Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

Corona im Handball: Sofort abbrechen oder erst noch abwarten?

Landesverband berät heute über das weitere Vorgehen in dieser Saison. Heimische Trainer halten verschiedene Optionen für denkbar.

Artikel teilen:
Markus Gabler vom HerrenLandesligisten TV Dinklage. Foto: Sprehe

Markus Gabler vom HerrenLandesligisten TV Dinklage. Foto: Sprehe

Sofortiger Saisonabbruch oder nicht? Und wenn ja: Mit Auf- und Abstieg oder ohne? Das Präsidium des Handball-Verbandes Niedersachsen (HVN) berät heute in einer Online-Konferenz über das weitere Vorgehen in der Corona-Krise. Der Deutsche Handballbund (DHB) hat den Landesverbänden empfohlen, den Spielbetrieb unterhalb der 3. Ligen zu beenden. Doch wie stehen die heimischen Trainer dazu? Wir haben drei von ihnen befragt.

Markus Gabler (41) vom Herren-Landesligisten TV Dinklage findet: „Man sollte sich vielleicht in drei Wochen wieder zusammensetzen. Wenn ab Mitte Mai wieder gespielt werden könnte, könnte man die Saison bis in den Juni oder Juli verlängern. Wir haben im Handball ja eine sehr lange Vorbereitungszeit. Falls man Mitte Mai nicht wieder spielen kann, wäre es für mich die fairste Lösung, die Saison abzubrechen. Denn wir können nicht einfach englische Wochen spielen. Die Hallenbelegungspläne sind voll und du musst ja auch Schiedsrichter haben. Dann wäre es das Beste, einen Strich darunter zu ziehen und zu sagen: Die Saison ist nichtig, als ob sie nie stattgefunden hätte. Es gibt keine Aufsteiger und keine Absteiger. Für die Vereine, die mit dem Aufstieg geplant haben, müsste es dann vielleicht ein Sonderkündigungsrecht für Spieler- und Trainerverträge geben.“

Andreas Espelage vom Damen-Landesligisten GW Mühlen. Foto: WenzelAndreas Espelage vom Damen-Landesligisten GW Mühlen. Foto: Wenzel

Andreas Espelage (55) vom Damen-Landesliga-Spitzenreiter GW Mühlen hält einen sofortigen Abbruch für die beste Lösung. „Ich möchte das nicht entscheiden, denn irgendeinem trittst du immer auf die Füße“, sagt der Dinklager: „Aber ich bin deutlich auf der Seite derer, die sagen: Abbruch beschließen, Saison annullieren, als wenn sie nie stattgefunden hätte. Und auch wenn wir mit Mühlen von einer anderen Lösung profitieren könnten, würde ich sagen: Keine Aufsteiger, keine Absteiger – alles andere gibt böses Blut.“ Eine Verlängerung der Saison hält er nicht für sinnvoll: „Denn viele haben sich für die spielfreie Zeit schon etwas vorgenommen. Wir sind ja alles Amateure.“

Heinz Rawe vom Damen-Landesklassisten SW Osterfeine. Foto: SchikoraHeinz Rawe vom Damen-Landesklassisten SW Osterfeine. Foto: Schikora

Heinz Rawe (61) vom Damen-Landesklassisten SW Ostereine erwartet, dass der HVN dem Rat des DHB folgt und den Abbruch beschließt. Und er hält das auch für richtig. „Es weiß ja keiner, wann man wieder spielen kann.“ Der Holdorfer findet aber, dass sportlich abgestiegene Teams auch absteigen sollen. „Und es sollte auch Aufsteiger geben. Bei ungeraden Tabellen könnte es eine Koeffizientenregelung geben: Punkte geteilt durch Spiele. Aber klar ist: Du wirst irgendjemandem wehtun müssen.“

Der neue Newsletter für Friesoythe. Immer am Donnerstag das Wichtigste aus der Eisenstadt in ihrem Postfach. So verpassen Sie nichts mehr.  Jetzt hier kostenlos anmelden

Das könnte Sie auch interessieren

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

Corona im Handball: Sofort abbrechen oder erst noch abwarten? - OM online