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Der neue Hoffnungsträger ist ein alter Bekannter

Basketball-Zweitligist Rasta Vechta hat Tyrone Nash verpflichtet. Der 33-Jährige spielte bereits 2018/19 für Rasta. Sein Debüt feiert er am Samstagabend beim Spiel in Paderborn.

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Zurück in Vechta: Rastas Neuzugang Tyrone Nash beim Training am Donnerstagmittag. Foto: Bente

Zurück in Vechta: Rastas Neuzugang Tyrone Nash beim Training am Donnerstagmittag. Foto: Bente

Der eine oder andere Fan von Rasta Vechta dürfte in diesen Tagen wehmütig in Erinnerungen schwelgen. Ach, was waren das noch für Zeiten, als Rasta 2018/19 seine dritte Saison in der BBL spielte? Als das Team als Aufsteiger furios in die Top 4 der Hauptrunde vorpreschte und später sogar das Playoff-Halbfinale erreichte. Einer, der diese wundersame Reise unter Coach Pedro Calles mitgemacht hat, der in 18 Hauptrunden-Partien beachtliche 10,0 Punkte und 5,1 Rebounds pro Spiel verbucht hat, war Tyrone Nash. Und dieser Tyrone Nash, inzwischen 33 Jahre alt, ist nun wieder zurück an der Pariser Straße.

Rasta Vechta, fürchterlich in die neue Saison gestartet und mit vier Niederlagen aus vier Spielen der Tabellenletzte der 2. Basketball-Bundesliga ProA, gab am Donnerstagnachmittag die Verpflichtung von Nash bekannt. Ein Transfer, mit dem der BBL-Absteiger auf die anhaltenden Knieprobleme von Center Devin Searcy reagiert. „Wenn man einen Spieler mit der Qualität von Tyrone haben kann, ist das erst einmal ein Gewinn für ein Team“, sagt Rastas Coach Derrick Allen über die zweite Nachverpflichtung binnen weniger Tage (zuvor James Washington für den verletzten Carlos Medlock).

Zurück zu den Knieproblemen, aber nicht zu denen von Searcy. Auch Nash, der zuletzt in der Dominikanischen Republik gespielt hat, kennt sich damit aus. Die Endphase der Saison 18/19 verpasste er, da sein Knie streikte. Eine Operation war damals unumgänglich. Nach einer ausgedehnten Reha, die er phasenweise zusammen mit seinem Ex-Rasta-Kollegen Robin Christen in Essen absolvierte, sowie einer Behandlung durch DBB-Teamarzt Oliver Pütz ist Nash seit Anfang 2021 wieder fit. „Natürlich haben wir seinen Fitnesszustand und das Knie in den letzten Tagen eingehend geprüft“, sagt Allen und stellt klar: „Die Rückmeldungen waren positiv. Und so freuen wir uns, dass Ty nun wieder für Rasta auflaufen kann.“

Nash und Young aus Tübinger Zeiten befreundet

Nash selbst ist auch optimistisch. Er habe nach der Reha, der langen Pause und dem gelungenen Comeback wieder großes Vertrauen in seinen Körper. „Ich fühle mich gut, das Knie fühlt sich gut an“, sagt er. Das Einleben an alter Wirkungsstätte war auch problemlos. Dass Allen ähnliche Systeme spielen lässt wie Calles, erleichterte die Sache ebenso wie die Anwesenheit von Josh Young. Nash und Rastas Kapitän sind seit gemeinsamen Jahren in Tübingen sehr gut befreundet. Nash sagt: „Ich bin sehr dankbar für diese Chance.“

Von Januar bis März absolvierte Nash zehn Spiele für CD Valdivia in Chile und kam dabei in fast 35 Minuten Einsatzzeit pro Spiel auf 12,2 Punkte und 10,9 Rebounds im Schnitt. Im September folgte dann Teil zwei des Comebacks – und zwar in der Dominikanischen Republik. Für Titanes del Licey machte Nash elf Spiele binnen 27 Tagen und hatte mit 8,7 Punkten und 5,8 Rebounds pro Partie großen Anteil an der Vizemeisterschaft des Klubs. Allen setzt auf die Erfahrung von Nash, seine Präsenz in der Zone und seinen guten Wurf aus der Mitteldistanz. Und: „Er bringt auch Härte mit, die uns gut tun wird“, so Allen.

Nash trainiert seit Dienstag mit dem Team und feiert sein Rasta-Comeback am Samstag (19.30 Uhr) im Auswärtsspiel bei den Uni Baskets Paderborn – mit der Nummer 77 auf dem Trikot. Der Big Man aus dem New Yorker Stadtteil Queens, der 151 Erstliga-Partien für Tübingen, Braunschweig und Rasta absolviert hat, gilt mit seinen 2,03 m und 105 kg als „Frontcourt-Allrounder“; er ist also jemand, der als Center oder Power Forward eingesetzt werden kann.

Rastas Gegner Paderborn hat einen guten Start in die neue Saison erwischt. Die Ostwestfalen, die seit 1984 immer mindestens zweitklassig spielen, wie Rasta auf fünf Jahre in der BBL zurückblicken und seit 2010 ohne Unterbrechung der ProA angehören, verbuchten drei Heimsiege gegen Ehingen (98:81), Hagen (73:72) und Tübingen (82:73). Die einzige Niederlage gab's in Trier (75:89). Topscorer im Team von Ex-Rasta-Spieler Steven Esterkamp sind Jordan Barnes (19,8), Jackson Trapp (14,5) und Brad Greene (12,3). In der Vorbereitung siegte Paderborn mit 81:68 in Vechta, Barnes machte dabei 23 Punkte (7/12 Dreier). „Ich hoffe, dass wir das Blatt wenden können“, sagt Allen.


Profi-Stationen von Tyrone Nash

  • 2011/12 bis 2013/14: Tigers Tübingen
  • 204/15: Rouen Basket (FRA) und Leones de  Santo Domingo (DOM)
  • 2015/16: Löwen Braunschweig
  • 2016/17: Ironi Nahariya (ISR)
  • 2017/18: Akhisar Belediye (TUR) und  Ironi Nahariya (ISR)
  • 2018/19: KK Prienai (LTU) und Rasta Vechta
  • 2020/21: Deportivo Valdivia (CHI)
  • 2021/22: Titanes del Licey (DOM) und Rasta Vechta

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