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Die Atmosphäre stimmt, die Form noch nicht

Rasta Vechta freut sich über die Rückkehr von Fans in den Rasta-Dome. Aber: Der Basketball-Zweitligist verliert vor 767 Zuschauern sein Testspiel gegen die Eisbären Bremerhaven mit 70:85.

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Lichtblick an einem ernüchternden Abend: Rastas Kapitän Josh Young kam als bester Werfer auf 18 Punkte. Foto: Christian Becker

Lichtblick an einem ernüchternden Abend: Rastas Kapitän Josh Young kam als bester Werfer auf 18 Punkte. Foto: Christian Becker

Die gute Nachricht vorweg: Die Geisterspiel-Atmosphäre im Rasta-Dome ist vorbei, nach 25 Spielen ohne Fans, nach einer langen Zeit der Stille, ist wieder Leben in der Bude. Aber keine gute Nachricht ohne schlechte: Die Basketballer von Rasta Vechta sind noch weit von einer Form entfernt, die auf eine erfolgreiche Saison in der 2. Bundesliga ProA hoffen lässt. Der BBL-Absteiger, der einen gewaltigen Umbruch mit zehn Neuzugängen zu bewerkstelligen hat, kassierte am Dienstagabend bei seiner offiziellen „Saisoneröffnung“ eine 70:85 (32:45) -Niederlage gegen den ProA-Rivalen Eisbären Bremerhaven.

Für Rasta war's nach den Partien gegen Paderborn (68:81), Artland Dragons (44:60) und Aufsteiger VfL Bochum (66:85) bereits die vierte Niederlage in der Pre-Season, nur beim Vizemeister Bayer Leverkusen gab's einen Sieg (88:68).

767 Zuschauer sorgten für eine lange vermisste Atmosphäre an der Pariser Straße – sie gewannen dabei allerdings auch einen Eindruck, den Rastas Coach Derrick Allen nach der Partie so formulierte: „Wir haben noch sehr viel zu tun. Ich erwarte von der Mannschaft, dass sie besser spielt – und das kann sie auch.“ Er habe im ersten und dritten Viertel einige Dinge gesehen, die gut waren. Ansonsten gab's aber, und das räumte Allen offen ein, „vieles, das nicht gut war“. Die Zahl der Ballverluste (19) war für seinen Geschmack „viel zu hoch“, gleiches galt für die Zahl der Offensivrebounds der Gäste (17). Und Allen wiederholte: „Auf uns wartet viel Arbeit.“

Am Sonntag testet Rasta den Mitteldeutschen BC

Die Zeit drängt ein wenig: Am Sonntag gibt es das letzte Testspiel gegen den Erstligisten Mitteldeutschen BC, am 17. September (Freitag, 19.30 Uhr) folgt dann der ProA-Start gegen die Rostock Seawolves, die wie Bremerhaven und Rasta ein Wörtchen um die Top-4-Plätze mitreden wollen.

Neben der Rückkehr der Fans in die Arena nach anderthalb Jahren Abstinenz (Allen: „Ich hatte zu Beginn des Spiels Gänsehaut“) gab's für Rastas Trainer noch einen weiteren Lichtblick: „Zum ersten Mal hatten wir elf Spieler.“ Eine Anspielung auf die Rückkehr von Nigel Pruitt nach auskurierter Oberschenkelverletzung sowie von Ugandas Nationalspieler Deng Geu, der am Montag von der Afrika-Meisterschaft in Ruanda zurückgekehrt war und zwei Wochen der Vorbereitung verpasst hatte.

Topscorer bei Rasta war Kapitän Josh Young mit 18 Punkten, gefolgt von Rückkehrer Carlos Medlock (10) – die beiden US-Guards waren auch die einzigen Rastaner, die zweistellig punkteten. Beste Werfer bei den Eisbären waren Kevin Yebo (20), D.J. Laster (15), Carrington Love (11) und der Ex-Rastaner Jarelle Reischel (10).

Noch mal zurück zur Kulisse: Rasta setzte erstmals sein 2G-Konzept um und wertete die Kulisse als ordentlich. Fakt ist jedoch auch: Die erlaubte Besucherzahl von 1500 erreichte der Ex-Erstligist nur zur Hälfte – und es war der zweitschlechteste Besuch bei einem öffentlichen Test in den letzten acht Jahren.

Entwischt: Rastas Carlos Medlock (rechts) zieht an Bremerhavens Armani Moore vorbei. Foto: Christian BeckerEntwischt: Rastas Carlos Medlock (rechts) zieht an Bremerhavens Armani Moore vorbei. Foto: Christian Becker

Nach einem „Happy Birthday“-Ständchen für Rastas Klubchef Stefan Niemeyer, der am Tag der offiziellen Saisoneröffnung seinen 61. Geburtstag feierte, und nach einem guten ersten Viertel kam Rasta ins Straucheln. Offensiv stotterte der Motor gewaltig (sieben Ballverluste im zweiten Viertel), defensiv liefen die Gastgeber, die bis auf den verletzten A.J. Turner alle Mann an Bord hatten, oft nur hinterher. Folge: ein 0:11-Lauf zum 30:41.

„In der Fünf-gegen-fünf-Defense haben wir einen guten Job gemacht, das war okay. Die vielen Ballverluste und die Fastbreaks haben uns aber weh getan“, haderte Allen. In der ersten schlechteren Phase gerieten auch Rastas Taktgeber Medlock und Bremerhavens Guard Konstantin Konga aneinander – einem kleinen Gerangel am Boden folgte ein Kopf-an-Kopf-Trashtalk, an dessen Ende zwei technische Fouls standen. Ja, es war richtig Dampf drin. Der Saisonauftakt steht kurz bevor. Zeit, die ersten Statements zu setzen.

Im dritten Viertel kam Rasta bis auf 54:58 heran – auch dank drei Dreier in Folge von Young. Die Eisbären Bremerhaven, die 2019 aus der 1. Liga abgestiegen waren und die letzten zwei ProA-Hauptrunden auf den Plätzen zwei und drei abgeschlossen hatten, ließen sich zwei Tage nach ihrer 92:97-Niederlage bei den Artland Dragons aber nicht mehr die Butter vom Brot nehmen. Sie bestraften Rastas Fehler im letzten Viertel eiskalt. Und so fiel der finale Applaus für Young und Co. auch eher zaghaft aus.

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