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Der nächste Anlauf für den ersten Sieg

Rasta Vechta, Tabellenletzter der 2. Basketball-Bundesliga ProA, gastiert am Sonntag bei den Gladiators Trier. Zwei Spieler gehören nicht mehr dem Rasta-Kader an.

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Freiwurf unter Beobachtung: Rastas Spielmacher James Washington (Mitte) im Spiel gegen Nürnberg. Kristofer Krause (links), Joschka Ferner und Preston Purifoy (rechts) hoffen, dass der US-Guard trifft. Foto: Schikora

Freiwurf unter Beobachtung: Rastas Spielmacher James Washington (Mitte) im Spiel gegen Nürnberg. Kristofer Krause (links), Joschka Ferner und Preston Purifoy (rechts) hoffen, dass der US-Guard trifft. Foto: Schikora

Die Null steht – für Fußballer ist das in der Regel eine gute Nachricht, für die Basketballer von Rasta Vechta gerade bittere Realität. Nach sechs Spielen in der 2. Bundesliga ProA herrscht beim BBL-Absteiger immer noch eine besorgniserregende Leere auf der Habenseite – und ausgerechnet jetzt geht es zum Tabellenzweiten Gladiators Trier. Rastas Interimstrainer Marius Graf sieht sein Team angesichts der aktuellen Gemengelage in der Außenseiterrolle und sagt vor dem Spiel am Sonntag (17.00 Uhr) in der Arena Trier, in der Rasta vor acht Jahren ein umjubeltes BBL-Debüt feierte: „Alles kann, nichts muss.“ Graf ist aber bewusst, dass das „nichts muss“ nicht zur derzeitigen Lage passt: „Natürlich müssen wir bald mal ein Spiel gewinnen.“ Der 30-Jährige weiß: Der Druck auf den Tabellenletzten steigt wöchentlich.

Zuletzt gegen Nürnberg, im ersten Spiel unter Graf, hatte es mit dem Befreiungsschlag nicht geklappt. Das 107:118 nach Verlängerung erhöhte den Frust – auch bei Rastas Klubchef Stefan Niemeyer, der „klare, harte Konsequenzen“ und ein „Aufräumen in der Mannschaft“ ankündigte. Erste Schritte beim Ausdünnen des aufgeblähten ProA-Kaders (14 Profis, drei Youngster) sind getan: Für Carlos Medlock und den nur zweimal kurz eingesetzten Nigel Pruitt ist kein Platz mehr im Teamtraining. Weitere Veränderungen werden gerade geprüft, in Trier steht eine Handvoll Spieler unter ganz besonderer Beobachtung. Niemeyer ist bereit für „Tabula rasa“, theoretisch kann Rasta noch vier Profi-Lizenzen vergeben.

In Trier wird Kevin Smit, eigentlich Taktgeber in Rastas Regionalliga-Team, ein drittes Mal aushelfen, da Sheldon Eberhardt (Sprunggelenk) angeschlagen ist und Youngster Justin Onyejiaka in der 1. Regionalliga (in Berlin) sowie in der NBBL (gegen Rostock) viel Spielpraxis sammeln soll. Für Smit ist es eine besondere Partie: Der 30-Jährige spielte in den letzten sechs Jahren für Trier in der ProA.

Rasta braucht mehr Härte beim Rebound-Kampf

Graf fordert von seinem Team, dass es in Sachen „Tempo und Energielevel“ an das Nürnberg-Spiel anknüpft. Oberste Priorität sei es, dem Gegner weniger Punkte zu gestatten – in den letzten drei Spielen waren es 104,3 im Schnitt. Logisch, dass die Defense ein Schwerpunkt im Training war. „Wir schaffen es noch zu selten, den ersten Schritt des Gegners effektiv zu stoppen. Wir versuchen es, Stück für Stück zusammenzupuzzeln“, so Graf, der seit dieser Woche in Arturo Ruiz nur noch einen Co-Trainer hat. Hanno Stein kehrte nach der „Starthilfe“ (Graf) gegen Nürnberg in die alten Jobs (U 16 und Jugendkoordinator) zurück.

Graf fordert zudem eine „größere Bereitschaft beim Rebound“. Gegen Nürnberg holte Rasta nur 16 Rebounds. „Das können wir so nicht stehen lassen“, so Graf. Er weiß: Mit dem Kanadier Brody Clarke (9,2 Rebounds pro Spiel) und dem serbischen 2,16-m-Center Radoslav Pekovic (8,0) hat Trier zwei der besten Rebounder der Liga in seinen Reihen. Rasta muss mit einer gewissen Härte dagegenhalten – zuletzt nicht gerade die Kernkompetenz der Big Men.

Die Gladiators Trier, seit 2015 in der ProA und damit der sportliche Erbe des Insolvenzklubs TBB Trier (1990 bis 2015 in der 1. Liga) sind mit vier Siegen in Bremerhaven, gegen Paderborn, in Karlsruhe und gegen Nürnberg prächtig gestartet. Zuletzt mussten sie aber zwei Dämpfer in Serie hinnehmen. Dem 75:83 gegen Jena folgte ein 98:102 bei den Artland Dragons. Triers Trainer Marco van den Berg präsentierte eine ähnliche Mängelliste wie Graf: keine gute Defense, zu viele Dreier für den Gegner, zu wenig Rebounds. „Das ist ein Problem, daran müssen wir arbeiten“, sagte der 56 Jahre alte Niederländer, der im April 2020 seine zweite Amtszeit in Trier (nach 2015 bis 2018) begonnen hat. Übrigens: Im Frühjahr 2015 hatte sich van den Berg auf den freien Trainerposten bei Rasta beworben. Es gab Gespräche in Vechta, am Ende machte aber Andreas Wagner das Rennen.

Zurück in der Gegenwart: Van den Berg ist nicht frei von Personalsorgen. In Quakenbrück fiel nach Austin Wiley (Knochenbruch am oberen Ende des Schienbeins), Enosch Wolf (Gehirnerschütterung) und Derrick Gordon (Sprunggelenk) kurzfristig auch Dan Monteroso aus; er zog sich beim Aufwärmen einen Muskelfaserriss zu und fällt mindestens drei Wochen aus. Gordon, mit 11,3 Punkten pro Partie teamintern der drittbeste Scorer nach Clarke (19,0) und Pekovic (14,3), wird gegen Rasta aber zurückerwartet.

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