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Die heimischen Experten sind begeistert

EM-Umfrage nach dem deutschen 4:2-Sieg gegen Portugal: Robin Gosens sammelt reichlich Pluspunkte - ein Haar in der Suppe gibt's aber auch.

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Prächtige Laune in München: Deutschlands EM-Entdeckung Robin Gosens (rechts) feiert sein 4:1 gegen Portugal zusammen mit Serge Gnabry. Foto: dpa / Guelland

Prächtige Laune in München: Deutschlands EM-Entdeckung Robin Gosens (rechts) feiert sein 4:1 gegen Portugal zusammen mit Serge Gnabry. Foto: dpa / Guelland

4:2 gegen Europameister Portugal – die Fußball-Welt in Deutschland ist wieder in Ordnung. Vergessen ist der Frust vom 0:1-Start gegen Frankreich. Wie haben die heimischen Experten das zweite EM-Spiel gesehen? Wie fällt die Analyse aus? Die OM-Medien-Sportredaktion hat sich erneut in der lokalen Sportszene umgehört. Hier das Ergebnis:

Thorsten Tönnies (Neuzugang beim Fußball-Oberligisten BW Lohne): „Ich bin eigentlich bei Turnieren immer positiv gestimmt. Ich habe uns auch gegen Frankreich nicht so schwach gesehen. Jetzt hatten wir Ballbesitz und Chancen. Das war ein Spiel, was man gut anschauen konnte. Nach der starken Anfangsphase und dem frühen 0:1 ging es gut weiter. Richtig stark fand ich Robin Gosens, er bringt neue Sachen rein, schießt ein Tor, eigentlich ja zwei und legt noch zwei Tore auf. Ich bin für das Ungarn-Spiel optimistisch. Wir sollen jetzt auf jeden Fall versuchen, als Gruppensieger oder -zweiter weiterzukommen.“

Christian Smitz (Trainer des Fußball-Kreisligisten BV Bühren): „Die deutsche Mannschaft hat mir richtig gut gefallen, obwohl das 0:1 schon ein Schock war. Sie ist viel mutiger als gegen Frankreich aufgetreten, als sie meines Erachtens zu viele Angriffe kurz vor dem gegnerischen Strafraum abgebrochen hat. Diesmal kamen etliche Bälle vors Tor der Portugiesen, so wurden unter anderem die beiden Eigentore erzwungen. Robin Gosens auf der linken Seite war der alles überragende Mann.“

Artur Zimmermann (Trainer des Fußball-Landesligisten Falke Steinfeld): „Die Mannschaft hat's echt gut gemacht. Ich war überrascht, dass es gar keine Wechsel in der Startelf gab. Ich hatte mit ein, zwei Änderungen gerechnet. Aber es hat sich als richtige Entscheidung entpuppt, alle haben gut gespielt. Das erste Gegentor ist ärgerlich. Dass nach eigener Ecke nicht alle sofort umschalten, macht einen als Trainer ja wahnsinnig. Es ist bestimmt angesprochen worden, aber es haben nicht alle richtig umgesetzt. Und zu Gosens: Ich hab' ihn vorher nie so richtig wahrgenommen. Er ist ein gutes Beispiel dafür, dass Talent nicht alles ist. Leidenschaft ist genauso wichtig, das hat Gosens gezeigt. Volldampf nach vorne und hinten, das war schon stark. Er hängt sich voll rein, und das pusht ja auch die Mitspieler.“

Guido Thöle (Basketball-Coach VfL Löningen): „Die Mannschaft hat sehr gut nach vorne gespielt und sich auch durch den Rückstand nicht aus dem Konzept bringen lassen. Gosens war natürlich eine Granate. Die vielen Wechsel gegen Ende fand ich im Gegensatz zu anderen nicht schlimm. Ich denke, Löw hat seine Elf gefunden, daher will er die Stammspieler wohl etwas schonen. Der überzeugende Sieg könnte eine Art Initialzündung für den weiteren Turnierverlauf gewesen sein.“

Thomas Schmunkamp (Trainer des Fußball-Bezirksligisten  Amasyaspor Lohne): „Ich hab' mich riesig gefreut. Ich war auch überrascht, dass mit der gleichen Aufstellung gespielt wurde. Havertz war im ersten Spiel ja nicht so der Bringer, jetzt war er viel besser – und Löw hat alles richtig gemacht, das kann man nicht anders sagen. Wir haben das Spiel bestimmt und auch nach dem 0:1 stabil weitergespielt. Bis zum 4:1 war's wie aus einem Guss. Der Doppelwechsel kurz nach dem 4:1 kam für mich ein bisschen zu früh. Man hatte irgendwie das Gefühl, dass schon alles klar ist. Aber so sind wir Deutschen: Wir suchen ja immer das Haar in der Suppe.“

Marie Moorkamp (Fußballerin bei der DJK Bunnen): „Die Spieler haben Löws Taktik diesmal sehr gut umgesetzt. Sie haben früh attackiert und die Portugiesen so zu Fehlern gezwungen. Ich bin zwar kein Fan von seiner Dreierkette, am Samstag hat es aber gepasst. Mein Man of the Match? Ganz klar: Robin Gosens. Sein Auftritt auf links war bärenstark. Löws Wechsel konnte ich wieder nicht verstehen. Warum bringt er Halstenberg für Gosens? In der Defensive ist bei den Deutschen noch Luft nach oben, hier gab es das eine oder andere Abstimmungsproblem."

Fabian Lang (bis jetzt Trainer des Fußball-Kreisligisten RW Visbek, künftig RW Damme): „Wir waren offensiv im letzten Drittel deutlich stärker im Vergleich zum Frankreich-Spiel. Vor allem über die Außenbahnen war das stark. Allerdings war es in der Defensive bei Standards zu unsicher. Das ist noch ausbaufähig. Dennoch war es ein starkes Spiel mit Robin Gosens als bestem Mann auf dem Platz. Er hatte sehr gute Offensivaktionen, sowohl bei Flanken als auch in der Box und spielt sehr unbekümmert. Ich glaube, dass die deutsche Elf jetzt einen Push kriegt und gegen Ungarn im letzten Spiel klar gewinnt.“

Ludger Wessel (2. Vorsitzender der Volleyballabteilung des TV Cloppenburg): „Das war ein absolutes Topspiel von unserer Mannschaft, nahezu perfekt. In der Offensive waren wir diesmal sehr effektiv – vor allem auch dank des überragenden Robin Gosens. Der Auftritt der Jungs war überzeugend, sie sind bissig aufgetreten. Nach der Pleite gegen Frankreich war ich skeptisch, jetzt sehe ich den kommenden Spielen optimistisch entgegen.“

Uwe Mucker (Trainer des Fußball-Kreisklassisten SV Carum): „Das Spiel hat mir sehr gut gefallen. Man hat von Beginn an den Eindruck gehabt, dass die Mannschaft bissig ist. Die Portugiesen wurden zwischenzeitlich ordentlich eingeschnürt. Das Gegentor war dann bitter. Da wurde nicht gut abgesichert, aber die Mentalität hat gestimmt und das Ergebnis war schnell korrigiert. Hervorheben will ich Gosens, der einen Sahne-Tag hatte und bockstark auf der Außenbahn war. Jetzt hat Deutschland das Achtelfinale in der eigenen Hand und spielt gegen einen vermeintlich einfachen Gegner. Allerdings hat es bei der EM schon einige überraschende Ergebnisse gegeben.“

André Schöning (Sportlicher Leiter der Fußballer des BV Garrel): „Es hat richtig Spaß gemacht, der deutschen Mannschaft zuzusehen. Die Offensivabteilung hat mir sehr gut gefallen. Gosens hat einen unheimlichen Zug zum Tor, seine Pässe und Flanken in den portugiesischen Strafraum waren präzise und knallhart. Die Wechsel von Jogi Löw konnte ich nicht verstehen, da machte er meiner Meinung nach wie schon gegen Frankreich keine gute Figur. Alles in allem haben wir gezeigt, dass wir um den EM-Titel mitspielen können. Das Halbfinale sollte in dieser Verfassung mindestens drin sein.“

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