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Das Schreckgespenst geht wieder um

Rasta Vechtas Klubchef Stefan Niemeyer spricht bei OM Online über die Corona-Lage in der 2. Basketball-Bundesliga, über Geisterspiele und "2G plus". Der Kartenvorverkauf wurde bereits verschoben.

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Volle Ränge im Dome: Beim Basketball-Zweitligisten Rasta Vechta ist man gespannt, wie lange das noch möglich ist. Foto: Schikora

Volle Ränge im Dome: Beim Basketball-Zweitligisten Rasta Vechta ist man gespannt, wie lange das noch möglich ist. Foto: Schikora

Im Basketball auf Zeit zu spielen, ist eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit. Man muss in acht Sekunden in der gegnerischen Hälfte sein, man hat nur 24 Sekunden für einen Angriff, die Center dürfen sich nur drei Sekunden in der Zone unter dem Korb aufhalten. Alles streng reguliert. Bei Rasta Vechta versucht man dennoch, auf Zeit zu spielen. „Wir wissen ja nicht, was als nächstes kommt“, sagt Rastas Klubchef Stefan Niemeyer und meint damit die komplizierte Corona-Gemengelage. Gilt im Rasta-Dome weiter 2G oder bald 2G plus? Volle Auslastung, reduzierte Zuschauer-Kapazität oder gar Geisterspiele wie in der Vorsaison in der 1. Liga? Fragen, die den Geschäftsführer des Zweitligisten erneut umtreiben.

Beim Spiel auf Zeit hat der Tabellen-15. der 2. Bundesliga ProA eine erste Entscheidung getroffen. Der für den vergangenen Montag geplante Einzelkarten-Vorverkauf für die restlichen zehn Heimspiele der Hauptrunde ist nicht gestartet worden. Ab sofort gilt: Tickets für ein Heimspiel werden immer erst am Montag vor der Partie freigeschaltet – für das Spiel gegen die Karlsruhe Lions (4. Dezember) am 29. November, für das Derby gegen die Artland Dragons (18. Dezember) am 13. Dezember, um zwei Beispiele zu nennen.

„So haben wir mehr Möglichkeiten, um auf aktuelle Entwicklungen reagieren zu können“, erklärt Rastas Ticket-Manager Maximilian Hansjürgens. Niemeyer ergänzt: „Viel hängt davon ab, wie sich die Zahlen im Kreis entwickeln.“ Er gibt sich keinen Illusionen hin: „Ich gehe nach wie vor davon aus, dass irgendwann wieder Restriktionen auf uns zukommen werden. Ich hoffe nur, dass es keine Geisterspiele gibt.“ Das Schreckgespenst aus der trostlosen BBL-Spielzeit geht wieder um. Und Niemeyer ergänzt: „Wenn wir die Corona-Zahlen nicht bald in den Griff bekommen, werden Großevents mit Zuschauern nicht mehr möglich sein. Ich habe große Sorge, dass das so kommt.“


Nachrichten aus der 2. Bundesliga ProA

  • XXL-Sperre: Jenas Center Clint Chapman ist nach seinem Kopfstoß gegen Karlsruhes Matthew Freeman für zwölf Spiele gesperrt worden. Wegen einer „Tätlichkeit mit Verletzungsfolge“ verhängte die Liga zudem eine Geldstrafe. Chapman, in der Saison 2018/19 für Rasta in der 1. Liga aktiv, entschuldigte sich mit einem langen Statement auf Jenas Homepage für sein Fehlverhalten.
  • Zwangspause: Die Gladiators Trier müssen vorerst auf Jonas Niedermanner (24) verzichten. Der Neuzugang aus Schwenningen hat nach Klubangaben „seit einiger Zeit mit Depressionen zu kämpfen“ und sich in temporär stationäre Behandlung begeben. Für seine „offene Kommunikation“ erhielt Niedermanner viel Zuspruch.

Aktuell gilt im Rasta-Dome die 2G-Regel, die der Klub bereits mit Saisonstart eingeführt hatte. Eine Verschärfung der Einlasskontrolle auf 2G plus (geimpft, genesen plus zusätzlich getestet) schließt Niemeyer nicht aus, wenngleich er die Umsetzung als „große Herausforderung“ für die Fans und den Klub bezeichnet. Bei Rasta hofft man, dass das nächste Heimspiel gegen Karlsruhe noch normal durchgezogen werden kann. Denn: Die erste Dauerkarten-Abbuchung umfasste sechs Heimspiele inklusive der Karlsruhe-Partie. Wie mit den rund 2400 Saisontickets für die Spiele ab dem 18. Dezember verfahren wird, ist noch offen.

Fakt ist indes: Corona torpediert inzwischen auch den sportlichen Wettstreit. Am vergangenen Wochenende fielen gleich drei ProA-Spiele aus. Der VfL Bochum meldete zwei positive Tests. Die Partie gegen die Artland Dragons wurde ebenso abgesagt wie das Spiel zwischen Karlsruhe und den Eisbären Bremerhaven. Die Lions berichteten von „mehreren Covid-Infektionen im vollständig geimpften Team“. Schwenningen meldete „einige positive Tests“. Für den Gegner Science City Jena, den Spitzenreiter der ProA, war's bereits die zweite Zwangspause; zwei Wochen zuvor hatte der damalige Gegner Bayer Leverkusen „einige positive Fälle“.

Lediglich vier Teams, darunter Rasta, haben bereits elf Spiele absolviert, neun Mannschaften stehen erst bei neun Partien. Dass die Tabelle „immer schiefer“ wird, gefällt Niemeyer gar nicht: „Das ist nicht gut für den Wettbewerb.“ Aber er weiß auch: Ändern kann man's nicht. Die Gefahr, einen bundesweiten Flickenteppich mit diversen Verfügungslagen zu bekommen, sei nicht von der Hand zu weisen. Die 17 ProA-Ligisten sind in neun verschiedenen Bundesländern beheimatet. Baden-Württemberg (5) und Nordrhein-Westfalen (4) stellen das Gros.

Eine gemeinsame Linie innerhalb der 2. Liga ProA gibt's aktuell nicht. „Jeder muss vor Ort gucken, was möglich ist“, sagt Niemeyer. Es habe kürzlich aber einen Austausch über den Umgang mit ungeimpften Spielern gegeben. Niemeyer sagt dazu: „Bei uns sind alle, die zum Profi-Team gehören, vollständig geimpft. Wir können nicht von den Fans 2G verlangen, und auf dem Feld ist es anders, das geht nicht.“

In Quakenbrück sieht es genauso aus. Dragons-Geschäftsführer Marius Kröger spricht von einer „Impfquote im Profi-Team von 100 Prozent“. Auch er betrachtet die Gesamtlage mit Sorge. „Angst würde ich das nicht nennen, ein mulmiges Gefühl ist es aber schon“, sagt Kröger, der sich angesichts der Corona-Fälle und Spielabsagen („Die Einschläge kommen näher“) an die letzten zwei Spielzeiten erinnert fühlt.

Bei den Dragons bleibt's vorerst auch bei 2G, Kröger schloss aber ebenso wie Niemeyer 2G plus nicht aus. Man sei in Gesprächen, wie sich das umsetzen ließe. Die Dragons, die das Geld für ihre 1200 Dauerkarten bereits komplett eingezogen haben, haben derzeit kein Spiel für einen Einzelkartenverkauf freigeschaltet. „Wir gucken auch von Woche zu Woche. Langfristig zu planen, macht gerade keinen Sinn“, sagt Kröger.

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