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Der TVD zwischen Abschied und Anfang

Am Freitag verabschiedet sich Coach Steffen Bury vom Fußball-Landesligisten TV Dinklage. Der Kader für die neue Saison mit Stefan Arlinghaus steht schon.

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Dinklager Derby-Euphorie: Die TVDer um Coach Steffen Bury (2. von rechts) feiern im April 2019 ihren Sieg in Mühlen. Foto: Wenzel

Dinklager Derby-Euphorie: Die TVDer um Coach Steffen Bury (2. von rechts) feiern im April 2019 ihren Sieg in Mühlen. Foto: Wenzel

Steffen Bury hatte viel Zeit, um sich auf seinen Abschied vorzubereiten. Aber der Gedanke an den kommenden Freitag lässt ihn trotzdem nicht ganz kalt. Zum letzten Mal tritt er den Weg zum Jahnstadion an, wo er noch einmal das Training des Fußball-Landesligisten TV Dinklage leitet. Anschließend steht im Kreise der Mannschaft eine kleine Abschiedsfeier an. Dann ist das Kapitel TVD für den 44-jährigen Ex-Profi, der von Stefan Arlinghaus (GW Brockdorf) abgelöst wird, endgültig beendet. „Es ist schon ein bisschen Wehmut dabei“, sagt der Coach. Sein Rückblick auf die zwei Jahre in Dinklage falle „durchweg positiv“ aus.

„Wir hätten es gerne zu Ende gespielt, gerade auch mit dieser Konstellation, dass sich die Wege jetzt trennen“, sagt der gebürtige Freiburger in Anbetracht des bevorstehenden Saison-Abbruchs wegen der Coronavirus-Pandemie. Bury hielt es durchaus für möglich, bis zum Saisonende noch einen oder zwei Plätze nach oben zu klettern. Aber auch so kann sich die Bilanz sehen lassen. Bei der erwarteten Wertung mit der Quotientenregelung würde der TVD die Saison als Fünfter abschließen, als zweitbestes VEC-Team hinter BW Lohne.

„Ich schaue jetzt schon gerne auf die Zeit zurück.“Trainer Steffen Bury

Auch deshalb sagt der scheidende Trainer: „Ich schaue jetzt schon gerne auf die Zeit zurück.“ Nach einem ergebnismäßig schwierigen Start in die Vorsaison stimmten im Jahr 2019 die Ergebnisse (29 Spiele, 14 Siege, sechs Remis, neun Niederlagen). Ingesamt hatten die Dinklager in den zwei Jahren einen Punkteschnitt von 1,44.

Bury hält fest: „Wir hatten ein richtig gutes Miteinander, die Spieler und ich.“ Das größte Highlight für den in Varrelbusch wohnhaften Breisgauer: das „furiose Finale“ der Saison 2018/19, als Dinklage durch einen 1:0-Sieg bei BW Papenburg auf den letzten Metern den Klassenerhalt schaffte. Auch die Derbysiege bleiben dem Coach in guter Erinnerung. Burys Derby-Bilanz: Vier von neun Kreis-Duellen hat der TVD gewonnen, hinzu kamen zwei Unentschieden und drei Niederlagen.

Bury pausiert ein Jahr im Herrenbereich

Das letzte Derby, das letzte Spiel überhaupt liegt nun schon weit zurück. Nach einer langen Zwangspause lud Steffen Bury wieder zweimal wöchentlich zum Training. Am Freitag ist damit Schluss. Ein stiller Abschied, nach dem der Trainer eine einjährige Pause im Herrenbereich einlegen wird.

Benedikt Bünger bedauert, dass der Abschied nicht in einem größeren Rahmen stattfinden kann. „Sie hätten eine vernünftige Verabschiedung verdient“, sagt der Koordinator für die 1. und 2. Herren und schließt damit auch die beiden Cloppenburger Nico Thoben und Matthis Hennig ein. Das Duo wechselt zum SV Bevern.

Dennoch richten die Dinklager jetzt den Blick nach vorne. „Der Kader steht zu 100 Prozent“, versichert Bünger und schiebt hinterher, dass man mit diesem Personal „ganz optimistisch“ auf die neue Saison blickt. Den Abgängen von Thoben und Hennig stehen fünf Neuzugänge gegenüber. Vom designierten Landesliga-Aufsteiger TuRa Westrhauderfehn kommt mit Wilke Weßling ein torgefährlicher Mittelfeldspieler. Bünger ist froh, dass der TVD nun einen echten Zehner in seinen Reihen weiß. In 15 Einsätzen für Westrhauderfehn kam Weßling in dieser Saison auf sechs Tore und vier Vorlagen – in der Landesliga-Saison 2017/18 hatte er in 25 Spielen gar 19 Assists verbucht.

Die nackten Zahlen überzeugen auch bei Lasse Barz. Der Angreifer wechselt vom Kreisligisten FCR Bramsche nach Dinklage. In Bramsche schoss er 79 Tore in 77 Kreisliga-Spielen. „Das spricht für sich“, meint Bünger.

Neuer TVD-Coach: Stefan Arlinghaus. Foto: WenzelNeuer TVD-Coach: Stefan Arlinghaus. Foto: Wenzel

Hinzu kommen drei Dinklager Nachwuchskräfte. Abwehrmann Benedikt Blömer kehrt nach einer längeren Jugendlaufbahn bei BW Lohne wohl als Meister in der A-Jugend-Niedersachsenliga zu seinem Stammverein zurück. Aus der eigenen Jugend rücken Torhüter Jan Rohe und Arne Blömer hoch. Der Kader umfasst damit 22 Spieler. Im Trainerstab gibt es neben dem Wechsel von Bury zu Arlinghaus weitere Veränderungen: Christian Bokern wird vom Assistenten zum Torwarttrainer. Dafür übernimmt Kapitän Michael Bockhorst das Amt des spielenden Co-Trainers.

Auch Arlinghaus muss ohne großen Abschied gehen

Stefan Arlinghaus hat am vergangenen Freitag zum letzten Mal das Training in Brockdorf geleitet. „Ich habe gehofft, dass ich mich vernünftig verabschieden kann“, sagt er. Das werde er definitiv nachholen.

Anfang Juli beginnt die vertiefende Planung für die kommende Saison, spätestens Mitte Juli soll wieder trainiert werden. Arlinghaus will aber weitere Lockerungen der Corona-Maßnahmen abwarten. „Wir gehen nicht davon aus, dass wir vor dem 1. September mit der Saison anfangen“, erklärt er. Er wolle die Mannschaft „nicht acht Wochen lang doof rumlaufen lassen“. So bleibt ihm vorerst die Vorfreude auf einen „eingeschworenen Haufen“. Aber für sein neues Team heißt es vor dem Neuanfang erst mal Abschied nehmen.

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