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Der Traum von der großen Profi-Laufbahn

Artur Zimmermann hatte einen Fuß in der Tür. Anfänge in Portugal, später in einem Team mit „Schweini“.

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Ein aktuelles Foto: Artur Zimmermann als Steinfelder Landesliga-Trainer. Foto: Wenzel

Ein aktuelles Foto: Artur Zimmermann als Steinfelder Landesliga-Trainer. Foto: Wenzel

Für Artur Zimmermann schien es der Beginn der ersehnten großen Fußballerkarriere zu sein. In Portugal war der Steinfelder Junge mit der deutschen U-15-Nationalmannschaft bei einem internationalen Turnier dabei, vor jetzt genau 20 Jahren (siehe OV-Ausschnitt). Er spielte gegen Dänemark und Schweden. Im gleichen Jahr folgten noch weitere U-15-Einsätze bei einem Turnier in Italien. „Fußballprofi – das war mein Traum“, sagt Artur Zimmermann heute im Rückblick.

Ganz oben angekommen ist er allerdings nicht. Beim VfL Osnabrück absolvierte er 2003 zwei Zweitligaspiele, aber in dieser Aufstiegssaison baute Trainer Frank Pagelsdorf eher auf arrivierte Spieler. Artur Zimmermann aber war ungeduldig und wollte spielen, wechselte Anfang 2004 zum KFC Uerdingen in die Regionalliga zurück. „Das war damals der falsche Schritt“, entsinnt sich der heute 35-Jährige, „ich hätte mich durchbeißen sollen.“ Und weiter: „Mit den Erfahrungen von heute wäre sicher mehr möglich gewesen.“ Fußballerisch, so glaubt er heute, habe er alles mitgebracht: Talent, Fitness, Schnelligkeit – alles vorhanden. „Aber vielleicht hat mir ein bisschen die mentale Stärke gefehlt: Da war ich nicht so stark, um es ganz nach oben zu schaffen. Und vielleicht bin ich einen Tick zu früh nach Osnabrück gekommen.“

Als B-Jugendlicher wagte er damals diesen Schritt weg von Steinfeld und spielte später als 17-Jähriger unter Jürgen Gelsdorf schon in der Herren-Regionalliga. Und wer weiß, was passiert wäre, wenn der geplante Wechsel zum VfL Wolfsburg in die Bundesliga zustande gekommen wäre. „Jürgen Röber wollte mich haben, aber es hat nicht geklappt“, sagt Zimmermann.

120 Regionalliga-Spiele für Osnabrück, Uerdingen und den VfB Lübeck hat der Mittelfeldspieler absolviert. Ab 2013 spielte er wieder bei Falke Steinfeld und ist seit 2017 dort Trainer. Und er wird es auch in der kommenden Saison sein. „Wir haben uns geeinigt, auch ohne Vertrag“, schmunzelt Zimmermann, der das Team im vergangenen Jahr zum Bezirksliga-Titel und Landesliga-Aufstieg geführt hat.

Zurück ins Jahr 2000. Artur Zimmermann war damals im zu Ende gehenden Winter in froher Erwartung: „Ich habe damals auf einen Brief vom DFB gewartet. Jeden Tag bin ich in der großen Pause von der Schule nach Hause, um nachzusehen.“ Und dann kam endlich die Post mit der Nominierung für Portugal. Dabei hatte Schüler Artur, 1994 mit der Familie aus Kasachstan nach Steinfeld gekommen, aus der alten Heimat eher Kampfsport wie Karate im Sinn. Aber in Steinfeld spielten die Jungs eben Fußball. Artur dann auch. Die U-16- und U-19- Nationalmannschaft waren weitere Stationen. Bei den Älteren spielte er mit dem späteren Weltmeister Bastian Schweinsteiger sowie Mario Gomez, Piotr Trochowski, Robert Huth und David Odonkor. Kontakte gibt es heute nicht mehr. Zimmermann blickt auf insgesamt zehn internationale Einsätze zurück.

Der Fußball sei heute noch wie damals, aber bei Training, Kontrolle, Taktik und Analyse habe sich einiges gewandelt. Er selbst habe damals beim DFB viel dazugelernt. Zimmermann hofft, dass das auch mal die G-Junioren der Falken mit Sohn Lionel sagen – auch sie werden von ihm gecoacht. Ehefrau Nathalie unterstützt ihn, Tochter Catelyn spielt Fußball und Handball in der E-Jugend. Bei Artur Zimmermann bleibt also alles sportlich. Er hat Falke und Steinfeld die Treue gehalten, arbeitet bei Nordfolien in der Logistik statt in der Fußballwelt herumzureisen. Nur ganz wenige machen große Karrieren wie „Schweini“.

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