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DHB bevorzugt "Corona-Pokal" für Drittligisten

Wegen der Pandemie ist ein neuer Spielmodus geplant. Bis zu 150 Klubvertreter nahmen an einer Videokonferenz teil. Interessierte Vereine sollen eine Aufstiegsrunde ausspielen, Absteiger gibt es nicht.

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Ohne Druck aufspielen: Nach den Vorstellungen des DHB soll es in den 3.Ligen der Männer in dieser Saison keine Absteiger gaben. Damit würden Ole Harms (rotes Trikot) und Co. vom TV Cloppenburg auch in der Punktspielrunde 2021/22 in der dritthöchsten deutschen Spielklasse antreten. Foto: Langosch

Ohne Druck aufspielen: Nach den Vorstellungen des DHB soll es in den 3.Ligen der Männer in dieser Saison keine Absteiger gaben. Damit würden Ole Harms (rotes Trikot) und Co. vom TV Cloppenburg auch in der Punktspielrunde 2021/22 in der dritthöchsten deutschen Spielklasse antreten. Foto: Langosch

Die 72 Vereine in den 3. Handballligen der Männer haben am Dienstagabend eine lebhafte Debatte mit dem Deutschen Handballbund über die Fortsetzung der coronabedingt unterbrochenen Saison 2020/2021 geführt: Staffelleiter Andreas Tiemann (Minden) präsentierte den bis zu 150 Klubvertretern, die an dieser Videokonferenz teilnahmen, zwei Möglichkeiten, wie der Verband sich die restliche Punktspielrunde vorstellt.

"Es war keine Monolog meinerseits, sondern wir haben uns intensiv ausgetauscht. Ich freue mich sehr darüber, wie groß das Interesse war", meinte Tiemann. Variante 1 sieht vor, dass die aktuelle Saison mit einer einfachen Runde zu Ende gebracht wird. Demnach würde also die komplette Rückserie entfallen. Voraussetzung dafür wäre aber, dass Anfang März der Spielbetrieb wieder aufgenommen werden kann. "Diese Möglichkeit halte ich für relativ unwahrscheinlich", sagte Tiemann. "Der Spielbetrieb ist ja bereits bis zum 28. Februar ausgesetzt. Wenn nun noch die Konferenz mit Bundeskanzlerin Merkel und den Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten am 25. Januar beschließen sollte, den Lockdown um weitere 2 bis 3 Wochen zu verlängern, ist es kaum noch möglich, auch diese Einfachrunde durchzubringen."

Nach Spielpause wären zunächt 4 Wochen Vorbereitung nötig

Nach der seit Ende Oktober verhängten Spielpause, in der die meisten Mannschaften nicht einmal mehr trainieren dürfen, wie etwa der TV Cloppenburg in der Staffel Nord-West, wären mindestens 4 Wochen Vorbereitung fällig, bevor realistisch betrachtet wieder um Punkte gespielt werden kann.

Zwangspause: TVC-Keeper Hendrik Legeler hofft, dass er möglichst bald wieder sein Können zeigen kann. Foto: LangoschZwangspause: TVC-Keeper Hendrik Legeler hofft, dass er möglichst bald wieder sein Können zeigen kann. Foto: Langosch

Wesentlich wahrscheinlicher als die erste Variante ist Alternative 2. Nach dieser wird der reguläre Punktspielbetrieb zur Gänze ausgesetzt. Das heißt aber nicht, dass die Saison 2020/2021 annulliert wird. "Davon kann keine Rede sein", betont Tiemann und führt aus: "Alle aufstiegswilligen Mannschaften würden bundesweit in Staffeln einsortiert und eine Aufstiegsrunde zur 2. Bundesliga ausspielen. Diese könnte im April, vielleicht sogar erst im Mai beginnen. Die übrigen Mannschaften könnten ebenfalls in kleine Gruppen aufgeteilt werden und dann Plätze im DHB-Pokal ausspielen. Das wäre dann so etwas wie ein ,Corona-Pokal‘. Es würde allerdings keine Absteiger aus der 3. Liga geben und eine Teilnahme am Corona-Pokal ist auch keine Pflicht."

Viele Vereine befürworten Variante 2

Für Tiemann ist diese Lösung die Variante, "die am meisten die Wünsche aller Vereine berücksichtigt. Alle anderen Möglichkeiten wären sportlich nicht fair. Nehmen wir das Beispiel TV Cloppenburg. Der TVC musste nach dem lokalen Lockdown im Landkreis den Saisonbeginn um vier Wochen verschieben und dann einen Kaltstart hinlegen. Gut möglich, dass der TVC andernfalls ein paar Punkte mehr auf dem Konto hätte. Auf jeden Fall wäre es ungerecht, wenn die Cloppenburger nach einer Saison unter diesen Bedingungen absteigen müsste".

Diese Variante 2 habe eine große Mehrheit der Vereine befürwortet“, meinte Tiemann. Den Vorschlag muss nun aber noch der Bundesrat im DHB, die Versammlung aller Präsidenten der Landesverbände, absegnen. Der TV Cloppenburg begrüßt den Vorschlag. "Wir würden sofort melden und mitmachen", meint der kommissarische Abteilungsleiter, Christian Bien. "Die Mannschaft ist heiß und will unbedingt wieder trainieren und dann spielen. Außerdem könnten wir mit dieser Runde unseren Sponsoren noch etwas bieten und vielleicht sind dann auch wieder Zuschauer möglich."

"Die einfache Runde halte ich für illusorisch."Andreas Tiemann

Die erstgenannte Variante mit einer einfachen Runde kommt für Bien nicht infrage. "Ich bezweifele schon, dass ein Start im März möglich sein wird. Wahrscheinlich müssten wir dann über Ostern und Pfingsten zweimal spielen. Und dann dürfte auch nichts mehr passieren, das wegen Corona weitere Partien ausfallen. Die einfache Runde halte ich für illusorisch."

Wann Corona-Pokal ausgetragen werden könnte, ist offen

In welchem Zeitrahmen dieser "Corona-Pokal" ausgetragen werden soll, hält Staffelleiter Tiemann noch offen. "Wir können da flexibel reagieren. Der Spielbetrieb ist ja sowieso bis Ende Februar ausgesetzt, von daher stehen wir auch nicht unter Druck." Nach Möglichkeit soll die Runde bis Ende Mai abgeschlossen sein.

Für die Punktspielrunde 2021/2022 plant Tiemann einen frühen Start. Da es keine Absteiger, aber Aufsteiger aus den zwölf Oberligen geben soll, rechnet Tiemann mit rund 85 Mannschaften. Die möchte er dann in 8 oder 9 Staffeln mit jeweils 10 bis 11 Mannschaften einteilen. Durch den frühen Start wäre er gewappnet, sollte es im nächsten Winter zu einer dritten Coronawelle kommen. Bleibt diese aus und es kann durchgängig gespielt werden, wäre die Punktrunde zum Jahreswechsel fast schon durch. Dann ist geplant, im Kalenderjahr 2022 Auf- und Abstiegsrunden auszutragen.

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