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Der OSC Damme hat sein eigenes Ally Pally

In einer Serie rückt OM online ehrenamtliche Mitarbeiter heimischer Sportvereine in den Vordergrund. Heute Steffen Oevermann, Leiter des Dammer Dartsports.

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Boardingzeit: Abteilungsleiter Steffen Oevermann steht vor einem Dartboard im Klubraum des OSC Damme. Er und sein Team starteten in der letzten Saison erstmals im Ligabetrieb. Foto: Summe

Boardingzeit: Abteilungsleiter Steffen Oevermann steht vor einem Dartboard im Klubraum des OSC Damme. Er und sein Team starteten in der letzten Saison erstmals im Ligabetrieb. Foto: Summe

Ganz so laut und feuchtfröhlich wie in London geht es in Damme nicht zu. Gesellig ist es jedoch an beiden Orten. Steffen Oevermann hat einen guten Vergleich. Und vom Schnaps zur Schnapsidee ist es auch nicht so weit. Der langjährige Darts-Fan besucht seit 2016 regelmäßig die Weltmeisterschaften im berühmten Londoner Alexandra Palace (Ally Pally), wo die trinkfreudigen Zuschauer im Hintergrund stets ihre eigene Party feiern. Vor zwei Jahren kamen Oevermann und ein paar seiner Freunde dann auf die – wie er selbst sagt – „Schnapsidee“ und gründeten innerhalb des OSC Damme eine eigene Darts-Abteilung. Mittlerweile hat der 26-jährige Master-Student die Leitung der Abteilung übernommen. „Da habe ich meine sportliche Liebe gefunden“, sagt Oevermann.

Das Ally Pally des OSC Damme liegt über dem Aqua-Vital-Schwimmbad. Dort haben die Darter ihre Boards aufgehängt und teilen sich einen Raum mit der Schachabteilung. Seit dieser Woche können die Pfeilewerfer wieder auf alle vier Dartscheiben zielen. Bis vor kurzem waren aufgrund der coronabedingten Hygieneregeln noch zwei Boards gesperrt. Um der 12 bis 15 Personen umfassenden Abteilung gerecht zu werden, hat Steffen Oevermann die Trainingstage vorerst von zwei auf drei erhöht. Das Besondere am Darts: „Im Vergleich zu anderen Sportarten haben viele von uns ihr Trainingspensum in der Corona-Zeit sicher sogar noch gesteigert“, erklärt Oevermann. Es braucht ja nur eine Dartscheibe und Zeit. Und die meisten seiner Vereinskollegen besäßen eine Scheibe daheim, berichtet Steffen Oevermann. Ein Online-Turnier seiner Abteilung schlug während der Spielpause an Pfingsten hohe Wellen: Spieler aus Thüringen und Österreich meldeten sich zur Überraschung des 26-Jährigen an. Das Turnier war eine Ersatz-Veranstaltung für ein gemeinsames Event mit dem SV Hesepe/Sögeln, zu dem 96 Spieler an 20 Dartscheiben antreten sollten. Der Wettstreit in der OSC-Halle fiel dann aber durch Corona ins Wasser. „Irgendwie ist das schon eine Boom-Sportart geworden“, findet Steffen Oevermann.

"Dieser Schritt war die beste Entscheidung meines Lebens"Steffen Oevermann, Leiter der Darts-Abteilung des OSC Damme

Parallel ist er aber noch im Tischtennis aktiv. Das war auch der Grund für seinen Vereinseintritt 2008. „Dieser Schritt war die beste Entscheidung meines Lebens“, sagt Oevermann, denn: „Der habe ich einen Großteil meines Freundeskreises zu verdanken.“ Derzeit spielt er in der 2. Mannschaft des OSC, kommende Saison tritt das Team in der Bezirksliga an. Sportlich „schlagen also zwei Herzen in meiner Brust“, erklärt Oevermann.

Mit seinen Dartfreunden ging's in der vergangenen Spielzeit das erste Mal im offiziellen Ligabetrieb an den Start. In der untersten Spielklasse, der Regio Klasse Süd, „lief die Hinrunde schleppend“, sagt der Dammer Abteilungsleiter: „In der Rückrunde hat man dann das Potenzial gesehen, da haben wir unser wahres Gesicht gezeigt.“ Allerdings fiel die aktuelle Spielrunde auch der Pandemie zum Opfer und wurde mit den Ständen nach Abschluss der Hinrunde gewertet. Ein Highlight war für den Politik-Studenten das Achtelfinale des Weser-Ems-Pokals gegen die Dartfreunde Eckfleth aus der Oberliga. Die Überraschung war zum Greifen nah, die Dammer gaben aber eine 6:4-Führung noch aus der Hand und vergaben sogar einige sogenannte Matchdarts, vergleichbar mit Matchbällen im Tennis. „Das schmerzt mich immer noch“, sagt Steffen Oevermann. Ein Match besteht aus 12 Spielen, steht es im Pokal am Ende 6:6, gibt es ein „Teamgame“, bei dem die ganze Mannschaft die Punktzahl von 701 auf 0 runterspielt. Regulär wird ab 501 gespielt. In der nächsten Saison planen die Dammer, mit einer zweiten Mannschaft im Ligabetrieb anzutreten.

Die Ziele sind eindeutig definiert - sportlich wie privat

Ziele? „Es wäre schön, wenn wir weiter wachsen“, sagt Oevermann. Er freut sich darüber, dass seine Abteilung künftig eine weitere Mannschaft ins Rennen schicken kann. Eine Altersgrenze gibt es bei den Dammern nicht. „Wer die Scheibe trifft, darf vorbeikommen und spielen“, sagt Steffen Oevermann. Und persönliche Ziele? „Endlich mal meine Masterarbeit schreiben, ich war in letzter Zeit ein bisschen faul“, bekennt Oevermann.

Ob die nächste Darts-WM im Londoner Ally Pally Ende des Jahres wie geplant stattfinden kann, ob mit oder ohne Zuschauer, das steht noch nicht fest. In Damme häufen sich mittlerweile die Anfragen der Vereinskameraden, die Steffen Oevermann und seine Truppe auch gern mal in Englands Hauptstadt begleiten möchten. An Tickets zu kommen, sei gar nicht so einfach, beschreibt er: „Da stellen wir drei Laptops auf und die Taste F5 ist im Daueranschlag.“ Zur Info: Damit aktualisieren Nutzer beim Surfen im Netz die von ihnen besuchte Internetseite. „Das ist ein Ereignis, was man mal erleben muss“, findet Oevermann. Ob es im Dammer „Ally Pally“ vor oder nach dem Training auch mal ein Schnäpschen gibt, ist übrigens nicht überliefert. Als Zielwasser jedenfalls wohl eher nicht.

  • Info: Kontakt unter www.osc-damme.de/sportangebot/dart

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