß zwar um die finanziellen Belastungen, die der Verein aktuell zu tragen hat, aber sie freut sich auch über die Treue der Mitglieder: „Das Gras wächst weiter, ob es das Coronavirus gibt oder nicht. Die Anlage muss ja in Schuss gehalten werden. Also haben unsere Greenkeeper genug zu tun. Die laufenden Kosten bleiben uns also erhalten. Aber wir sind sehr froh, dass unsere Mitglieder zur Stange halten. Wir haben so gut wie keine Austritte zu verzeichnen gehabt.“

Auf der anderen Seite sind zu den aktuell rund 400 Mitgliedern in diesem Jahr bislang kaum welche hinzugekommen. „Dabei hatten wir uns einiges für dieses Jahr versprochen“, sagt Schatte-Nonnenmacher. „Wir hatten im Winter einen Kurs für gerade einmal 99 Euro angeboten, in dem Interessierte die Platzreife erwerben konnten. Dieses Angebot war sehr gut angenommen worden.“ Ein wenig hofft die Medienbeauftragte des Vereines aber doch noch auf Zulauf, schließlich lockt der GCTT unter anderem mit speziellen Beiträgen für Neumitglieder. Und eigentlich, findet Schatte-Nonnenmacher, betreibt der Golfsport für sich selbst die beste Werbung: „Man kann bis ins hohe Alter spielen, ist an der frischen Luft und tut etwas für sein Herz-Kreislauf-System. Beim GCTT haben wir verschiedene lockere Gruppen, die sich zu einem festen Termin treffen und bei denen man mitmachen kann, wenn man möchte. Unabhängig von der Spielstärke, die man mitbringt.“

Ein Gutes hat die Coronakrise aber doch für den GCTT: Die Anlage ist in exzellentem Zustand. „Der Platz regeneriert natürlich. Er hat in den vergangenen beiden Jahren durch die extrem trockenen Sommer sehr gelitten. Nun hat er im Winter viel Wasser bekommen und ist bislang in diesem Jahr kaum beansprucht“, sagt Schatte-Nonnenmacher. Die satten Grüns aber sind für die Golfer im Wartestand aber aktuell nur ein schwacher Trost.

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