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Der VfL Oythe und die große Abstiegsgefahr

In seiner 17. Saison im Weser-Ems-Oberhaus steht der Fußball-Landesligist mit dem Rücken zur Wand. Trainer Daniel Roth spricht bei OM Online über die Rückserie und seine Zuversicht.

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Kriegt Oythe noch die Kurve? VfL-Außenverteidiger Süleyman Odabasi (links) im Kellerduell gegen Union Lohne. Foto: Wenzel

Kriegt Oythe noch die Kurve? VfL-Außenverteidiger Süleyman Odabasi (links) im Kellerduell gegen Union Lohne. Foto: Wenzel

Die Lage des VfL Oythe ist prekär, da gibt sich Daniel Roth keinerlei Illusionen hin. Er weiß genau, auf was er sich da im vergangenen November eingelassen hat. Der 40-Jährige, der beim kriselnden Fußball-Landesligisten kurz vor dem Ende der Herbstrunde die Nachfolge von Klaus Themann angetreten hat und eine Woche später vom Interimscoach zum neuen Cheftrainer inklusive Zusage für die Saison 2022/23 befördert wurde, kennt die Risiken und Probleme an der Hasenweide. Er sieht aber auch die Chancen – und an die glaubt er. „Jedem, mir natürlich auch, ist bewusst, dass es für uns sehr, sehr schwer wird, die Klasse zu halten. Aber wir sind davon überzeugt, dass wir es noch schaffen. Wir sind stark genug, um die Abstiegsrunde zu meistern“, sagt Roth.

Keine Frage: Der VfL Oythe hat in seiner Landesliga-Historie einige schwierige Momente erlebt. Phasen, in denen man Teil der Abstiegszone war. Aber jetzt, in der 17. Spielzeit im Weser-Ems-Oberhaus, ist die Gefahr des Abstiegs so groß wie noch nie – und das kurz vor dem 75. Vereinsgeburtstag im Juni.

Noch weiß der zweimalige Landesliga-Meister nicht genau, mit welcher Punktausbeute er in die am 27. März beginnende Abstiegsrunde startet. Eins ist klar: Viele Punkte sind's nicht; mit Dinklage oder Schüttorf als Mitstreiter wären es bestenfalls acht, mit Mühlen in der Abstiegsrunde gar nur sieben. Oythe muss in jedem Fall das Feld von hinten aufrollen. Zehn Spiele gegen fünf Rivalen aus der Staffel 1 bleiben noch, um den Gang in die Bezirksliga zu verhindern.

Er ist guter Dinge: Oythes Trainer Daniel Roth. Foto: SchikoraEr ist guter Dinge: Oythes Trainer Daniel Roth. Foto: Schikora

An Hochrechnungen, ob Oythe nun sieben oder acht Siege braucht, will sich Roth nicht beteiligen: „Erst mal geht's doch nur darum, dass die Jungs wieder Selbstvertrauen bekommen.“ Das Selbstvertrauen hat in der ersten Saisonhälfte arg gelitten, der bislang einzige Sieg datiert vom 12. September, danach blieben die Remiskönige 13 Mal in Folge ohne Sieg – eine zermürbende Serie.

Neues Jahr, neue Zuversicht – und die zieht Roth aus der Tatsache, dass Felix Schneppe, Nico Emich, Süleyman Odabasi, Markus Lübberding, Marcel Hesselmann und Lie Sillah nach ihren Verletzungen bzw. beruflichen Verpflichtungen (Tischlerprüfung bei Sillah) alle wieder voll dabei sind. „Der Kader hat Landesliga-Niveau“, sagt Roth und betont: „Die Pause hat gut getan. Alle brennen auf die Rückserie.“

Nur Markus Kohls, der nach seinem Kreuzbandriss mit dem Aufbautraining begonnen hat, fehlt. Und: Nach der Trennung von Jaka Kuhar und Niclas van Geenberghe ist auch Mahmoud Saddik nicht mehr Teil des Kaders. „Das war sein Wunsch“, sagt Roth mit Bedauern.

Um den Kader etwas breiter aufzustellen, wurden Lorenz Holzenkamp, Jakob Büssing, Johannes Finkenstädt und Jonas Suffner aus dem Bezirksliga-Team hochgezogen. Damit sind's nun 18 Feldspieler und drei Torhüter. Verstärkungen von außerhalb gab's nicht – ein kleiner Dämpfer vor dem Re-Start. „Es war nicht einfach, neue Spieler zu bekommen. Es gab drei, vier Leute, mit denen wir gesprochen haben. Aber aus unterschiedlichen Gründen hat's nicht geklappt“, erklärt Roth. Fakt ist: Abstiegskampf mit schwieriger Ausgangslage, mit fehlender Planungssicherheit für 2022/23, ist nicht sonderlich attraktiv. „Wir sind sportlich nicht mehr die Nummer zwei im Kreis, da muss man realistisch sein“, so Roth.

Stephan Stukenborg jetzt spielender Co-Trainer

Die Vorbereitung begann früh (am 15. Januar) – und vorsichtig. Angesichts der vielen muskulären Probleme in der Hinserie legte Oythe zunächst großen Wert auf eine intensive, physiotherapeutische Begleitung. Das erste Testspiel gegen den SC Rieste ist für den 2. Februar geplant. Weitere Gegner sind die SG Freren, JLZ Emsland im SV Meppen (U 19), Hansa Friesoythe, TuS Lemförde und SV Bevern. Am 20. März steigt noch das sportlich bedeutungslose Nachholspiel gegen Melle als Generalprobe für die Abstiegsrunde.

In der Winterpause stellte der VfL Oythe auch den Trainerstab neu auf. Roth, zuvor Co-Trainer von Raphael Dornieden, wird künftig von Kapitän Stephan Stukenborg (spielender Co-Trainer) sowie Christian Stevic unterstützt. „Ich hab' jemanden gesucht, der von außen kommt, der total unbelastet an die Sache rangeht“, so Roth über den Ex-Torwart, der auch für 22/23 zugesagt hat. Weiter dabei sind Scout Malte Wessel und Kalle Egbers als Torwarttrainer-Institution.

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