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Deutsche Fußball-Einheit als Auslaufmodell

21 Landesverbände, 21 Entscheidungen über Saison-Abbruch oder -Fortsetzung: Im Amateurfußball entsteht ein Flickenteppich. Der Trend geht zum vorzeitigen Ende.

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Blumenwiese statt Fußballplatz: In den meisten Gebieten Deutschlands wird die Amateur-Saison abgebrochen. Foto:dpa/Rehder

Blumenwiese statt Fußballplatz: In den meisten Gebieten Deutschlands wird die Amateur-Saison abgebrochen. Foto:dpa/Rehder

Fußball-Deutschland ist gespalten – in 21 Teile. Wie soll es im Amateurbereich weitergehen? Abbruch mit Wertung, Annullierung oder Fortsetzung im Herbst? Ein Überblick über den aktuellen Stand in allen Landesverbänden.

Niedersachsen
Die Vereine plädierten mit großer Mehrheit für einen Abbruch der Spielzeit 2019/20. Am Montagabend tagte der Verbandsvorstand erneut. Einen Beschluss gab es nicht, aber das weitere Vorgehen wurde festgelegt: Am Samstag wird es für die Vereine Web-Seminare zur Information über vier mögliche Szenarien geben: Abbruch mit Auf- und Absteigern, Abbruch nur mit Aufsteigern, Annullierung und Fortsetzung. Bei Variante 1 und 2 würde die Quotientenregelung (Punkte geteilt durch Spiele) gelten. Ein Verbandstag wurde nicht festgelegt; spätester Termin dafür ist der 27. Juni.

Bremen
Der Verband hat sich noch für kein Szenario entschieden. Eine Annullierung bezeichnete Präsident Björn Fecker im Weser-Kurier als „unrealistisch“.

Hamburg
Die Entscheidung wurde kürzlich vertagt, nun läuft bis zum 17. Mai eine Meinungsabfrage. Zwei Tage später sollen die Ergebnisse veröffentlicht werden.

Westfalen
Im Juni wird entschieden, aber der Plan steht schon: Die Saison wird abgebrochen – mit Aufsteigern, ohne Absteiger. Der aktuelle Spitzenreiter steigt jeweils auf. Wenn zur Hinrunde ein anderes Team vorne lag, rückt dies ebenfalls eine Liga hoch. Bei unterschiedlicher Spiel-Anzahl zählt die Quotientenregelung.

Schleswig-Holstein
Seit Samstag steht fest: Die Saison wird abgebrochen, der Meister und bei den Herren auch der „Vize“ steigen auf, es gibt keine Absteiger – Berechnung per Quotientenregelung.

Mecklenburg-Vorpommern
Die Saison ist am vergangenen Donnerstag für beendet erklärt worden. Die Wertung soll am 27. Mai entschieden werden. Eine Annullierung der Spielzeit ist ausgeschlossen.

Mittelrhein
Knapper geht's nicht: 50,14 Prozent der Vereine stimmten für eine Fortsetzung der Saison im Herbst. Auch das Präsidium ist dafür. Eine Entscheidung steht noch nicht.

Niederrhein
Noch keine Lösung, aber eine klare Tendenz: Die Vereine wollen abbrechen. Bis Mitte Mai ist eine Online-Umfrage mit konkreten Szenarien geplant.

Rheinland
Präsidium und Vereine (83 Prozent) sind pro Abbruch. Ein Beschluss liegt noch nicht vor; der Verband will laut Mitteilung „die Aufstiegsfrage indes großzügig und kulant betrachten“.

Berlin
Der Verband wollte die Fortsetzung, die Mehrheit der Klubs nicht. Am 20. Juni entscheiden die Vereine selbst. Laut Tagesspiegel votierten die Klubs in einer unverbindlichen Abstimmung für eine Wertung mit der Hinrundentabelle – mit Auf-, aber ohne Abstieg.

Brandenburg
Schon am 8. April war klar: Die Saison wird nicht verlängert. Am Montagabend gab's den Abbruch-Beschluss. Die Quotientenregelung gilt – mit Aufsteigern, aber ohne Absteiger.

Fußball-Landkarte: Die fünf Regional- und 21 Landesverbände. Grafik: Muns  CC BY-SA 3.0Fußball-Landkarte: Die fünf Regional- und 21 Landesverbände. Grafik: Muns / CC BY-SA 3.0

Sachsen
Die Saison 2019/20 wird laut Beschluss vom 5. Mai beendet. Absteiger soll es nicht geben, Aufsteiger schon. Bei deren Ermittlung soll die Quotientenregelung gelten. Eine Mitgliederbefragung gab es nicht.

Sachsen-Anhalt
Noch ist nichts entschieden. Am Freitag wurde ein Fragebogen an alle Vereine verschickt. Die Klubs können bis Mittwoch teilnehmen. Für den 30. Mai wurde laut Mitteldeutscher Zeitung ein Verbandstag einberufen.

Thüringen
Die Fortsetzung ist beschlossen. 58 Prozent der Klubs stimmten für eine Verlängerung bis ins nächste Jahr – ab September.

„Bei den Meinungen zur Zukunft haben wir auch einen Flickenteppich.“Ronny Zimmermann, Fußball-Verbandschef in Baden

Baden
Eine Entscheidung über Abbruch oder Fortsetzung gibt es noch nicht. Ronny Zimmermann, badischer Verbandschef und DFB-Vizepräsident, sagte der Heilbronner Stimme: „Bei den Meinungen zur Zukunft haben wir auch einen Flickenteppich.“

Südbaden
Auch hier gibt es keine Klarheit. Aber: Die drei baden-württembergischen Verbände streben eine einheitliche Lösung an. „Dabei spielen rechtliche Aspekte eine gewichtige Rolle, die vorab zu prüfen waren“, heißt es in einer Pressemitteilung.

Württemberg
Die Situation ist identisch wie in Baden und Südbaden. Aber sie könnte sich schnell ändern: Am Dienstag wollen die drei Verbände laut dem Badischen Tagblatt ihre gemeinsame Haltung und die weitere Planung kommunizieren und begründen.

Hessen
In Hessen nichts Neues. Die 32 Kreisfußballwarte holen derzeit ein Stimmungsbild ein. Wiesbadens Wart Dieter Elsenbast sagte dem Wiesbadener Kurier, die Mehrheit sei pro Abbruch. Am Samstag (16. Mai) tagt das Präsidium, eine Entscheidung soll am 30. Mai fallen.

Saarland
70 Prozent der Klubs favorisieren einen Abbruch. Die weitere Beratung läuft – und ein Verbandstag ist geplant.

Bayern
Die Bayern machen ab September mit der jetzigen Saison weiter – wenn die Behörden es zulassen. 68 Prozent der Klubs stimmten dem Vorschlag des Präsidiums zu.

Südwest
Der Verband hat nach klarem Votum vergangene Woche beschlossen, die Saison abzubrechen. Über die Wertung wird aktuell beraten.

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