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DHB zählt die 3. Ligen zum Profibereich

Die Handballfrauen des BV Garrel und die Männer des TV Cloppenburg dürfen den Trainingsbetrieb aufrechterhalten. SFN Vechta hat ebenfalls eine Ausnahmegenehmigung beantragt.

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Handballfrauen des BV Garrel und -männer des TV Cloppenburg dürfen Trainingsbetrieb aufrechterhalten. Foto: Langosch<br>

Handballfrauen des BV Garrel und -männer des TV Cloppenburg dürfen Trainingsbetrieb aufrechterhalten. Foto: Langosch

Die beiden besten Handballmannschaften des Kreises Cloppenburg sowie die Frauen von SFN Vechta dürfen darauf hoffen, noch im November den Spielbetrieb weiterzuführen. Der Deutsche Handballbund (DHB) hat die Teams der 3. Ligen dem Profibereich zugeordnet. Damit fallen sie nicht unter die bundesweit gültigen Lockdown-Bedingungen. Sowohl die Damen des BV Garrel und von SFN Vechta als auch die Männer des TV Cloppenburg gehören der 3. Liga an und können zumindest erst einmal weitertrainieren. SFN Vechta hat dafür eine Ausnahmegenehmigung bei der Stadt und dem Landkreis Vechta beantragt. 

Der DHB hat seine Einschätzung den Drittligisten mitgeteilt mit dem Vermerk: Zur Weiterleitung an die Behörden. Der Verband schließt sich der Sichtweise des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) an, der offiziell hat verlauten lassen: „Nach DOSB-Verständnis fallen ... die 1. bis 3. Ligen in allen olympischen und nicht-olympischen Sportarten ... in diesem Fall unter die Definition „Profisport“.“.

Der DHB meint, dass die 3. Ligen in seinem Verband „diese Voraussetzungen unstrittig erfüllen“ und fordert darüber hinaus: „Um eine bundesweite einheitliche Vorgehensweise zu gewährleisten und auch wettbewerbsverzerrende Voraussetzungen für die einzelnen Vereine zu verhindern, ist der Zugang zu Sportstätten für die Vereine der 3. Liga und der Jugendbundesliga von den zuständigen Behörden im November zu ermöglichen.“

Die Nachricht kam bei den CLP-Vertretern gut an: „Wir freuen uns riesig, dass wir zügig weitermachen dürfen“, meint Jonas Kettmann, Mitglied des Teammanagements bei den Garreler Frauen. Aktuell ruht der Trainingsbetrieb zwar wegen eines Coronafalls im Umfeld des Teams, aber die Quarantäne endet bei den meisten Spielerinnen im Laufe der nächsten Woche, so dass Trainerin Renee Verschuren ihre Schützlinge bald wieder zur nächsten Einheit bitten kann.

Der DHB hatte die Punktspielrunde am vergangenen Freitag vom vorigen Montag an bis einschließlich Sonntag, 15. November, ausgesetzt. Somit fällt für den BVG nur noch eine Partie (beim ASC 09 Dortmund am 15. November) aus, da das nächste Wochenende sowieso spielfrei gewesen wäre.

Die Männer des TV Cloppenburg sind ebenfalls erleichtert über die Mitteilung des DHB, wenngleich sie aber vom Landkreis Cloppenburg mündlich eine Ausnahmegenehmigung erhalten hatten, das Training fortzuführen. „Wir gehen mit diesem Privileg sehr verantwortungsbewusst um“, beteuert Christian Bien, übergangsweise Abteilungsleiter Handball beim TVC. Den Cloppenburgern entgehen zwar die Partien am Wochenende (am Freitag gegen Habenhausen, am Sonntag in Gen-
sungen) sowie das Heimspiel gegen Ahlen acht Tage darauf , aber dafür soll es am 21. November mit dem Spiel gegen den HSV Hannover weitergehen.

Eine Frage ist: Wer bezahlt mögliche Corona-Tests?

Die Drittligisten richten sich zudem darauf ein, dass für sie regelmäßige Coronatests verbindlich werden. „Wir könnten uns vorstellen, das zu organisieren“, meint Jonas Kettmann für Garrels Frauenteam. Auch Bien ist für den TVC zuversichtlich, dies hinzubekommen. Noch offen ist die Frage, wer die Finanzierung übernimmt.

Offen ist zudem, wie die Saison in den 3. Ligen der Männer fortgesetzt wird. Angesichts der bereits jetzt schon zahlreichen Ausfälle scheint es illusorisch, dass die 34 Spieltage, die in den vier 18er-Staffeln anstehen, über die Bühne gebracht werden können. Ob es ein neues Szenario geben wird, darüber soll auch ein virtueller Staffeltag Klarheit bringen. Der Verantwortliche für die 3. Liga Männer im DHB, Andreas Tiemann, wird die Vereinsvertreter in der nächsten Woche zu einer Videokonferenz laden.

TVC-Coach Barna-Zsolt Akacsos ist derweil froh, mit seinem Team weitertrainieren zu können. Überrascht ist er aber von der DHB-Entscheidung nicht: „Ich habe damit gerechnet. So viele Mannschaften, gerade im Männerbereich, spielen unter Vollprofibedingungen, da konnte der DHB gar nicht anders. Und nun haben wir Zeit, die Rückstände aus dem Lockdown im Kreis Cloppenburg zwischen Mitte September und Mitte Oktober aufzuholen.“

Bei SFN Vechta hält sich die Begeisterung in Grenzen

Bei SFN Vechta hielt sich die Begeisterung über die Einordnung in den Profibereich in Grenzen. „Das stößt bei mir persönlich auf Unverständnis, weil wir faktisch keine Profis sind. Es wird dort kein Geld verdient“, sagt Abteilungsleiter Jörn Borchardt. Zudem stehe die Einordnung durch den DHB im Widerspruch zur Corona-Verordnung des Landes Niedersachsen. Hier heißt es, dass Mannschaftssportler „ihre Sportart berufsmäßig ausüben“, müssen, um als Profisportler zu gelten. Um für alle Fälle gerüstet zu sein, hat SFN nun bei der Stadt und dem Landkreis eine Ausnahmegenehmigung für den Trainings- und Spielbetrieb beantragt und wartet die Entscheidung der Behörden ab.

SFN-Trainer Kai Freese befürchtet vor allem, dass es verpflichtende Corona-Tests für die Mannschaften geben wird und die Klubs, die zurzeit ohnehin keine Zuschauereinnahmen haben, auf den Kosten für die Tests sitzen bleiben. "Das geht gar nicht", sagt Freese: "Dann bricht unser ganzes Finanzsystem zusammen." Laut DHB besteht zurzeit allerdings noch keine Testpflicht für den Bereich der 3. Liga.

Auch die Einordnung in den Profibereich kann Kai Freese zumindest bei den Frauen nicht nachvollziehen: "Wir sind alles Feierabendhandballer", hatte er zu dem Thema schon am vergangenen Samstag festgestellt.   

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