Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

Der Kapitän fordert „harte Arbeit“ ein

Rastas Josh Young zwischen Bayreuth-Frust und dem Kellerduell gegen Bonn am Freitag.

Artikel teilen:
Bereit für die nächste Aufgabe: Kapitän Josh Young, hier vor dem Bayreuth-Spiel. Foto: Schikora

Bereit für die nächste Aufgabe: Kapitän Josh Young, hier vor dem Bayreuth-Spiel. Foto: Schikora

Der nächste Dämpfer in der noch jungen Saison war eine knappe halbe Stunde alt, das „Cool Down“ mit Athletikcoach Andreas Finsinger war beendet, fast alle Spieler von Rasta Vechta hatten sich bereits in die Kabine verabschiedet – nur zwei von ihnen standen noch auf dem Parkett im leeren Rasta-Dome und steckten die Köpfe zusammen. Josh Young und Stefan Peno, die beiden Spielmacher des heimischen Basketball-Bundesligisten, hatten noch Gesprächsbedarf. Das 89:92 (41:42) gegen Medi Bayreuth wurmte beide gewaltig. Kein Wunder: Im fünften BBL-Spiel zog Rasta Vechta am Mittwochabend zum fünften Mal den Kürzeren. Wieder kein Sieg, wieder nur Frust.

„Es tut weh, so knapp zu verlieren“, sagte Young, als die Analyse mit Peno beendet war. Ein Schmerz, der dem Rasta-Kapitän bekannt vorkam. Drei Tage zuvor, beim 73:74 in Ulm, war es ähnlich knapp. Und in beiden Krimis hatte Young den letzten Wurf. In Ulm hatte er nur 0,9 Sekunden Zeit, um abzudrücken. Gegen Bayreuth waren es immerhin 3,6 Sekunden, um das Team in die Verlängerung zu retten. Aber das Ergebnis war das gleiche: Sein Dreier aus gut acht Metern verfehlte das Ziel. Bitter für ihn und sein Team, aber kein Grund für Selbstzweifel.

Young ist lange genug dabei, er hat diverse Höhen und Tiefen erlebt. Phasen, in denen jeder Wurf rein ging – egal, wie schwer er war. Und Phasen, in denen der Korb wie vernagelt war. „Wenn wir wieder in so einer Situation sind und ich den Ball bekomme, dann werde ich wieder werfen. Wenn ich nicht werfe, kann ich auch nicht treffen“, sagt der 32-Jährige, der mittlerweile auf 160 BBL-Spiele zurückblickt.

Papp-Fans statt echter Supporter.  Fotos: Schikora
Fotos: Schikora 

7,8 Punkte hat Young bislang im Schnitt gemacht – das ist für seine Verhältnisse eher mäßig. Er weiß, dass das Team mehr von ihm braucht. Mit vier Assists pro Spiel liegt er derweil über den Werten der beiden Vorjahre. Klar ist aber auch: Die Leichtigkeit, die Young während des Höhenflugs unter Pedro Calles ausgezeichnet hat, geht ihm derzeit ein wenig ab. Er tut sich schwer, einen Offensivrhythmus zu entwickeln. Die Gegner sind gut auf Rastas Shooting Guard eingestellt, Young bekommt im Moment nicht das, was er gerne hätte. Seine Quote bei den Dreiern liegt nach fünf Spielen bei nur 28,6 Prozent (6/21). In der Vorsaison gehörte er mit einer 43-Prozent-Quote (46/107) zu den besten Schützen der Liga – und vor dem Finalturnier in München (0/12) kratzte er gar an der magischen 50-Prozent-Marke.

Dreier hin oder her, Young ist gerade vor allem als Anführer gefordert. Der Fehlstart hat seine Sinne noch mehr geschärft. Center Dennis Clifford deutete an, wie sehr der Kapitän darum bemüht ist, die richtigen Worte zu finden. Nach den schwachen Leistungen gegen Würzburg und in Braunschweig hatte Young bereits mit eindringlichen Mahnungen den Finger in die Wunde gelegt. Und nach dem Bayreuth-Spiel hielt er fest: „Wir sind jetzt im richtigen Modus. Wir wehren uns, wir kämpfen, wir spielen hart.“ Young ergänzte noch: „Wir haben nicht den Luxus, dass wir Spiele durch unser Talent gewinnen können. Wir müssen hart arbeiten, wenn wir in der BBL Siege holen wollen.“

Viel Zeit zum Grübeln oder zum Ärgern über die siebte Pflichtspielniederlage in Serie hat Rasta nicht. Bereits am Freitag geht's weiter. Die Telekom Baskets Bonn laufen um 18.30 Uhr (live auf Sport1) im Rasta-Dome auf. Zweimal 0:10 Punkte, Drittletzter gegen Vorletzter – es ist ein Kellerduell mit Erfolgsdruck auf beiden Seiten. Bonn verlor in der BBL gegen Ludwigsburg (82:86), Bayreuth (77:83), Berlin (74:97), Hamburg (63:93) sowie Oldenburg (92:97).

Für Rastas Trainer Thomas Päch ist es eine Reise in die Vergangenheit. Er war in der Vorsaison Coach in Bonn, wurde aber im Februar aufgrund der sportlichen Misere in der BBL (drei Siege, 14 Niederlagen) entlassen, die Erfolge in der Champions League halfen ihm nicht. Das, was gewesen ist, hat Päch längst abgehakt. Sein Fokus liegt auf Rasta und dem Ende der Sieglosserie. „Gut ist, dass wir gleich in zwei Tagen die Chance dazu haben“, sagte Päch am Mittwochabend.


Alle Spiele der BBL gibt es live bei MagentaSport.

Sie wollen nichts verpassen, worüber das Oldenburger Münsterland spricht? Dann abonnieren Sie jetzt unseren Newsletter „Moin, OM!“. Er fasst für Sie das Wichtigste für den Tag auf einen Blick zusammen – immer montags bis freitags zum Start in den Tag.  Hier geht es zur Anmeldung

Das könnte Sie auch interessieren

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

Der Kapitän fordert „harte Arbeit“ ein - OM online