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Die Erwartungen sind gestiegen

Die EWE Baskets Oldenburg haben ihren Kader namhaft verstärkt und gehören zu den Top-3-Kandidaten in der Basketball-Bundesliga.

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Seit März 2015 im Amt: Oldenburgs Coach Mladen Drijencic. Foto: dpa

Seit März 2015 im Amt: Oldenburgs Coach Mladen Drijencic. Foto: dpa

Keine Frage, die EWE Baskets Oldenburg haben im vergangenen Juni ein starkes BBL-Finalturnier gespielt. Nach der Auftaktniederlage gegen Ulm gab's drei Siege gegen Göttingen, die Überflieger aus Crailsheim und sogar gegen Titelverteidiger Bayern München. Im Viertelfinale folgten zwei Erfolge gegen Bamberg. Dann jedoch ging den „Donnervögeln“ die Puste aus. Im Halbfinale gegen Alba Berlin war nichts mehr im Tank.

Für den ganz großen Wurf war das Aufgebot der Oldenburger schlichtweg nicht tief genug besetzt. Ein Problem, das erkannt und behoben wurde. Für die neue Saison haben sich die EWE Baskets viel breiter aufgestellt. Der Klub gewann das Tauziehen um zwei der begehrtesten deutschen Profis, die auf dem Markt waren, und der neue Spielmacher hat eine beeindruckende Vita. Kein Wunder, dass Srdjan Klaric, der sportliche Leiter der Oldenburger, nach Abschluss der Transferaktivitäten von „einem der besten Teams unserer Klub-Geschichte“ sprach.

"Ich bin von unserer neuen Mannschaft begeistert und beeindruckt.“Oldenburgs Dauerbrenner Rickey Paulding über das Team 20/21.

Der 48-Jährige, der zusammen mit Coach Mladen Drijencic für die Kaderplanung verantwortlich ist, sieht „mehr Athletik im Team“. Und das soll mehr Druck in der Verteidigung sowie mehr Tempo im Angriff zur Folge haben. Klaric ist nicht der einzige, der guter Dinge ist. Hermann Schüller, der geschäftsführende Gesellschafter, sagte beispielsweise: „Die individuelle Qualität ist deutlich höher geworden.“ Bei Coach Drijencic, der seit März 2015 im Amt ist, hörte sich das so an: „Wir sind breiter aufgestellt und verfügen auf einigen Positionen über mehr Qualität.“ Und „Mr. Oldenburg“ Rickey Paulding, der in seine 14. Saison an der Hunte geht und bereits 513 BBL-Spiele für die EWE Baskets absolviert hat, geriet förmlich ins Schwärmen. „Ich bin von unserer neuen Mannschaft begeistert und beeindruckt“, sagte der 38-Jährige.

Nur vier Neue: Der Umbruch ist überschaubar

Starke Worte überall, denen nun entsprechende Taten folgen sollen – und vielleicht sogar müssen. Mit den Neuzugängen und einigen Vertragsverlängerungen schürte Oldenburg die Erwartungen, und nicht nur die eigenen. Oldenburg, nach dem Meistertitel 2009 noch zweimal Vizemeister (2013 und 2017), einmal Pokalsieger (2015) und einmal im Pokalfinale (2020), möchte den Rückstand auf Alba Berlin und Bayern München verkürzen – und genau das wird dem heißen Top-3-Anwärter auch zugetraut. Klaric betonte aber auch, dass man erst noch abwarten müsse, wie die neue Mannschaft auf dem Feld funktioniert. Immerhin: Bei nur vier Neuzugängen ist der Umbruch erneut überschaubar.

Neuer Spielmacher ist Phil Pressey (29), ein explosiver US-Guard mit BBL-Star-Potenzial. Er spielte für den FC Barcelona und Besiktas Istanbul, absolvierte 125 NBA-Spiele für die Boston Celtics und war zuletzt in Spanien einer der besten Verteidiger und Passgeber. „Es spricht für die Qualität und internationale Strahlkraft unseres Klubs, dass wir einen Spieler dieser Qualität von uns überzeugen konnten“, sagte Schüller. Und die deutschen Top-Transfers? Oldenburg angelte sich den letztjährigen Shootingstar Sebastian Herrera aus Crailsheim sowie Center Martin Breunig aus Bonn, der nun mit Rasid Mahalbasic und Nathan Boothe das vielleicht variabelste und stärkste Big-Men-Trio der Liga bildet.

Im Pokal zwei Dämpfer gegen Bonn und Braunschweig

Offen ist jetzt nur noch, ob es sich als Segen oder Fluch erweist, dass Oldenburg in der neuen Saison nicht in einem Europapokal-Wettbewerb spielt. Bei nur einer Partie pro Woche könnte der Luxuskader zu einem Luxusproblem werden. Denn: Der eine oder andere wird zwangsläufig Abstriche machen müssen. Da hilft am Ende wohl nur eins: Siege. Im Pokal gab's noch keine. 76:90 gegen Bonn, 88:97 gegen Braunschweig – das hatten sich die EWE Baskets ganz anders vorgestellt.

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