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Déjà-vu für Rasta Vechta: Geisterspiel am Samstag

Der Landkreis Vechta lässt keine Zuschauer für die Zweitliga-Partie gegen Karlsruhe zu. Für Rastas Klubchef Stefan Niemeyer ist die Entscheidung „absolut nachvollziehbar“.

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Basketball im leeren Rasta-Dome: Eine Geisterspiel-Szene aus der BBL-Saison 20/21. Am Samstag gibt's ein ähnliches Bild. Foto: Becker

Basketball im leeren Rasta-Dome: Eine Geisterspiel-Szene aus der BBL-Saison 20/21. Am Samstag gibt's ein ähnliches Bild. Foto: Becker

So schnell kann's gehen. Am Mittwoch um 12.00 Uhr hatte Rasta Vechta seine Fans über die Auswirkungen der „Warnstufe 2“ auf das Heimspiel in der 2. Basketball-Bundesliga ProA am Samstag (19.30 Uhr) gegen die PS Karlsruhe Lions informiert. Die Kurzversion: Maximal 1118 Zuschauer im „Schachbrettmuster“ erlaubt, nur Sitzplätze, Stehplätze komplett gesperrt, Vorverkauf für Dauerkarten-Inhaber am Donnerstag ab 17.00 Uhr, kein VIP-Bereich, keine Abendkasse, 2G-plus-Regel, dazu FFP2-Maskenpflicht auch auf dem Sitzplatz. Rund zwei Stunden später war das alles wieder Makulatur. Denn: Die Geisterspiel-Atmosphäre ist zurück im Rasta-Dome. Der Landkreis Vechta zog am Mittwochmittag die Notbremse und ordnete ein Spiel ohne Zuschauer an.

„Da die Infektionszahlen landesweit und auch im Landkreis Vechta nach wie vor hoch sind, hat die Kreisverwaltung entschieden, das nächste Heimspiel von Rasta Vechta ohne Zuschauer stattfinden zu lassen“, teilte Vechtas Landrat Tobias Gerdesmeyer mit. Und er ergänzte: „Die Ansteckungsgefahr ist bei Indoor-Veranstaltungen einfach zu groß, zumal bei mehr als 1000 Gästen. Das gilt auch trotz der bereits geltenden Verschärfungen der Warnstufe 2 und der sogenannten Schachbrett-Sitzplatzbelegung. Diese Maßgaben hätten neben der durchgehenden Maskenpflicht die unbeschwerte Freude am Spiel bereits getrübt.“

Rastas Klubchef Stefan Niemeyer hielt kurz und knapp fest: „Diese Entscheidung ist angesichts der Pandemie-Entwicklung absolut nachvollziehbar und wird von uns auch begrüßt.“ Klar ist allerdings auch: Mit Blick auf die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und die sportliche Lage im ProA-Tabellenkeller ist ein Geisterspiel ein weiterer Nackenschlag für den Klub, der die Corona-Pandemie bislang dank der Unterstützung von Staat, Sponsoren und Fans aber gut gemeistert hat. „Aber je länger diese Krise andauert, umso bedrohlicher ist sie natürlich für den Profi-Sport“, sagte Niemeyer.

In der BBL-Saison 20/21 gab's bereits 20 Geisterspiele

In Zeiten, in denen zu Kontaktbeschränkungen in allen Lebensbereichen aufgerufen wird, „wäre ein Publikumsspiel dieser Größe auch nicht das richtige Signal“, sagte Gerdesmeyer. Die Kreisverwaltung sei im engen Austausch mit Rasta. Eine Einzelverfügung werde noch erlassen.

Das Null-Zuschauer-Gebot gilt zunächst nur für das Karlsruhe-Spiel. Im Dezember folgen noch das Derby gegen die Artland Dragons (18.12.) und das Wiedersehen mit Ex-Coach Pat Elzie in seiner Funktion als Trainer der Itzehoe Eagles (28.12.). „Ob dann wieder Zuschauer zugelassen sein werden, lässt sich angesichts der dynamischen Pandemie-Lage zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen“, teilte der Verein am Nachmittag mit.

Wichtig für die Inhaber der rund 2300 Dauerkarten: Das Karlsruhe-Spiel gehörte noch zur ersten, bereits eingezogenen Dauerkarten-Rate. Der anteilige Preis soll „bei in Zukunft hoffentlich wieder erlaubter Vollauslastung verrechnet werden“, teilte der Verein mit. Ab dem Dragons-Spiel hat Rasta 2400 Dauerkarten; zuletzt waren rund 100 neue Saisontickets verkauft worden, die allerdings erst ab dem 18. Dezember gültig sind.

Für Rasta Vechta ist es ein Déjà-vu mit finanziellen Einbußen. Bereits die komplette Erstliga-Saison 20/21 hatte der Klub ohne Fans in der Halle absolvieren müssen. Bei drei Pokal- sowie 17 BBL-Spielen herrschte eine trostlose Geisterspiel-Atmosphäre an der Pariser Straße.

Mit Beginn der neuen ProA-Saison, nach anderthalb Jahren Abstinenz, kehrten die Fans dann in die Halle zurück. Beim Testspiel gegen die Eisbären Bremerhaven (767 Zuschauer) und beim Liga-Auftakt gegen die Rostock Seawolves (1216) lag die maximal erlaubte Besucherzahl noch bei 1500. Bei den fünf anschließenden Heimspielen gegen Schwenningen, Kirchheim, Nürnberg, Leverkusen und Bremerhaven war dann wieder eine volle Auslastung (3140 Zuschauer) erlaubt. Rasta verkaufte für diese Spiele im Schnitt 2691 Eintrittskarten und avancierte mit durchschnittlich 2445 Zuschauern pro Partie zur Nummer eins in der 2. Liga ProA vor Rostock (2358), den Artland Dragons (1825) sowie den Gladiators Trier (1519).

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