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Die Jugend mahnt die Herren zur Rücksicht

Der Nachwuchsfußball geht bald wieder los. Auf der VEC-Arbeitstagung herrschte Einigkeit. Auch darüber, dass der Samstag weiterhin der Jugend gehören muss.

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Hoffen und Bangen auf dem grünen Rasen: Der Nachwuchs darf in Kürze endlich wieder Fußball spielen. Foto: Schikora

Hoffen und Bangen auf dem grünen Rasen: Der Nachwuchs darf in Kürze endlich wieder Fußball spielen. Foto: Schikora

Der Jugendfußball im Landkreis Vechta zieht auch in außergewöhnlichen Zeiten an einem Strang. Diesen beruhigenden Eindruck gewann Kreisjugendchef David Lücker jüngst bei der Arbeitstagung in der Lutter Sporthalle. Dort wurde viel gesprochen – insbesondere natürlich über die Herausforderungen und Besonderheiten, die die Saison 2020/2021 aufgrund der Coronavirus-Pandemie mit sich bringen wird.

Nur ein Verein war nicht anwesend, sonst schickten alle Klubs ein oder zwei Vertreter zur Tagung. Gute Nachricht für den Jugendausschuss: Niemand beklagte sich darüber, dass bei den Staffeleinteilungen in diesem Jahr nicht alle Wünsche eins zu eins umgesetzt werden konnten. Zum Wochenende hin sollen bereits alle Spielpläne veröffentlicht werden – die Pokalpaarungen (ab 4. September) waren ohnehin schon angesetzt worden. Die Punktspielsaison startet eine Woche später.

Besprochen wurde auch der entzerrte Zeitplan, der einen früheren Start und ein späteres Ende an Samstagen vorsieht, um die Spiele auf den Sportanlagen besser verteilen zu können. An diesem Punkt nahm David Lücker den Herrenfußball in die Pflicht. „Alle Vereine müssen sich noch mehr bewusst machen, dass der Samstag der Jugendspieltag ist“, forderte er: „Herrenspiele haben hier gerade in dieser Saison nichts zu suchen, da diese den kompletten Belegungsplan – zumindest für den Nachmittag – für den Jugendbereich lahmlegen.“ Die Durchsicht der Staffeln ergab, dass derzeit 22 Herrenspiele im Kreis an einem Samstag angesetzt sind. Im Vergleich zu den Vorjahren sei dies nicht übermäßig viel, „mir persönlich ist das aber jetzt schon zu viel“, sagte Lücker.

Klare Meinung: Kreisjugendchef David Lücker. Foto: SchikoraKlare Meinung: Kreisjugendchef David Lücker. Foto: Schikora

Er hob auch eine gewisse Ignoranz im Herrenbereich als bedenklich hervor. „Die Auffassung wurde mir durch einiges Kopfnicken auch von den Jugendleitern bestätigt, dass die Verantwortlichen für den Seniorenbereich bei solchen Verlegungen gerne mal die Jugend ausblenden, nur weil ein oder zwei Spieler einer Herrenmannschaft mal fehlen“, kritisierte er. In der Spielordnung heißt es: „Herrenmannschaften können am Sonnabend nur dann Spiele austragen, wenn der Frauen- und der Jugendspielbetrieb nicht gestört werden.“

Laut Lücker wird viel Rücksicht im Fußball nötig sein, damit man maximale Flexibilität erreichen kann – und die müsse es aufgrund der Besonderheiten in Bezug auf die Corona-Situation zweifelsohne geben.

Lücker geht davon aus, dass es eine Vielzahl von (kurzfristigen) Spielverlegungen geben wird, wenn die konkreten Belegungspläne der Sportplätze stehen. „Aufgrund dessen werden zumindest in der Hinrunde keine Kosten für Spielverlegungen durch den Kreisjugendausschuss erhoben“, stellte der Jugendchef klar. Zur Entzerrung auf den Plätzen sei gerade für größere Vereine auch der Heimrechttausch ein Mittel. Zudem könnten Jugendspielgemeinschaften auf die verschiedenen Plätze der Vereine ausweichen – und in den Kommunen müssten wohl sämtliche Anlagen genutzt werden.

Hallenrunde nach jetzigem Stand "utopisch"

Beim Beispiel BW Lohne nannte Lücker neben dem Heinz-Dettmer-Stadion auch noch den Platz am Gymnasium und das Stadion von Amasyaspor als mögliche Orte, an denen BWL-Jugendspiele ausgetragen werden könnten. „Es wird immer gute Kommunikation notwendig sein, damit jeder weiß, wo er hinfahren muss“, merkte er an.

Was die Einhaltung der Corona-Richtlinien des Landes Niedersachsen und des Bundes betrifft, obliegt die Verantwortlichkeit komplett den Vereinen. Lücker betonte, dass der Verband hier keine Kontrollfunktion übernehmen könne. Jeder Verein sollte bei dieser Angelegenheit daher Rücksprache mit den jeweiligen Behörden halten.

Eine Hallenrunde wird es im Jugendbereich indes nach jetzigem Stand nicht geben. David Lücker bezeichnete eine Durchführung nach den aktuell geltenden Vorschriften als „utopisch“. Auch bei diesem Thema herrschte Einigkeit.

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