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Der TVD geht den Hamburger Weg

Nur wenige Veränderungen im Dinklager Kader. Arlinghaus lobt: "Schon viel Qualität da."

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Zu einem Leistungsträger gereift: Bastian Dödtmann (am Ball), der im letzten Sommer aus Brockdorf gekommen ist; rechts dahinter sein „Sechser-Partner“ Steffen Buddelmeyer. Foto: Schikora

Zu einem Leistungsträger gereift: Bastian Dödtmann (am Ball), der im letzten Sommer aus Brockdorf gekommen ist; rechts dahinter sein „Sechser-Partner“ Steffen Buddelmeyer. Foto: Schikora

Die Eingespieltheit als Trumpf: Der TV Dinklage setzt in der neuen Saison so ein bisschen auf das HSV-Prinzip. Den ehemaligen Bundesliga-Dino soll dieser Vorteil zurück ins Oberhaus führen – beim TVD soll er ein Schlüssel zu einer möglichst guten Landesliga-Saison sein. Einen Aufstiegsdruck wie an der Elbe gibt es rund ums Jahnstadion natürlich nicht. Dinklage hat offiziell das Saisonziel „Top 10“ ausgerufen, was nach der „Abstiegsrunden-Meisterschaft“ in der vergangenen Serie etwas nach Understatement klingt. Coach Stefan Arlinghaus gibt allerdings zu, dass es sich um das Mindestziel handelt. Er fügt an: „Nach oben hin ist alles offen.“

Dass es im Kader mit vier Abgängen und fünf Neuzugängen – davon nur zwei externe – für Landesliga-Verhältnisse wenig Bewegung gab, ist aber nur halb gewollt. „Ich hätte gerne noch ein bis zwei neue Spieler gehabt“, bekräftigt Arlinghaus, ohne sich dabei auf Positionen festlegen zu wollen. Es habe aber unter anderem auch deshalb nicht geklappt, weil das Niveau im Kader hoch sei und der eine oder andere vielleicht davor zurückschrecke. „Da ist schon Qualität da“, sagt der Dinklager Coach.

Ein paar Veränderungen gab es dann aber ja doch. In Stefan Wulfing (BV Garrel), Lukas Bornhorst (2. Herren) und Philipp Wendeln (Karriereende) verließen drei Spieler das Team, die jahrelang zum Kern gehörten. Außerdem ging Willi Kampers noch zurück zu GW Brockdorf.

Zwei Neue kommen aus Brockdorf

Von ebenjenen Brockdorfern verpflichteten die Dinklager dafür auch wieder zwei Neue. Arlinghaus, der vor seinem Wechsel im Sommer 2020 Trainer bei GWB war, holte nach Bastian Dödtmann (2021) in diesem Jahr in Philipp Scibior und Björn Schnieders erneut zwei alte Bekannte vom Bezirksligisten in sein Team. Innenverteidiger Scibior, dem der Trainer Schnelligkeit und Kopfballstärke attestiert, wird wegen eines Kreuzbandrisses die Hinrunde wohl komplett verpassen. Bei Außenbahnspieler Schnieders – ebenfalls mit Tempo ausgestattet – werde man sehen, wie er sich in der Landesliga einfindet. Außerdem kamen Timo Heitmann, Michael Ostendorf und Bjarne Korte aus der A-Jugend hoch. Das Trio habe es bislang „erstaunlich gut gemacht“, so Arlinghaus. Korte, der in der Vorbereitung mehrfach als Torschütze in Erscheinung trat, habe „einen unglaublichen Zug zum Tor“, sei flink und abschlussstark.

Wie ein Neuzugang ist eigentlich auch Leon Albers zu bewerten, der statt auf der linken Außenbahn in den letzten beiden Jahren im Lazarett zu Hause war. Nach langwierigen Knieproblemen zeigte er in der Sommervorbereitung nach seinem Comeback schon sein Potenzial. Stefan Arlinghaus schwärmt: „Er ist ein super Fußballer.

Daniel Nuxoll ist weiterhin Kapitän

Nach einer ebenfalls langen Pause war in der letzten Saison schon Abwehrchef Markus Espelage zurückgekehrt. „Er macht es sehr gut“, sagt Arlinghaus über den Innenverteidiger, der mit seinen 30 Jahren zur Garde der Routiniers im TVD-Kader gehört. Angeführt wird diese Garde weiterhin von Kapitän Daniel Nuxoll, der sich laut seinem Coach in einer „Top-Verfassung“ befindet und ehrgeizig vorangeht.

Voll einsteigen will in Dinklage jetzt auch wieder Keeper Sven Neuefeind, der zuletzt eher in die Kategorie Teilzeit-Torwart fiel. Gemeinsam mit Jan Rohe und Marcel Nuxoll bildet er das Torwart-Trio; der Trainer möchte sich dabei noch nicht auf eine Nummer eins festlegen.

Es ist nicht die einzige Position, auf der es im TVD-Kader einen gesunden Konkurrenzkampf gibt. Generell freut sich Stefan Arlinghaus darüber, dass er einen „sehr guten, breiten Kader“ hat und auch Spieler ersetzt werden können. Das gilt in der Defensive genauso wie im Angriff.

Ein Dauerbrenner im Angriff: Steffen Espelage erzielte in der vergangenen Saison neun Treffer. Foto: WenzelEin Dauerbrenner im Angriff: Steffen Espelage erzielte in der vergangenen Saison neun Treffer. Foto: Wenzel

Nur dazwischen, auf der „Doppel-Sechs“, hat sich ein unangefochtenes Stamm-Duo etabliert: Bastian Dödtmann und Steffen Buddelmeyer bilden die TVD-Schaltzentrale. „Sie bringen sich ungemein ein – im Spiel, wenn etwas nicht klappt, aber auch im Training“, lobt Arlinghaus die beiden Leistungsträger.

In der Offensive sieht er in Dinklage vor allem ein gutes Tempo. „Wir haben vorne wirklich Qualität, da können wir wechseln“, bemerkt er. Neben Nachwuchsspieler Korte sind hier Lasse Barz, Steffen Espelage, Thomas Wulfing und Johann Kühling gute Optionen. Beim schon 2021/22 sehr auffälligen Kühling erwartet Arlinghaus einiges: „Er wird in den nächsten ein, zwei Jahren explodieren.“ Für Torgefahr standen in der letzten Spielzeit beim TVD vor allem Barz (18 Saisontore), Steffen Espelage (9), Kühling (9) und Thomas Wulfing (8). Arlinghaus dazu: „Genug Tore schießen wir eigentlich immer.“

Baustellen gebe es dennoch, „sonst würden wir ja so durchmarschieren“. Eine davon: „Wir verlieren ein paar einfache Bälle im Spielaufbau.“ Das soll sich mit zunehmender Erfahrung ändern, damit der TVD jetzt auch mal die Topteams schlagen kann.

Hinten von links:	Philipp Scibior, Tom Behrendt, Markus Espelage, Benedikt Blömer, Tobias Nordlohne, Jason Bahns, Elias Vodde, Bjarne Korte und Lasse Barz. Mitte von links:	Co-Trainer Michael Bockhorst, Betreuer Ludger Wessels, Johann Kühling, Bastian Dödtmann, Steffen Buddelmeyer, Steffen Espelage, Arne Blömer, Michael Ostendorf, Betreuer Michael Ostermann und Trainer Stefan Arlinghaus. Vorne von links:	Daniel Nuxoll, Thomas Wulfing, Dirk Averdam, Sven Neuefeind, Jan Rohe, Marcel Nuxoll, Björn Schnieders, Wilke Weßling und Timo Heitmann. Foto: TVDHinten von links: Philipp Scibior, Tom Behrendt, Markus Espelage, Benedikt Blömer, Tobias Nordlohne, Jason Bahns, Elias Vodde, Bjarne Korte und Lasse Barz. Mitte von links: Co-Trainer Michael Bockhorst, Betreuer Ludger Wessels, Johann Kühling, Bastian Dödtmann, Steffen Buddelmeyer, Steffen Espelage, Arne Blömer, Michael Ostendorf, Betreuer Michael Ostermann und Trainer Stefan Arlinghaus. Vorne von links: Daniel Nuxoll, Thomas Wulfing, Dirk Averdam, Sven Neuefeind, Jan Rohe, Marcel Nuxoll, Björn Schnieders, Wilke Weßling und Timo Heitmann. Foto: TVD

TV Dinklage:

  • Abgänge: Stefan Wulfing (BV Garrel), Willi Kampers (GW Brockdorf), Philipp Wendeln (Karriereende), Lukas Bornhorst (2. Herren).
  • Zugänge: Philipp Scibior, Björn Schnieders (beide GW Brockdorf), Timo Heitmann, Michael Ostendorf, Bjarne Korte (alle eigene A-Jugend).
  • Tor: Jan Rohe (20), Marcel Nuxoll (22), Sven Neuefeind (30).
  • Abwehr: Dirk Averdam (22), Leon Albers (23), Tom Behrendt (20), Arne Blömer (21), Benedikt Blömer (21), Markus Espelage (30), Tobias Nordlohne (29), Daniel Nuxoll (32), Björn Schnieders (26), Philipp Scibior (22).
  • Mittelfeld: Jason Bahns (20), Steffen Buddelmeyer (25), Bastian Dödtmann (27), Timo Heitmann (18), Michael Ostendorf (18), Elias Vodde (21), Wilke Weßling (26).
  • Angriff: Lasse Barz (23), Steffen Espelage (29), Bjarne Korte (18), Johann Kühling (20), Thomas Wulfing (26).
  • Trainer: Stefan Arlinghaus (44), seit 2020; vorher Brockdorf, Kroge.
  • Saisonziel: Top 10. Meistertipp: Hansa Friesoythe, Holthausen/Biene, SV Bevern.

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