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Der Hallensport nimmt wieder Fahrt auf

Nach der Corona-Pause kehren heimische Vereine so langsam zurück in den Indoor-Bereich. Die Voraussetzungen sind gleich, die Herangehensweisen unterschiedlich.

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Ab nächster Woche wieder im Training: Die Floorballer des TV Dinklage bereiten sich auf die neue Saison vor. Foto: Wenzel

Ab nächster Woche wieder im Training: Die Floorballer des TV Dinklage bereiten sich auf die neue Saison vor. Foto: Wenzel

Disziplin, Disziplin, Disziplin. Auf diesen gemeinsamen Nenner lässt sich die Wiederaufnahme des Hallensports im Landkreis Vechta bringen. Die Corona-Krise verlangt den heimischen Indoor-Sportlern einiges ab, mehrere Wochen mussten sie jetzt auf Bewegung in der Halle verzichten. Seit dem 25. Juni sind die Sporthallen in Niedersachsen wieder geöffnet, die Abstandsregeln gelten aber natürlich auch dort. "Der Reiz, der Kampf, das, was es ausmacht, das fehlt natürlich", sagt Horst Maronn, Trainer bei Basketball-Regionalligist TV Vörden: "Aber besser als nix", schiebt er hinterher.

Dem pflichtet auch Stephan Schumacher bei, Leiter der Schwimmabteilung bei BW Lohne. Schwimmhallen in Niedersachsen dürfen zwar voraussichtlich erst ab Montag wieder öffnen, allerdings hat die Stadt Lohne den Schwimmern im Waldbad eine Bahn zur Verfügung gestellt: "Das nehmen wir gerne. Jetzt können wir zumindest wieder gesichert trainieren", sagt Schumacher.

"Wir können jetzt erst mal Kondition bolzen."Benjamin Köhne, Teamsprecher bei den Dinklager Floorballern

Die Dinklager Floorballer gehen es dagegen erst mal langsam an. In dieser Woche stand eine erste gemeinsame Besprechung auf dem Programm, am Dienstag soll die erste Trainingseinheit folgen. Natürlich gilt auch hier: unter Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln. "Wir können jetzt erst mal Kondition bolzen", sagt Teamsprecher Benjamin Köhne. Er will versuchen, die Trainingsgruppen möglichst kleinzuhalten und sie eventuell auch auf zwei Tage in der Woche zu verteilen. Außerdem stehen Passübungen und Technik auf dem Programm. Die Dinklager sind vom Kleinfeld aufs Großfeld gewechselt und werden ab Herbst in der Regionalliga starten. Nachzuholen gibt es nichts, da die vergangene Saison noch rechtzeitig vor der Corona-Unterbrechung beendet werden konnte.

Auch beim Turnen ist natürlich kein Körperkontakt erlaubt. Das erschwert die Trainingsbedingungen ungemein. "An Übungen ist erst mal nicht zu denken. Hilfestellung ist nicht möglich, das ist alles nicht ganz ideal", sagt Janina Rehder, Trainerin bei den BWL-Turnerinnen. Am vergangenen Mittwoch bewegte sich der Turngruppe erstmals wieder in der Halle, aber auch hier gelten Einschränkungen: Der Hallenboden sei nicht komplett nutzbar, da dies mit einer regelmäßigen Desinfektion kaum zu vereinbaren sei, erklärt Janina Rehder: "Es gilt jetzt sowieso erst mal, wieder auf Stand zu kommen. Das Erlernen neuer Elemente ist erst mal zweitrangig", sagt die Trainerin.

Derzeit noch ohne Kontakt zum Gegner: Vördens Basketballerin Jana Sprehe (rechts), hier im Spiel gegen Rotenburg II. Foto: SchikoraDerzeit noch ohne Kontakt zum Gegner: Vördens Basketballerin Jana Sprehe (rechts), hier im Spiel gegen Rotenburg II. Foto: Schikora

Basketball-Coach Horst Maronn plant ebenfalls zwei Trainingseinheiten pro Woche, "so kann man mal wieder ein bisschen den Ball in der Hand haben und werfen", sagt der TVV-Coach. Sechs seiner Damen bilden eine Trainingsgruppe, jede Spielerin übt an einem eigenen Korb. "Eigentlich ist das Einzeltraining", sagt Maronn.

Die Badminton-Akteure vom OSC Damme haben ihr Training ebenfalls angepasst. Duelle am Netz sind nicht erlaubt, der Aufbau erfolgt mit Handschuhen und Mundschutz, außerdem gibt es Teilnehmerlisten. Die Spieler betreten die Halle einzeln. Beim Training agiert dann auch maximal eine Person am Netz, der Gegenspieler bleibt in diesem Fall an der Grundlinie. Ein Vorteil: Die Aufschlaglinien beim Badminton sind 1,98 m vom Netz entfernt und dienen so als visueller Abstandhalter. Die Dammer haben versucht, ihre Auflagen nicht zu ausufernd zu gestalten: "Sonst denkt sich jeder: 'Oh Gott, da bin ich ja mehr mit mir selbst beschäftigt als mit dem Training'", sagt Abteilungsleiter Jörg Treuke. Zwei Wochen nach dem Wiedereinstieg lobt er die Disziplin der Trainingsteilnehmer, mittlerweile sei schon 2ein wenig Routine eingekehrt", so Treuke.

"Wir haben kein Zweikampfverhalten, das hat Vorteile."Ali Hobst, Volleyball-Trainer beim VfL Oythe

Zu guter Letzt haben auch die Oyther Volleyballerinnen ihren Trainingsbetrieb wieder aufgenommen – die Bundesliga-Mannschaft schon vor drei Wochen, die restlichen Teams sind in dieser Woche eingestiegen. Auch in Oythe erscheinen die Akteure umgezogen in der Halle, Hände und Bälle werden laufend desinfiziert. Coach Ali Hobst sieht sich dabei allerdings nicht ganz so eingeschränkt wie andere Sportarten: "Wir haben kein Zweikampfverhalten", sagt er: "Das hat Vorteile." Angriffe müssen aber vorerst ohne Block geübt werden.

Alle Damen trainieren freiwillig und in Kleingruppen. Es sei niemand verpflichtet, am Training teilzunehmen, betont Hobst. Er bezeichnet die Situation als eine Art "Probetraining". Ohnehin laufen die Oyther Planungen für die neue Saison gerade erst an. Gespräche mit einigen bislang eigenen Spielerinnen und potenziellen Neuzugängen finden derzeit statt.

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