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Der nächste Baya Baya will für Furore sorgen

Georges spielt seit dieser Saison beim Landesligisten Falke Steinfeld. Er sagt: „Mein Ziel ist weiter der Profibereich.“

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Hofft auf eine Chance bei den Profis: Steinfelds Georges Baya Baya (links). Foto: Wenzel

Hofft auf eine Chance bei den Profis: Steinfelds Georges Baya Baya (links). Foto: Wenzel

Es ist etwa ein halbes Jahr her, als der Fußball-Landesligist Falke Steinfeld den Zugang eines jungen und talentierten Spielers aus dem Nachwuchsleistungszentrum des Zweitligisten VfL Osnabrück vermeldete. Seine Name: Georges Baya Baya.

Der 19-Jährige ist der Sohn von Baya Baya senior, der unter anderem für den BV Cloppenburg in der Oberliga spielte und beim SV Holdorf als Spieler und Trainer aktiv war. „Das war natürlich sehr gut für mich, dass er richtig Ahnung von Fußball hat. Er ist auf jeden Fall ein Vorbild für mich“, erklärt Georges Baya Baya. Dass er zu seinem Vater heraufschaut, verwundert nicht. Der heute 42 Jahre alte ehemalige Offensivakteur unterschrieb 1999 sogar einen Vertrag beim Zweitligisten Arminia Bielefeld, der dann auch in die Bundesliga aufgestiegen ist. Einen Einsatz für die Arminen konnte Baya Baya senior zwar nie verbuchen, zumindest stand er aber einmal gegen Borussia Dortmund im Spieltagskader.

Aber es geht nicht um Baya Baya senior, sondern um seinen Junior. Seitdem er ein kleines Kind war, spielt Georges Baya Baya Fußball. Die längste Zeit seines Lebens war er dabei gar nicht mal in einem Verein.  „Ich habe lange alleine auf einem Sportplatz gekickt und bin erst mit zwölf Jahren einem Klub beigetreten“, erklärt er. Der Grund dafür war, dass sein Vater nicht wollte, dass ihm im Kindesalter die „Lust am Fußballspielen“ vielleicht vergehen könne: „Es gibt ja viele, die früh wieder aufhören“, sagt der Deutsch-Kameruner.

Vorwärtsdrang: Georges Baya Baya (Mitte). Foto: WenzelVorwärtsdrang: Georges Baya Baya (Mitte). Foto: Wenzel

Im Jahr 2013 meldete sich Georges Baya Baya dann allerdings beim JFV RWD Rehden an. Er entwickelte sich dort zum torgefährlichen Angreifer, der sowohl in der Mitte als auch rechts und links spielen kann. Zwei Jahre später zog es ihn zu BW Lohne, er spielte hier in der C- und B-Jugend und war einer der Top-Torjäger des Teams in der B-Junioren-Niedersachsenliga. „Während meiner Lohner Zeit wurde ich zur Kreisauswahl eingeladen, kurz darauf war ich bei der Niedersachsenauswahl“, berichtet Georges Baya Baya stolz – und weckte er das Interesse des VfL Osnabrück.

Nach einem Sichtungsturnier wechselte Baya Baya mit 16 Jahren in das Nachwuchsleistungszentrum des VfL, wohnte allerdings weiterhin bei seiner Familie in Holdorf. Für die fünf Trainingseinheiten pro Woche pendelte er mit dem Zug an die Landesgrenze von Nordrhein-Westfalen. Zwei Jahre später finanzierten die Osnabrücker ihm eine Wohnung, da in der U 19 teilweise zweimal am Tag trainiert und der Fahraufwand zu groß wurde. „Es war sehr professionell“, so Baya Baya, der für die Lila-Weißen in 25 Partien in der U-19-Bundesliga Nord/Nordost dreimal traf. In der Liga spielte er unter anderem gegen Luc Ihorst (aktuell in Osnabrück), der damals für Werder Bremens A-Jugend auflief. Der VfL um Georges Baya Baya verlor mit 0:3 gegen Ihorst und Co.

Für den Sprung in den Profikader des Zweitligisten reichte es für Georges Baya Baya nicht. Er spielte in den Gedanken von Cheftrainer Marco Grote zwar eine Rolle, doch erhielt er vom Verein einen Anruf, dass es nicht gereicht habe, berichtet Georges Baya Baya: „Das war schade, aber nicht das Ende. Mein Ziel ist weiter der Profibereich.“

Nach der Absage sollte der 1,86 m große Fußballer beim Regionalligisten BSV Rehden ein Probetraining absolvieren; eine Verletzung ließ dies allerdings nicht zu. Zu der Zeit erfuhr Steinfelds Coach Artur Zimmermann, dass Georges Baya Baya noch einen Verein sucht. Über den Kontakt zu seinem Vater kam es zum Wechsel. „Ich bin zwar von meinen ehemaligen Mitspielern der, der in der niedrigsten Liga spielt, aber ich bekomme hier viel Spielpraxis, ich will auf mich aufmerksam machen und bin glücklich“, sagt Georges Baya Baya.

Lob für seinen Schützling: Falke-Trainer Artur Zimmermann. Foto: Wenzel Lob für seinen Schützling: Falke-Trainer Artur Zimmermann. Foto: Wenzel

Bisher kam er in vier Partien zum Einsatz. Weitere sollen folgen. Georges Baya Baya sagt: „Der Trainer vertraut mir. Aber ich muss noch an meinem Kopfballspiel arbeiten und den 'First Touch' bei der Ballannahme verbessern.“ Und was sind die Stärken des ehemaligen U-19-Bundesliga-Spielers? „Er ist körperlich robust und bringt Schnelligkeit mit. Das zeichnet ihn auf jeden Fall aus“, erläutert Artur Zimmermann.

Eine große Eingewöhnungszeit in der Landesliga bzw. im Herrenfußball brauchte Georges Baya Baya im Gegensatz zu anderen Spielern nicht. Er sagt: „Das Tempo ist in der Junioren-Bundesliga wesentlich höher und es ist technisch anspruchsvoller. Aber in der Landesliga ist es deutlich körperlicher, es geht viel mehr zur Sache.“

Noch mindestens diese Saison wird Georges Baya Baya für Steinfeld auflaufen. In Zukunft will er aber noch höher spielen. „Vielleicht ja mit Steinfeld“, sagt er. „Ich traue ihm auf jeden Fall noch mehr zu“, erklärt Zimmermann: „Es ist schwierig zu sagen, wie hoch, aber die Voraussetzungen sind absolut da. Vielleicht sind ein, zwei Ligen weiter nach oben noch möglich für ihn. Aber dann muss er natürlich so weitermachen wie bisher.“ Sehr ähnlich sieht es Papa Baya Baya. „Es ist immer schwierig, es einzuschätzen, weil man immer will, dass der Sohn noch mehr erreicht als man selber“, erklärt er: „Aber ich bin sicher, dass er seinen Weg machen wird. Der Profibereich ist noch möglich.“

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