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Der richtige Weg, das falsche Ergebnis

Basketball-Bundesligist Rasta Vechta kassiert mit dem 89:92 gegen Bayreuth die fünfte Niederlage im fünften Saisonspiel. Hier der Nachbericht mit Stimmen:

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Schwierige Lage: Rastas Jean Salumu (Mitte) gegen Bastian Doreth (links) und Dererk Pardon. Foto: Schikora

Schwierige Lage: Rastas Jean Salumu (Mitte) gegen Bastian Doreth (links) und Dererk Pardon. Foto: Schikora

Als Thomas Päch und Raoul Korner über den Krimi an der Pariser Straße sprachen, war der Abstand zwischen den beiden Trainern coronabedingt so groß wie möglich. Päch, Coach von Rasta Vechta, saß im Pressekonferenzraum oberhalb des VIP-Bereichs an einem Ende der Tischreihe. Korner, seit 2016 die treibende Kraft bei Medi Bayreuth, am anderen. Rein inhaltlich waren sich die beiden Trainer aber sehr nahe. „Manchmal ist Basketball so simpel, da können wir Trainer noch so viel reden und analysieren. Wir haben heute die wichtigen Würfe getroffen, Rasta nicht. Und das war es auch schon mit den Unterschieden“, erklärte Korner – und Päch nickte zustimmend. Rasta Vechta hatte kurz zuvor auch sein fünftes Saisonspiel in der 1. Bundesliga verloren, nach dem bitteren 89:92 (41:42) gegen Bayreuth geht das Warten auf den ersten Sieg weiter.

Drei Tage nach dem 73:74 in Ulm war Rasta wieder dicht dran, aber es reichte abermals nicht. „Ich ärgere mich nicht“, gab Päch danach zu Protokoll und verwies auf die Fortschritte seines Teams: „Der Weg, den wir in den letzten zwei Spielen gegangen sind, war absolut richtig. Die Mannschaft beißt und kämpft. Und wenn wir so weiterkämpfen, werden wir auch über den Berg kommen.“ Worte, die sein Amtskollege untermauerte. Korner, nebenbei auch Nationaltrainer seines Heimatlandes Österreich, sagte mit Blick auf Rasta: „Für mich ist es nur eine Frage der Zeit, bis auch die Ergebnisse passen. Ich bin froh, dass wir Rasta schon heute erwischt haben und nicht später, wenn sie definitiv noch stärker sein werden.“ Und er ergänzte noch: „Wenn Rasta so weitermacht, muss sich hier keiner Sorgen machen.“

Die Fakten geben aktuell allerdings Anlass zur Sorge: Rasta, das inklusive Pokal zum siebten Mal in Serie verlor, kassierte erneut über 90 Punkte und bildet nun zusammen mit Aufsteiger Niners Chemnitz und den Telekom Baskets Bonn das Schlusstrio der BBL, alle drei Teams haben 0:10 Punkte auf dem Konto. Und am Freitag (18.30 Uhr) kommen die Bonner zum Kellerduell in den Rasta-Dome.

Vechta und Bayreuth lieferten sich ein Duell auf Augenhöhe. Korner sah einen „harten Kampf“ und war danach „extrem glücklich“ über den „nicht unverdienten Sieg“. Päch sprach derweil von „viel Energie auf beiden Seiten“. Elfmal wechselte die Führung, achtmal gab es einen ausgeglichenen Spielstand. In nahezu allen Statistiken lagen die Teams halbwegs gleichauf. Und im Schlussviertel machte Rasta „mit Kampf und Moral“ (Päch) einen 14-Punkte-Rückstand fast noch wett. „Leider haben wir im vierten Viertel ein paar offene Würfe liegen lassen“, haderte Päch.

Sein Center Dennis Clifford sprach von einer „schweren Niederlage“ und analysierte: „In engen Spielen müssen wir einen besseren Job im dritten und vierten Viertel machen, da zählt jeder Angriff noch ein bisschen mehr.“ Dass er mit 20 Punkten und zehn Rebounds sein zweites Double-Double in der BBL verbuchte, kommentierte er so: „Es fällt mir schwer, damit glücklich zu sein. Es war nicht genug, wir haben verloren.“ Für das Spiel gegen Bonn ist er aber guter Dinge: „Ich freue mich auf das nächste Spiel.“ So spricht einer, der fest davon überzeugt ist, dass es bald mit dem ersten Sieg klappt.

Neben Clifford punkteten auch Jordan Barnett (13), Jean Salumu und Robin Christen (je 11) zweistellig. Kapitän Josh Young, der kurz vor der Schlusssirene mit einem Dreier die mögliche Verlängerung verpasste, meinte: „Wir spielen besser, aber noch nicht gut genug.“ Und er hielt fest: „Wir sind jetzt im richtigen Modus.“ Gemeint ist der Kampfmodus, den Rasta gegen Würzburg und in Braunschweig vermissen ließ.

Einig waren sich Päch und Korner auch darin, wer der Mann des Abends war. „Doreth hat ein unglaubliches Spiel gemacht“, sagte Päch über Bayreuths Point Guard, der 16 Punkte und elf Assists verbuchte. Letzteres ist ein BBL-Bestwert für den 31-jährigen Nationalspieler, der in Vechta sein 289. BBL-Spiel machte.

„Ich bin froh, dass ich mich noch bewegen kann“, sagte Bastian Doreth, der über 35 Minuten lang das Spiel der Oberfranken lenkte (ohne einen einzigen Ballverlust) und sich nach dem „wichtigen Sieg“ auf die lange Tour gen Bayern freute: „Vielleicht ist das eine oder andere Bierchen erlaubt.“ Sein Coach war voll des Lobes für den Antreiber: „Basti marschiert voran, wie es sich für einen Qualitätsspieler gehört. Er war heute Scorer, Taktgeber und Leader.“ Doreth hatte zudem in Frank Bartley (18 Punkte), Matt Tiby und Derek Pardon (je 17) drei bärenstarke Nebenleute. Ein Quartett, das Rastas Warten auf den ersten Sieg verlängerte.


Vechta gegen Bayreuth: Die Etappen des Spiels

Das 1. Viertel: In den letzten sechs Spielen inklusive Pokal hatte Rasta das erste Viertel verloren, im Schnitt mit 8,6 Punkten Differenz. Und diesmal? Der Start war erneut mäßig (2:5, 6:10). Rasta hatte Defizite beim Defensivrebound. Die Bayreuther, die auf den verletzten Point Guard Ryan Woolridge verzichten mussten und ihre zwei Siege gegen Bonn und den MBC gefeiert hatten, bekamen zu viele zweite Chancen. Folge: Rasta fiel von 14:12 auf 16:23 zurück. Die nächste Hypothek nach zehn Minuten.

Das 2. Viertel: Rasta steigerte sich in der Defense und verbuchte erst eine 6:0-Serie zum 22:23, gefolgt von einem 7:0-Lauf zum 31:28. Und auch den 35:38-Rückstand konterte Vechta mit einer 6:0-Serie. Es war mehr Feuer drin – aber es gab auch zwei, drei herbe Patzer beim Verteidigen der Gäste-Dreier. Zur Pause lag Rasta mit 41:42 zurück.

Den Korb im Visier: Rastas Stefan Peno (links) gegen Frank Bartley. Foto: SchikoraDen Korb im Visier: Rastas Stefan Peno (links) gegen Frank Bartley. Foto: Schikora

Das 3. Viertel: Bis zum 48:49 und 50:52 war's eine enge Kiste, dann bekam Bayreuth etwas Oberwasser. Angeführt von Bastian Doreth und Frank Bartley, der seine Freiwürfe traumhaft sicher verwandelte (11/12 nach 3. Viertel) zogen die Gäste erstmals weg. Aber Rasta fand eine Antwort auf das 50:59 und 57:65. Die Gastgeber kämpften sich mit einer 7:0-Serie zurück. Mit einem 64:65 ging es in das letzte Viertel.

Das 4. Viertel: Bayreuths Matt Tiby und Doreth setzten die ersten Akzente – jeweils per Dreier. Für Rasta hielt vor allem Dennis Clifford dagegen, der Center hatte bereits zu Beginn des Schlussviertels ein Double-Double. Bis zum 68:71 war Rasta dran, dann zog Bayreuth eiskalt weg. Rasta offenbarte große Lücken in der Defense und lag nach einem 0:11-Lauf mit 68:82 zurück. Noch blieben fünf Minuten für eine Wende. Eine 7:0-Serie von Rasta zum 75:82 beantwortete Doreth per Dreier – einfach cool, der Typ. Rasta ließ aber nicht locker und war 90 Sekunden vor Schluss auf 82:86 dran. 3,6 Sekunden vor dem Ende hieß es dann 89:92. Auszeit Rasta. Der letzte Wurf gehörte – wie am Sonntag in Ulm – Josh Young. Und der Kapitän verpasste die Verlängerung.


Rasta Vechta - Medi Bayreuth    (41:42)

  • Viertel: 16:23, 25:19, 23:23, 25:27
  • Punkte Vechta: Dennis Clifford (20), Jordan Barnett (13), Jean Salumu (11), Robin Christen (11), Josh Young (8), Philipp Herkenhoff (7), Stefan Peno (6), Tim Hasbargen (6), Jannes Hundt (4), Will Vorhees (3).
  • Punkte Bayreuth: Frank Bartley (18), Matthew Tiby (17), Dererk Pardon (17), Bastian Doreth (16), Osvaldas Olisevicius (10), David Walker (9), Philip Jalalpoor (3), Andreas Seiferth (2).
  • Nächstes Spiel: Freitag (11. Dezember, 18.30 Uhr) gegen Telekom Baskets Bonn.
  • Alle Spiele der BBL gibt es live bei MagentaSport.

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